Bottrop schafft Platz für neue Flüchtlinge - Spielraum wird zur Unterkunft

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An den Containern an der ehemaligen Albrecht Dürer Schule wird letzte Hand angelegt. Hier ziehen 200 Flüchtlinge ein. (Foto: Michael Kaprol)

In diesen Tagen kommen wieder neue Flüchtlinge nach Bottrop. Auf dem Schulhof der ehemaligen Albrecht Dürer Schule sind Container für 200 Menschen aufgestellt worden und auch der Spielraum an der Prosperstraße wird zur Unterkunft für 150 Menschen umfunktioniert.


Es sind halt nicht nur Bilder, die abends in der Tagesschau zu sehen sind. „Die Realität holt uns ein“, sagt Sozialdezernent Willi Loeven. Per Fax wurde Sozialamtsleiter Peter Sommer vor ein paar Tagen vom Land NRW darüber informiert, dass bis Anfang nächster Woche 200 Asylsuchende in einer der beiden Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes in Bottrop untergebracht werden müssen.

„An der Albrecht Dürer Schule ist alles organisiert, daher haben wir uns dazu entschlossen, auf dem Schulhof Container aufzustellen“, erklärt Willi Loeven. Bei der Beschaffung konnten die Johanniter helfen, denn auch dem freien Markt sind sowohl Container als auch Betten kaum noch zu bekommen.

Für die neuen Flüchtlinge, die längerfristig in Bottrop bleiben werden - die Stadt muss nach dem sogenannten „Königssteiner Schlüssel“ etwa 0,66 Prozent der Flüchtlinge in NRW unterbringen - soll jetzt der Spielraum an der Prosperstraße hergerichtet werden. Eine endgültige Entscheidung fällt in der Sitzung des Sozialausschuses am 29. Oktober. „„Wir haben die Menschen hier und müssen gucken, dass wir sie einigermaßen menschenwürdig unterbringen“, erklärt der Sozialdezernent. Die Belegung von Turnhallen oder gar das Aufstellen von Zelten soll möglichst vermieden werden.

Der Spielraum kann aus baulichen Gegebenheiten nicht wie die Körnerschule in Appartements aufgeteilt werden. Daher wird die Unterbringung der Flüchtlinge an der Prosperstraße ähnlich erfolgen, wie in den Erstaufnahmelagern: eine zentrale Essensausgabe und 24-Stunden-Betreuung durch einen sozialen Träger. Der Spielraum soll nicht dauerhaft als Gemeinschaftsunterkunft genutzt werden, doch für die nächste Zeit müssen die dort stattfindenden Veranstaltungen in andere Räumlichkeiten ausweichen. Die Stadt ist gerade dabei, nach passenden Lösungen zu suchen und wird sich dann mit den Spielraum-Nutzern in Verbindung setzen.

Seit Anfang Oktober muss die Stadt Bottrop auch größere Zahlen von Menschen versorgen, die ihr dauerhaft vom Land zugewiesen werden. Die Quoten der Landeseinrichtungen auf Stadtgebiet wurden zwar bei der Bemessung berücksichtigt, so dass bis zum September eine geringe Anzahl von dauerhaft verbleibenden Flüchtlingen untergebracht werden musste. Die Zahlen lagen im Mittelwert bei 15 bis 25 Flüchtlinge pro Woche. Seit Oktober liegen sie aber bei 50 bis 90 pro Woche mit steigender Tendenz.

„Das ist eine dramatische Situation, aber ich denke, dass wird es stemmen werden“, zeigt sich Willi Loeven zuversichtlich.
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