Naturraum Bottrop: Fotografen hoffen auf Hilfe der Bürger

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Die Wespenspinne. (Foto: Christof Wermter)

Welche Schönheiten die Natur in unserer Stadt zu bieten hat, davon haben Christof Wermter, Guido Alfes und Markus Botzek schon einige Fotos gemacht. Die Drei arbeiten an dem Buch "Naturraum Bottrop" und hoffen, dass alle Bottroper die Augen aufhalten und ihnen mitteilen, was ihnen an Flora und Fauna in unserer Stadt so alles auffällt.

"Den Farn an der Mauer im Hof vom Stadtspiegel gibt es nur noch auf altem Kalkmörtel, die Mauerraute ist inzwischen ein sehr seltenes Gewächs", sagt Markus Botzek. Dass an dieser Mauer überhaupt Farn wächst, hat vor diesem Gespräch niemand registriert. "In der Eichenstraße gibt es den total seltenen Streifenfarn - aber der wird meist abgekärchert, noch bevor wir ein Foto davon machen können", so Botzek. Das Prinzip, das Reinigungskräfte aus Museen kennen - ist das Kunst oder kann das weg? - ist auch mitten in Bottrop gegeben. Genau hingucken ist angesagt.
"Viele Leute haben keinen Bezug mehr dazu", weiß Naturfotograf Markus Botzek. "Ich werde oft gefragt - insbesondere, wenn ich in Bayern unterwegs bin - warum wir gerade im Ruhrgebiet ein Buch zum Thema Naturprojekt machen wollen. Viele Leute können das nicht verstehen. Aber gerade in dieser Landschaft gibt es vieles, was anderswo nicht mehr zu sehen ist. Auf den Industriebrachflächen sind ganz besondere Viecher zu finden", grinst er. Flussregenpfeifer, Kreuzkröte, Mauereidechse, Schwalbenschwanz, Ödlandschrecken - sind die "Viecher", die den Dreien ad hoc einfallen. Leicht zu finden sind die aber nicht. "Wer eine Kreuzotter entdeckt, sollte uns unbedingt Bescheid geben. Aber auch Kaninchen, Fuchs, ein Amselnest oder ein Eichhörnchenbau sind dann interessant, wenn sie in der Nähe von Menschen ihr natürliches Zuhause gefunden haben."
Markus Botzek ist Naturfotograf, Guido Alfes im städtischen Dienst, Christof Wermter beim Jobcenter der Stadt Essen. Interesse an der Natur haben die Drei seit ihrer Kindheit: "Menschen aus anderen Regionen haben sich gerne darüber lustig gemacht und konnten es kaum nachvollziehen, dass wir gerade hier das Besondere erkennen. Wir möchten etwas für Bottrop und die Natur machen. Wer nicht aus dem Ruhrgebiet kommt, kann sich gar nicht vorstellen, was unsere Stadt alles zu bieten hat!"

Wer die Drei bei ihrem Buch "Naturraum Bottrop und angrenzende Gebiete" unterstützen möchte, kann seine Beobachtungen an die Mailadresse natur-bottrop@freenet.de schicken.
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