Möbel Beyhoff feiert 120jähriges Bestehen: "Du musst selbst gut sein"

Anzeige
Die Wohn-Collection "Raum.Freunde" gibt es bei Möbel Beyhoff: "Das ist eine Liebeserklärung an die heutige Zeit, wo Individualität die eigenen vier Wände erobert - aber in erschwinglichen Preislagen", sagt Klaus Wilhelm Beyhoff. (Foto: Michael Kaprol)
 
Möbel Beyhoff früher und heute. (Foto: Michael Kaprol)

"Eigentlich wollte ich gar kein Möbelhändler werden", grinst Klaus Wilhelm Beyhoff. 2018 feiert sein Betrieb 120. Geburtstag. "Du musst selbst gut sein, alles andere interessiert nicht", sagte ihm ein Kollege, als er gerade der erste Mann bei Möbel Beyhoff wurde. Und das ist bis heute seine Maxime.

"Meine Eltern waren mit Leib und Seele in ihrem Möbelhaus", blickt Beyhoff zurück. "Wenn man als Kind eigentlich lieber die Augsburger Puppenkiste sehen möchte, geht einem das schon ziemlich auf die Nerven, wenn die Eltern sich immer nur über geschäftliches unterhalten - und das sogar noch sonntags."
Er hatte als Jugendlicher für 5 Mark Stundenlohn bei der Möbelauslieferung geholfen. "Es war schön, als Teenie ein bisschen mehr als nur die üblichen 20 Mark Taschengeld im Monat zu haben." Bei solchen Möbelauslieferungen und -aufbauten hat er viele technische Tricks kennenlernen können - denn auch ein Schreiner war mit vor Ort.
Klaus Wilhelm Beyhoff hat Betriebswirtschaftslehre studiert und sich an anderer Stelle beworben. "Aber dann habe ich meine Eltern gefragt, ob ich - nur als Nebenjob - mitverkaufen darf. Die sagten ja - und ich habe meinen ersten vier Kunden sofort etwas verkauft. Man, ist das einfach, dachte ich." Kurze Zeit später - der Sohn hatte sich bereits in das Geschäftsleben eingemischt, aber nie daran gedacht, Möbel Beyhoff zu übernehmen, sagte ihm sein Vater kurz und knapp: "Hier hasse alles". Zwei Monate später war Klaus Wilhelm der erste Mann bei Möbel Beyhoff. "Die ersten zwei Jahre im Geschäft waren ziemlich hart - aber es hat meinen Horizont ungemein erweitert. Man lernt viele Menschen kennen."
Seine Geschäftsübergabe an die vierte Generation wird bedeutend langsamer umgesetzt: "Meine Tochter Eva hat Management und Economics studiert und hatte damals mit dem Geschäftsleben nichts zu tun. Ein halbes Jahr vor Studienabschluss sagte sie mir, dass sie gerne hier anfangen würde." Er war hocherfreut - denn "nur 20 Prozent der Kinder möchten das Geschäft der Eltern übernehmen."
Seit zweieinhalb Jahren steht sie an der Seite ihres Vaters - zuerst im Verkaufsbereich, dann als Assistentin der Geschäftsführung. Am 1. Januar wird sie Geschäftsführerin. Klaus Wilhelm Beyhoff ist 62 Jahre alt - und auch wenn ihm der Beruf großen Spaß macht, "bis 70 will ich nicht machen." Es wird ein fließender Übergang - seine Tochter schlug ihm erst einmal eine vier-Tage-Woche vor. Seit März sitzen die beiden in einem Büro - "denn viele Dinge kannste nicht nachlesen", weiß der Vater aus eigener Erfahrung. Internet, Facebook, Marketing - das sind schon lange Eva Beyhoff-Weitenhöfers Spezialgebiete. Zuerst waren Küchen ihr Fachgebiet.
Vor diesem Hintergrund ist es selbstverständlich, dass Möbel Beyhoff auch sogenannte Smart-Kitchen im Angebot hat. Damit kann man nicht nur Kaffee kochen, wenn man noch unterwegs ist oder auch den Backofen und andere Küchengeräte von unterwegs aus steuern.
"Kunden schätzen unsere Beratungskompetenz - damit der Kunde weiß, wie was aussehen wird, machen wir ihm am Bildschirm eine Skizze - in die wir auch die bereits vorhandenen Möbelstücke integrieren können. So bekommt er ein gutes Raumverständnis." Ein neue Collection sind die "Raum-Freunde" - "das sind Möbel für Menschen, die ihre Individualität auch in ihren Möbeln zeigen wollen. Aber in verkäuflichen Preislagen", so Klaus Wilhelm Beyhoff.
1
Einem Mitglied gefällt das:
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.