Ein Hünxer pendelt nach Duisburg und Tirol

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„Meine Mitarbeiter sind wirklich top! Wir machen auch schon mal Betriebsausflüge an die türkische Riviera. Das ist teambildend und spornt an.“ Foto: cd
 
In Gerald Kassners Büro stehen auch die Modelle der Flugzeuge mit denen Schauinsland-Reisende in die ganze Welt fliegen. Foto: cd
 
Gerald Kassner. Foto: cd
Schauinsland-Reisen-Chef: Wie man Kunden zufrieden macht und - gutes Betriebsklima schafft. Exklusiver NA-Talk mit Gerald Kassner:

Der oberste Chef, Gerald Kassner vom Reiseunternehmen Schauinsland-Reisen wohnt bei uns in Hünxe? Und warum haben wir darüber noch nie berichtet? Wird hiermit als NA-Talk nachgeholt. Bevor in drei Jahren Firmenjubiläum ist!


Hünxe. Duisburg. So, wie das im Buche steht: Eine echte Erfolgsstory in bewegten Zeiten. Firma 1918 in Duisburg gegründet und noch immer in Familienbesitz. Gegründet als Transport-Unternehmen, Reisebusse. Heute mehr als 300 Mitarbeiter und zahlreiche Reiseziele in der ganzen Welt.

Die letzten veröffentlichten Umsatzzahlen von satten 970 Millionen sprechen Bände. Und nach einer Fachum-frage aus dem Jahr 2014 wurde bekannt, dass Schauinsland das beste Betriebsklima und die beste sogenannte „Work-Life-Balance“ der ganzen Reisebranche hat.

Ortstermin: Stresemannstraße 80 bei Schauinsland-Reisen in Duisburg

Neues Gebäude im Winkel gebaut. Rechts ein Schauinsland-Reisebüro, Mitte links der Firmeneingang. Hell, offen, Holz und Glas, ein bisschen skandinavisch. Auch die Mitarbeiter unkompliziert und freundlich: „Herr Kassner kommt gleich. Kaffee, Wasser?“ „Beides ohne“.
Und dann ist er auch schon da. Sanft gebräunt und neiderregend entspannt: „Kurztrip: Verlängertes Wochenende in Grand Canaria“, erklärt er .

(Klar: Reisebranche. So sehen gutgelaunte Chefs eben aus).

Gerald Kassner (51) ist schnell, witzig, schlagfertig. Locker, aber mit der richtigen Revier-Mischung Ernsthaftigkeit, die ein Gespräch interessant macht.
Ab 1989 ist er in die grade 70jährige Firma mit eingestiegen, 1997 hat er dann offiziell die Geschäftsführung von seiner Mutter Doris übernommen, die bis heute noch im Unternehmen tätig ist.

(In Deutschland wurde durch Mauerfall und Wiedervereinigung gerade endgültig die Nachkriegszeit beendet).

Gerald Kassner öffnete Schauinsland, das mit Busreisen groß geworden war, für den Flug-Tourismus: „Manchmal war ein Flug nach Spanien billiger als eine Busreise. Mutter ist bis heute hier bei Schauinsland mit an Bord – als Bindeglied zum Team, unser aller „Mutter Courage“. Sie leitet das Personalwesen, hat eben ein Händchen für Menschen: “Früher war sie selbst als Reiseleiterin mit der Bus-Kolonne unterwegs, hat abends für die Busfahrer gekocht. Eine Reise steht und fällt mit dem Reiseleiter oder der Reiseleiterin. Die müssen einfach gut und verläßlich sein. Und auch Probleme vor Ort schnell lösen können. Keiner will im Urlaub unnötigen Stress. Als wir unseren Slogan „Urlaub in besten Händen“ gefunden hatten, war das auch genau das, was wir wirklich meinen. Auch, wenn es sich vielleicht auf den ersten Blick ein bisschen bieder anhört. Wir tun alles dafür. Natürlich muss zuallererst der Preis stimmen. Kunden sind heute viel informierter als früher. Sie suchen im Internet und vergleichen Preise. Interessanterweise kommen inzwischen aber viele wieder ins Reisebüro und lassen dort buchen. Das kostet ja auch nicht mehr als im Internet.“

Seit zwei, drei Jahren hat auch das „Reisebüro-Sterben“ aufgehört und sich auf rund 10.000 in Deutschland eingependelt, weiß Kassner: „Den Kunden kommt es da auch nicht mehr auf 10 Euro mehr oder weniger für eine Zusatzleistung an, wenn z.B. die Anreise dann bequemer ist. Sie wollen attraktive Angebote zu besten Preisen. Und das bieten wir.

