Fantastival-Auftakt: Von wegen Oldschool - Nena gibt Gas und alle haben Spaß

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Meet and greet mit Nena: die Gewinnerinnen unserer Kartenverlosung. Foto: privat

„Wir haben uns lang nicht mehr gesehen, Ich werd' mal zu dir rüber gehn'…“ Zum Auftakt des Fantastivals ging Nena mit dem Publikum auf Tuchfühlung und musikalische Zeitreise.

Von Dunja Vogel

Straight from the 80s mitten ins Jetzt – Über das Burgtheater zog ein fulminates „Synthie-Rock-Gewitter“, welches dem Publikum da am vergangenen Donnerstag um die Ohren flog, als Nena vor begeisterten Fans die Bühne rockte.
Mit dem Song „Genau jetzt“ des aktuellen Albums „Oldschool“ und einer spektakulären Lichtshow eröffnete sie die große Party und ließ an diesem Abend alles nochmal aufleben, was das Lebensgefühl der 80er Jahre ausmachte.
Gleich bei der zweiten Nummer „Nur geträumt“ ließ es sich das Energiebündel nicht nehmen und funktionierte kurzerhand den Bühnengraben zur Partyzone um, indem sie einige Zuschauer über die Absperrung zu sich auf die Bühne holte. Über 80 Minuten spielte sie einige ihrer größten Hits, aber auch brandneue Songs. Das Programm: ein Querschnitt durch ihr Werk. Ihre unverkennbare Stimme, begleitet von elektronischen Beats, harten Rockriffs und Synthies singt „Weißes Schiff“, „Rette mich“ und „Wunder geschehen“. „Liebe ist“ und „Oldschool“ aus dem gleichnamigen Album gab die einstige Neue-Deutsche-Welle-Ikone zum Besten, gefolgt von „Leuchtturm“ als Reggae-Version mit Ukulele. Und das Publikum ging mit. Doch es wurde auch still an diesem Abend: „Der Mensch braucht auch Ruhe, Ruhe ist wichtig“, sagt sie und bittet um eine Minute Stille zum Meditieren und um ein wenig Frieden in ihre Wahlheimat Hamburg zu schicken, in der sie seit 22 Jahren lebt. Wer das nicht möchte, könne sich ja alternativ ein Bierchen holen. Sie singt „99 Luftballons“ umgewandelt zum Medley: „We are the World“ von Michael Jackson und der Beatles-Klassiker „Hey Jude“ fügen sich wunderbar ein. Riesige Luftballons mit dem Schriftzug „Love“ werden in die Menge gestreut und von den Zuschauern weitergetragen. Stimmung pur. Natürlich vergeht kein Konzert ohne Zugabe: Das „Irgendwie, irgendwo, irgendwann“ geht über in eine sommerliche Reggea-Version und der Aufforderung Nenas, eine Jam Session zu starten, bei der jeder einfach das singen soll, wonach ihm ist… „Ohne Liebe sind wir nichts“, sagt sie und freut sich auf ein Wiedersehen. „Es ist und war richtig schön.“
Am Ende möchte sie Grüße an ihren Freund und Gitarrist Carlo Karges, der 1983 nach einem gemeinsamen Konzertbesuch der Stones die ersten Zeilen von 99 Luftballons schrieb und den Song noch am selben Tag vollendete, schicken - Mick Jagger ließ damals nach dem Konzert in Berlin tausende Luftballons steigen, die der Wind allesamt Richtung Ostberlin, in die DDR, über die Mauer schickte. „Wir gehören zusammen“ ist das letzte Lied des Abends und die Botschaft, die Nena zum Auftakt des Fantastivals vermittelte. Was für ein Fantastival-Abend, was für eine sympathische Künstlerin!
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A. Decker aus Dinslaken | 12.07.2017 | 11:24  
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