Mahnmahl gegen das Vergessen

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Künstler Werner Korsmeier berichtet den zahlreichen Zuhörern von der Arbeit an dem Denkmal. (Foto: Marcel Heuer)

Restaurierte Denkmäler wurden am Heinrich-Heine-Gymnasium feierlich eingeweiht

Die Zeit des Krieges und seine schlimmen Spuren können und dürfen nicht vergessen werden. Um an diese schlimmen Geschehnisse zu erinnern, gestaltete 1961 der Künstler Werner Korsmeier aus Münster ein komplexes Denkmal, das seinen Platz im Jungengymnasium (heute Kulturzentrum August Everding) fand. Nach dem Umzug der Schule wurde dieses allerdings im Jahre 1989 abgebaut und geriet in Vergessenheit.
Ein Teil des Denkmals ist das große, farbenprächtige Mosaikbild „Die Jünglinge im Feuerofen des Nebukadnezar“. Ebenso gehören vier Stelen, eine mit den Namen der 90 im Krieg getöteten Schüler und Lehrer der Schule, eine weitere zum Gedenken gefallener Lehrer und Schüler der Partnerstadt Gleiwitz, dazu. Das Mahnmal ist nun heimgekehrt. So hängt das Mosaik in der Pausenhalle des Heinrich-Heine-Gymnasiums während die Stelen ihren Platz auf dem Schulhof gefunden haben.

Erst vor einigen Jahren wurden die Nachfragen ehemaliger Schülern nach dem Verbleib des alten Denkmals immer stärker und mit Unterstützung von Vertretern der Stadt Bottrop begab man sich auf die Suche nach den Kunstwerken. Gefunden wurden diese schließlich im Keller des Heinrich-Heine-Gymnasiums. Der damalige Künstler hatte immer noch sein Atelier in Münster und erklärte sich bereit, gemeinsam mit seiner Frau, das Mosaik, 52 Jahre nach seiner Entstehung mit finanzieller Unterstützung der Sparkasse zu restaurieren.
Zusammen mit Schülern, Lehrern, Ehemaligen, dem Künstler Werner Korsmeier, Stadtkämmerer Willi Loeven und vielen anderen Gästen sowie dem Sohn des damaligen Schulleiters, Dr. Manfred Schimmöller, weihte Schulleiter Martin Welling das Mahnmal wieder feierlich ein.
In den Reden wurde der seinerzeitige Umgang mit solch einem wichtigen Denkmal der Geschichte durch die Stadt Bottrop kritisiert.
Auch Stadtkämmerer Willi Loeven brachte dies zum Ausdruck, lobte aber das Engagement derjenigen, die dafür gesorgt haben, dass das Denkmal nun doch wieder seinen Platz in der Schule bekommen habe. „Dies alles ist ein Beispiel für gutes Bürgerengagement. Die Erinnerung an die Grausamkeit des Krieges ist überall notwendig“, so Loeven. So schlug die anfangs geäußerte Kritik bei den Rednern auch in ein großes Lob für die Stadt Bottrop um, die ihren damaligen Fehler durch eine hohe Mitwirkungsbereitschaft wieder gut machen konnte.
„Dieser Tag ist nicht nur ein wichtiger Tag für den Künstler und die Stadt, sondern auch besonders für die Schule selbst“, resümiert Schulleiter Martin Welling.
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