Welt-MS-Tag 2013: Thorsten Heyden aus Henrichenburg lebt seit vielen Jahren mit der Krankheit

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Auch mit MS hat man viele Möglichkeiten, weiß Thorsten Heyden aus Erfahrung. Foto: Wengorz
„Man muss immer das Positive sehen. Wenn sich Leute hängen lassen, werde ich richtig sauer“, sagt Thorsten Heyden. Vor acht Jahren bekam der Henrichenburger die Diagnose MS. Ein Grund aufzugeben? „Auf gar keinen Fall!“

Es begann mit kleineren Missgeschicken. „Beim Fußball bin ich plötzlich im Boden hängengeblieben und gestolpert. Anfangs passierte das nur sehr selten“, erzählt Thorsten Heyden. Auf die Idee, zum Arzt zu gehen, sei er damals überhaupt nicht gekommen. „Es ist nicht meine Art, mich wegen jedem ‚Wehwehchen‘ untersuchen zu lassen“, lacht der 42-Jährige.
Nur, dass die Vorfälle irgendwann gehäufter auftraten. „Bis zur Diagnose vergingen schließlich sieben Jahre“, so Heyden. Er habe sich das Knie geprellt, der untersuchende Arzt sei auf seine eingeschränkte Motorik aufmerksam geworden. Es folgte ein zweiwöchiger Krankenhausaufenthalt, während dem man ihn „komplett auf den Kopf gestellt“ habe. Dann die Gewissheit: Multiple Sklerose. Ein Schock? „Nein, ganz im Gegenteil. Eher eine große Erleichterung“, verrät Heyden. „Man hat endlich das fehlende Puzzleteil und weiß, woran es liegt. Man sollte seinen Feind kennen, wenn man ihn bekämpfen möchte.“
Seinen Optimismus habe er nie verloren, obwohl alles erschreckend schnell gegangen sei. „2005 kam die Diagnose, 2006 hatte ich meinen ersten Rollstuhl“, berichtet er. Auch die Frühverrentung ließ sich nicht vermeiden. „Ich habe die Krankheit mit ihren Folgen so akzeptiert“, stellt Heyden klar. „Ich konzentriere mich lieber darauf, den Ist-Zustand so gut es geht zu erhalten.“
Und er hilft anderen Betroffen, mit ihrer Erkrankung zurecht zu kommen. Im vergangenen Jahr gründete der 42-Jährige eine Selbsthilfegruppe. „MS stellt sich bei jedem anders dar und ist sehr vielseitig.“ In der Gruppe ergebe sich der Vorteil, dass man auf jeden Fall individuell eingehen könne – und das auf Augenhöhe, verständlich und ohne medizinischen Fachjargon, erklärt Heyden. „Man nimmt der Krankheit den Schrecken. Betroffene sehen, da sind Leute, die haben das Gleiche wie ich und die leben nicht nur, sie haben sogar Spaß. Bei uns wird auch richtig viel gelacht.“

Hintergrund:

Betroffene, die sich für die Selbsthilfegrupe interessieren, erreichen Thorsten Heyden unter Tel. 02367/9677

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