VfL Bochum: Weiter Frauen- und Mädchenfußball - aber...

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„Wir wollen bleiben“, signalisierten die VfL-Damen im Herbst 2014. Die Zweitligaspielerinnen jedoch müssen im Sommer gehen. Foto: Andreas Molatta

„Der VfL bietet weiterhin Frauen- und Mädchenfußball an“. So war die Pressemitteilung des Vereins überschrieben. Es gibt allerdings ein Aber – und dieses Aber ist gravierend.

Die „Erste“, also die in der 2. Bundesliga Staffel Nord spielende Mannschaft, wird zur kommenden Saison nicht mehr gemeldet. Damit löst sich das Team des aktuellen Tabellensiebten auf. Dem Heimspiel gegen den SV Meppen am kommenden Sonntag, 19. April, um 14 Uhr folgen noch fünf weitere Partien. Dann ist Schluss für den hochklassigen Frauenfußball in Bochum.
Es wurde eine Schlacht gewonnen – keinesfalls ein Krieg“. Ulrich Jeromin, Vorsitzender des Fußballkreises Bochum, gab sich im Oktober letzten Jahres bezüglich der Perspektiven der Fußball-Frauen beim VfL Bochum keinen Illusionen hin. Im Vorfeld der Jahreshauptversammlung hatte der Verein erklärt, sich aus fiinanziellen Gründen von der Abteilung zu trennen. Heftige Gegenwehr sorgte für ein Einlenken des Vorstands. Nun bleibt die Abteilung tatsächlich erhalten – jedoch ohne ihr Aushängeschild in der zweiten Liga.

Keine tragfähige Lösung gefunden



Seit der Mitgliederversammlung habe man sich bemüht, eine finanzierbare und tragfähige Lösung für den weiteren Verbleib der Mädchen- und Frauenfußballmannschaften im Verein sicherzustellen, teilte der Club nun mit. In der Saison 2014/15 spielen aktuell sechs Frauen- und Mädchenmannschaften unter dem Dach des VfL. Die drei Frauenmannschaften nehmen momentan am Spielbetrieb der Landes-, der Regional- und der 2. Bundesliga teil.
Damit auch zukünftig Frauen- und Mädchenfußball an der Castroper Straße ermöglicht werden kann, hätten sich Aufsichtsrat und Vorstand darauf verständigt, aus vereinseigener Kraft fünf der sechs Mannschaften selbst zu finanzieren. Dies sichert den Fortbestand der drei Mädchenmannschaften sowie der Frauenmannschaften in der Landes- und in der Regionalliga ab.

Sponsoreninteresse ist zu gering



Für die Fortführung der Zweitliga-Truppe würde der VfL eigenen Angaben zufolge zusätzliche jährliche Mittel in Höhe von rund 100 000 Euro aufbringen müssen. Die Vereinsführung hat daher den Fortbestand dieser Mannschaft davon abhängig gemacht, dass diese Mittel durch den Verkauf von Werbeleistungen an mögliche Sponsoren sichergestellt werden. Dazu habe der VfL einen entsprechenden Vermarktungsprozess gestartet.
Nach mehrmonatigen Gesprächen müsse allerdings das Fazit gezogen werden, dass das Sponsoreninteresse im Bereich Frauenfußball leider viel zur gering ausfällt, um dauerhaft den Spielbetrieb der Zweitligamannschaft aufrecht zu erhalten. „Es gab zwar Unternehmen, die sich potentiell als Sponsoren engagieren wollten, allerdings nur in einem Umfang, der durch weitere substantielle Zuschüsse des VfL ergänzt werden müsste. Angesichts des Vorhabens, den VfL konsequent zu entschulden und gleichzeitig die positive sportliche Entwicklung im Profi- wie im Jugendbereich voranzutreiben, kann der Verein somit nur fünf der sechs Mädchen- und Frauenmannschaften aus eigener Kraft weiterführen. Somit erhalten wir die Möglichkeit für rund 100 Spielerinnen, weiterhin für den VfL aktiv zu sein“, erläutert Wilken Engelbracht, kaufmännischer Vorstand.
„Der VfL“, so Sportvorstand Christian Hochstätter, „muss diese Entscheidung auch aus zeitlicher Sicht jetzt treffen, da der Verein dem DFB in den kommenden Tagen verbindlich mitteilen muss, ob der vorläufige Lizenzantrag für die kommende Saison der Zweitligamannschaft aufrechterhalten werden kann.“
Schon zuvor hatte der Verein angekündigt, die U23 im Sommer auslaufen zu lassen.
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