Berufskraftfahrer ist ein Job mit Zukunft

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Mit dem CE-Führerschein in der Tasche darf Arik Nazni auch die ganz großen Maschinen fahren. Sein Chef Frank Rottbeck weiß inzwischen, dass er mit dem 21-Jährigen einen vertrauenswürdigen Mitarbeiter gefunden hat. (Foto: Michael Kaprol)

„Ich wollte gerne unterwegs sein“, sagt Arik Nazni. Ein Bürojob, jeden Tag am Schreibtisch verbringen - nein, das konnte sich der 21-Jährige nicht vorstellen. Mit seiner Ausbildung zum Kraftfahrer hat er nun vielleicht seinen Traumberuf gefunden.

Seit Anfang August des letzten Jahres lernt der junge Bottroper bei der Spedition Rottbeck und ist dort damit einer von drei Azubis. „Ich habe mich spontan dienstags beworben und hatte schon am Donnerstag mein Vorstellungsgespräch“, erinnert sich der Realschul-Absolvent. Was folgte war ein dreimonatiges Praktikum bei der Firma im Bottroper Süden.

Diese Zeit hatte sowohl für den jungen Mann als auch für den Speditions-Inhaber Frank Rottbeck große Vorteile. Arik hatte die Möglichkeit festzustellen, ob ihm der Job wirklich liegt, sein Chef machte sich ein Bild von seinem zukünftigen Mitarbeiter. „Wir schauen uns in dieser Zeit an, ob der Bewerber zuverlässig ist, wie er sich Kunden und Kollegen gegenüber verhält, ob er pünktlich ist“, zählt Frank Rottbeck einige Kriterien auf. Immerhin hat ein LKW mit Ladung durchaus einen Wert von 250.000 Euro - da weiß der Chef schon gerne, wem er den Wagenschlüssel überlässt.Und auch Arik Nazni gibt allen anderen Jugendlichen auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz den Tipp: „Auf jeden Fall ein Praktikum machen!“

Inzwischen hat Arik den Führerschein der Klasse C und CE in der Tasche und darf damit auch die ganz großen LKW fahren. Bezahlt hat diesen Teil der Ausbildung die Spedition Rottbeck. Etwa 4.500 Euro schlagen da zu Buche.
„Beim ersten Mal war es ganz schlimm“, grinst Arik bei der Erinnerung an seine Premiere hinter dem Brummi-Lernkrad. Und ein echter Fall für Schweißperlen auf der Stirn ist das Rangieren eines LKW mit Anhänger unter eine Wechselbrücke. Dieser Tauschbehälter steht auf Stützen, die dem Fahrer nur einen Spielraum von drei Zentimetern pro Seite lassen. „Das dauert, bis man es kann“, weiß Frank Rottbeck.

Doch auch diese Herausforderung hat Arik Nazni inzwischen gemeistert. Heute ist der 21-Jährige gemeinsam mit einem älteren Kollegen regelmäßig auf den Strecken nach Mannheim oder Eisenach unterwegs. Gefahren wird nachts, am Morgen sind die Männer zurück. „Das sind ganz normale Schichten“, sagt Frank Rottbeck. „Die Vorstellung, dass Berufskraftfahrer tagelang unterwegs sind und ihre Familie kaum zu Gesicht bekommen, stimmt nicht.“ Er wirbt für diesen Beruf: „Der hat absolute Zukunft, denn es gibt zurzeit massive Engpässe“, so der Speditionschef.

Die Ausbildung dauert drei Jahre. Die Bewerber sollten mindestens über einen Hauptschulabschluss verfügen. Im ersten Ausbildungsjahr gibt es schon 625 bis 650 Euro, im zweiten Jahr 675 bis 712 Euro, im letzten schließlich 721 bis 771 Euro. Hinzu kommen eventuell Zuschläge. Doch noch immer konzentrieren sich viele Jugendliche auf die bekannten Ausbildungsberufe wie Bürokauffrau oder Kfz-Mechatroniker. Dabei gibt es eine ganze Reihe anderer Jobs, die gute Perspektiven bieten. „Ich bereue es nicht, diesen Beruf gewählt zu haben“, sagt Arik.

Unternehmen aus Bottrop meldeten dem Arbeitgeberservice von Oktober 2012 bis März 2013 insgesamt 483 Ausbildungsstellen, 47 oder 10,8 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. .

Rechnerisch kommen immer noch rund zwei Bewerber auf eine gemeldete Ausbildungsstelle.

Kontakt zur Agentur für Arbeit Gelsenkirchen: Für Jugendliche unter Tel. 01801/ 555 111, für Arbeitgeber unter Tel. 01801/ 66 44 66 oder gelsenkirchen.arbeitgeber@arbeitsagentur.de.

Wie in den Vorjahren hat die Gelsenkirchener Arbeitsagentur für die Schüler aus Bottrop und Gelsenkirchen eine große Ausbildungsbörse organisiert. Mehr als 30 namhafte Unternehmen aus der Region teilen sich am Dienstag, 23. April, von 9.30 bis 15.30 Uhr das obere Foyer des Gelsenkirchener Musiktheaters am Kennedyplatz und werden die Jugendlichen über ihr Ausbildungsangebot informieren. Zudem stehen den Jugendlichen Berufsberater der Arbeitsagentur mit Rat und Tat zur Seite.
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Siegfried Räbiger aus Oberhausen | 30.04.2013 | 17:55  
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