Ein Arbeitsleben bei Opel: Hans-Peter Olm schrieb Buch über seine Arbeit im Bochumer Werk

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Mehr als 40 Jahre hat der Castrop-Rauxeler Hans-Peter Olm bei Opel in Bochum gearbeitet, aber ein Auto hat er nie zusammengebaut. Seine Laufbahn startete 1968, als er seine Lehre als Universalfräser begann, und endete 2011 mit dem Vorruhestand, nachdem er zuletzt als Geschäftsführer gearbeitet hatte. Die Erinnerungen daran hat der 62-Jährige jetzt in einem Buch festgehalten.

„Ich habe überwiegend im Werkzeugbau gearbeitet. Mit den Fahrzeugen selbst war ich nie direkt beschäftigt, sondern war immer in der Vorbereitung tätig“, erzählt Olm. Stets war er im Werk II im Einsatz, wo Komponenten wie Motoren, Achsen und Getriebe gefertigt wurden, während die eigentliche Autoproduktion in Werk I erfolgte.
Nach der Bundeswehr ging Olm wieder zur Schule, wurde Industriemeister Fachrichtung Metall und machte den Ausbildereignungsschein. Zunächst wurde er in der Berufsausbildung eingesetzt, dann in der Fort- und Weiterbildung. „Ich habe das Training für die CNC-Ausbildung übernommen. Das waren mehr als 800 Mitarbeiter in fünf Jahren“, erzählt er von den Anfängen der rechnergestützten Fertigung bei Opel.

Investition in die Technik

Als diese immer umfangreicher wurde, bildete Olm die Programmierer für die rechnergestützten Maschinen aus. Anfang der 1990er Jahre war das, „und Opel hat noch stark in die Technologie investiert“.
Danach war er Gruppenleiter der Arbeitsvorbereitung, die das gesamte Werk mit Werkzeugen und Ersatzteilen versorgte, und er übernahm die Leitung der Haustechnik, bevor Opel anfing, Bereiche umzuorganisieren. „2004 wurde die erste große Welle von Mitarbeitern freigesetzt“, sagt Olm. Damit habe das Ende des Standortes Bochum begonnen.

Geschäftsführer bei TCM

2006 übergab Opel den Werkzeugbau und die zentralen Werkstätten an die österreichische Firma TCM, und Olm wurde Geschäftsführer. Sein Arbeitsplatz war aber weiterhin im Werk II. „2009 verdichteten sich die Anzeichen einer Werksschließung.“ Da er ein Rückkehrrecht hatte, ließ er sich 2010 zu Opel versetzen, bevor er 2011 in den Vorruhestand ging.
Ende 2014 wurde Opel in Bochum dicht gemacht. Erst ein Jahr später besuchte Olm den Standort wieder. „Zu sehen, dass Werk II dem Erdboden gleich gemacht wurde, tut schon weh.“ Auch die Jahre zuvor seien für die Mitarbeiter aufgrund des Unsicherheitsfaktors sehr belastend gewesen. „In den 1980er und 90er Jahren war man auf Erhaltung und Ausbau fokussiert. Da war die Anstrengung eine ganz andere als in den späteren Jahren“, blickt er zurück.

Buch auch als Mutmacher

Das tut er auch in seinem Buch „Opel Bochum – Mehr als nur (m)eine Erfolgsgeschichte“, das im Buchhandel erhältlich ist. „Ich wollte etwas schreiben, im Positiven wie im Negativen, damit die Erinnerungen nicht ganz verblassen.“ Zudem möchte Olm mit seinem Buch, das 86 Seiten umfasst, jungen Menschen, die in der schulischen oder beruflichen Ausbildung stehen, Mut machen und zeigen, „dass man seinen Weg gehen kann“.
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