Ich habe ein Super-Team, das sich vor Ort alles genau anschaut: Wenn ein Hotel nicht unseren Ansprüchen entspricht, wir aber z.B. vom Strand überzeugt sind, dann investieren wir selbst vor Ort! Bis alles so ist, wie wir uns das vorstellen. Wir belegen gern die ersten Strandreihen.

Oder reservieren die schönsten Zimmer. Das hört sich vielleicht jetzt ein bisschen klischéehaft an - aber wir wollen, dass die schönsten Tage im Jahr auch wirklich die schönsten werden. Wir binden gerne „kleine Schleifchen“ für die Reisenden dran, über die wir uns als Kunden auch selbst freuen würden. Eben die beste Liege am Strand oder die schönste Aussicht vom Balkon. Sichere Betreuung durch die Reiseleitung. Das schätzen unsere Kunden.“

Und so sind auf allen Seiten langfristige Geschäftsbeziehungen entstanden, die auch immer weiter entwickelt werden: „Wir werden in diesem Jahr wohl die Milliarde Umsatz knacken. Und auch, wenn das meine Mitarbeiter jetzt noch nicht wissen, bis Sie das schreiben: auf alle - von der Pforte bis zum Produktmanager - wartet eine Erfolgsprämie von 1.600,- Euro!“.

(Jetzt weiß ich auch, warum das Betriebsklima hier so gut ist. Wahrscheinlich machen die auch noch gemeinsam Betriebsausflüge in den Süden? Gerald Kassner muss irgendwie niederrhein-mässig meine Gedanken gelesen haben, denn:)

„Wir machen auch schon mal Betriebsausflüge an die türkische Reviera. Meine Mitarbeiter sind wirklich top. Sie verdienen Wertschätzung und Anerkennung für ihre Arbeit. Und natürlich sind gemeinsame Ausflüge auch teambildend und spornen an.“

Zwischen Duisburg-Innenhafen, Hünxe und Tirol...

Seit 2001 wohnt Gerald Kassner mit seiner zweiten Frau in Hünxe: „Ich bin ein richtiger Hünxer Junge, hab ja schon als Kind viel Zeit dort verbracht. Meine Großeltern hatten hier ihre grüne Zuflucht: Gute Luft, nicht weit weg von Marxloh, wo unser Geschäft ja bis 2006 stand. Meine Eltern mussten viel arbeiten, ich war gern auf dem Land und so fiel mir die Entscheidung, ganz nach Hünxe zu ziehen, nicht schwer. In Dinslaken habe ich übrigens am THG mein Abi gemacht.“. Danach hat er studiert. Und spätestens in den letzten 15 Jahren richtig Erfolgsgeschichte geschrieben: „Wenn ich zurückblicke, dann waren da auch echt harte Zeiten darunter. Aber, wer das nie erlebt hat, der weiß auch Erfolg nicht wirklich zu schätzen.“.

2018 ist also 100-jähriges: Auch die vierte Generation Kassner bereitet sich vor. So studiert der jüngere Kassner-Sohn auf der IUBH – Internationale Hochschule Bad Honnef, was wohl: „International Tourism“.

Zum Schluss hab ich mir die wohl dämlichste Frage aufgehoben, die man einem Reiseunternehmer stellen kann: „Was ist Ihr persönliches Lieblingsreiseziel“?

„Ach, da gibt es viele... (War ja klar... wenn er jetzt alle aufzählt, hab ich nicht genug Platz im Blatt... ) Ich bin mindestens einmal im Jahr in Mallorca. Im Süden immer gern. Sonne tanken. Aber ich bin auch genauso gern einfach mal für ein paar Tage in Tirol. Das ist herrlich, wenn man zwischendurch einfach abschalten kann.“

Herr Kassner, vielen Dank im Namen unserer Leserinnen und Leser für das Gespräch. „Und: weiterhin Gute Reise mit der Firma!“. (Ich glaub, wir drucken mal 300 Stück mehr heute, für die Mitarbeiter. Die wollen doch das mit der Prämie schwarz auf weiß, oder?) (Text/Fotos: Caro Dai).
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