Arbeitseinsatz mit Herz und Seele - „Bobbies“ in Weißrussland

13 Bottroper, die meisten von ihnen im Ruhestand, haben zwei Wochen lang im Kinderzentrum Nadeshda angepackt.
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Sie haben Leitungen gelegt, geschweißt, Elektrik erneuert, Kühlanlagen gewartet, Äpfel geerntet. Mindestens genau so wichtig aber: Sie haben Freundschaften geschlossen, gezeigt, dass sie Herz und Seele haben. Sie haben die Visitenkarten für Deutschland, für Bottrop in Weißrussland gelassen.

Im September haben sich 13 Bottroper auf den Weg ins Kinderzentrum „Nadeshda“ in Weißrussland gemacht. Die meisten „Bobbies - Bottroper Bürger begeistert im Einsatz“, wie sich der Verein nennt, sind zwar im Ruhestand, aber gehören noch lange nicht zum alten Eisen. „Wir haben hier, gerade durch den Bergbau, so viel Potential, so viele Leute, die nicht nur auf dem Sofa sitzen möchten“, sagt Peter Bewersdorf, einer der Mitbegründer des Verein vor Ort. In dem Kinderzentrum packen sie in zwei Wochen ordentlich an.

Einer von ihnen ist Rüdiger Moser, auch er war auf Prosper Haniel tätig. Der Bottroper ist zum ersten Mal mit den Bobbies unterwegs gewesen. „Ich bin mit Skepsis hingefahren“, gibt er zu. Nach seiner Rückkehr ist er begeistert von den Erfahrungen, die er gemacht hat. „Diese Dankbarkeit. Eigentlich tut man ja gar nicht viel. Aber man sieht, dass man etwas erreicht“, freut er sich. Seit zehn Jahren ist er aktiv in der Männergruppe der OT Batenbrock, dort hat er auch von dem Einsatz der Bobbies erfahren. Seine Neugier war geweckt. „Man sieht es ja sonst immer nur in den Nachrichten.“

Rüdiger Moser war auch einer der Fahrer, die die Busse, voll gepackt mit Taschen, Werkzeug und Geschenken für die Kinder, die rund 1.700 Kilometer lange Strecke nach Weißrussland gefahren haben. An der polnischen Grenze war allerdings unerwartet erstmal Schluss. „Ein weißrussischer Zöllner hat uns nicht durchgelassen - zu viele Geschenke, hieß es“, erzählt der Bottroper. Die Bobbies hatten Glück und konnten einen Teil der Sachen in einem ehemaligen polnischen Kloster deponieren. „Natürlich haben wir die Geschenke dann dort gelassen“, sagt Moser. Auch polnische Kinder freuen sich über warme Socken und Kuscheltiere.

Die Neugier und Aufgeschlossenheit, mit der die Kinder den Fremden aus Deutschland begegnen, nimmt Wolfgang Herting besonders gefangen. Für ihn war es der zweite Einsatz in Nadeshda. „Ein Junge ist mit einem Wörterbuch zu uns gekommen“, erzählt der Diplom-Ingenieur. „Er hat geblättert und dann gefragt: wie gehts, wie stehts?“

Der weißrussische Staat ziehe sich bei der Finanzierung des Zentrums immer mehr zurück, erklärt Peter Bewersdorf. „Wenn wir den Standard nicht auf einem hohen Level halten, werden die Kinder in Zukunft nicht mehr dorthin fahren können.“ Der nächste Einsatz kommt bestimmt.

Info

Das Zentrum Nadeshda ist ein Rehabilitations- und Erholungszentrum für Kinder und Jugendliche in Weißrussland, die von den Folgen der Reaktorkatastrophe im Atomkraftwerk Tschernobyl betroffen sind.

Wer die Arbeit der „Bobbies“ unterstützen möchte, kann spenden: Bobbie e.V., IBAN: DE74 4245 1220 0001 0081 43
BIC : WELADED1BOT

13 Bottroper, die meisten von ihnen im Ruhestand, haben zwei Wochen lang im Kinderzentrum Nadeshda angepackt.
Die Helfer aus Deutschland hatten in Weißrussland oft nur eine einfache Ausstattung, mit der sie arbeiten konnten.
Autor:

Judith Schmitz aus Bottrop

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