Ab auf's Land! 40 Jahre Kleingartenpark Heisterbusch

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Große Freude bei den Jubilaren. Bürgermeister Dr. Michael Heidinger gratulierte persönlich. Foto: B. Kerschel

Heute nennt man es "urban gardening", die neue Landlust oder die Sehnsucht der Städter, wieder zurück ins Grün zu kehren. Betonbauten und Abgase hinter sich zu lassen und gegen frische Luft und unverbrauchte Natur zu tauschen.

Frank Barwenczik, 1. Vorsitzender des KGP Heisterbusch, nennt es ganz klassisch Kleingarten oder, wenn man es genau nehmen möchte, Kleingartenpark, denn das ist die offizielle Bezeichnung der grünen Idylle am Heisterbusch. Seit 40 Jahren existiert die grüne Oase in Dinslaken und gibt Platz für 62 Gärten.
"Es ist ein Spielplatz des Lebens", sagt der Vorsitzende und beschreibt das fröhliche Miteinander in der Anlage. "Im Sommer hört man von allen Seiten Kinderlachen, ein buntes Durcheinander der Generationen."
Es ist die Rückbesinnung auf das Natürliche, auf das Ursprüngliche, was für viele Menschen wieder in den Fokus rückt. Playstation und DVD-Player langweilen und ermüden, sie wollen wieder etwas anpacken. "Kindern Natur nahe bringen, ihnen zeigen, wie Möhren wachsen, anstatt die in Plastik eingeschweißten Tomaten aus dem Supermarktregal zu nehmen. Das ist den Menschen wichtig", weiß Barwenczik und verweist gleichzeitig auf das immer größer werdende Bewusstsein um Lebensmittel und deren Herkunft. "Was hier wächst ist ,bio', ein ehrliches Produkt, dass einen durchaus mit Stolz erfüllt, wenn der Tag der Ernte gekommen ist."
Selbstverständlich ist die Tradition des Gemüseanbaus in den Statuten des Vereins festgelegt, aber vor allem ist es das "Genießen", was den KGP ausmacht. "Nachmittags trinkt man mal ein Bierchen zusammen, trifft sich zu gemeinsamen Feiern oder donnerstags im Vereinsheim." Denn mit Veranstaltungen, wie Sommerfest, Maifrühschoppen, Nikolaus- und Weihnachtsfeier steht das Vereinsleben ebenfalls im Vordergrund. Eine liebgewordene Tradition ist der Basar, dessen Erlös seit Jahren an die Stiftung für krebskranke Kinder in Voerde geht.
Kein Wunder, dass die Anfrage nach freien Parzellen immer weiter wächst, denn "Nachwuchsprobleme haben wir hier keine", so Barwenczik. Falls dennoch hin und wieder etwas frei wird, gibt der Verein in der Regel Familien mit Kindern den Vorzug, denn dem KGP ist es ein Anliegen, gerade Stadtkindern die Möglichkeit zu geben, Natur mit den eigene Augen, mit den eigenen Händen, mit allen Sinnen zu erleben.
Zum 40-jährigen Jubiläum des Vereins kam nun am Wochenende Bürgermeister Dr. Michael Heidinger und ehrte die Vereinsmitglieder, die bereits von Beginn an einen Garten bestellen und pflegen. "Es ist schon wirklich erstaunlich, wenn man so diese Jahre und Jahrzehnte mal Revue passieren lässt, wenn man sieht, was aus so einer klizekleinen Idee, die ein gewisser Dr. Schreber vor 200 Jahren einmal hatte, hier in Dinslaken-Hiesfeld so geworden ist", sagte Heidinger.
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