Sparkasse Dinslaken-Voerde-Hünxe: Bürgermeister-Runde

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(v.l.) Hermann Hansen (Bürgermeister Hünxe), Dr. Michael Heidinger (BM Dinslaken) und Dirk Haarmann (BM Voerde) traten gemeinsam vor die Presse. Foto: cd.
Dinslaken: Sparkasse Dinslaken | Die Rechtsträger der Sparkasse Dinslaken-Voerde-Hünxe suchen nach Lösungen. Die Sparkasse Dinslaken-Voerde-Hünxe hat ihre Träger und die Öffentlichkeit darüber informiert, dass sie eine rund 35 Millionen Euro Eigenkapital-aufstockung benötigt.


Erste Gespräche zwischen dem Sparkassenvorstand und den Trägern über die Kapitalaufstockung fanden bereits statt. Dies verkündete der neue Vorstandsvorsitzende Rolf Wagner bei der Bilanzpressekonferenz der Bank. Gleichzeitig drückten er und sein Vorstandskollege Ralf Salewski ihre Unzufriedenheit über das Geschäftsjahr 2014 in aller Offenheit aus. Rolf Wagner: „Die Sparkasse wird ihr Geschäftsjahr 2014 mit einem Fehlbetrag im hohen einstelligen Millionenbereich abschließen.“

Den genauen Betrag wollte er nicht sagen, da der endgültige Jahresabschluss noch ausstehe.

Die Sparkasse Dinslaken-Voerde-Hünxe befinde sich seit Jahren auf einem Konsolidierungskurs. Sichtbares Zeichen dafür seien die rückläufigen Zahlen bei der Bilanzsumme und den Gesamtausleihungen. Konsequent habe die Sparkasse ihr Kreditportfolio durchleuchtet und Vorsorge getroffen. Folge davon sei das Minus im Jahresabschluss 2014.
Rolf Wagner und Ralf Salewski betonten bei der Bilanzpressekonferenz, dass sie voll und ganz hinter diesem Konsolidierungskurs stehen. Dieser Kurs habe es auch nicht möglich gemacht, das Eigenkapital, wie es erforderlich sei, zu erhöhen. Deshalb seien die Gespräche mit den Trägern aufgenommen worden, wobei auch darüber gesprochen wird, einen weiteren Partner „an Bord“ zu holen. (Text Günter Hucks)

Plan A - Plan B - Plan C

Die Bürgermeister der Trägergemeinden Dinslaken, (60 % Sparkassen-Anteile), Voerde (30 %) und Hünxe (10%) prüfen derzeit intensiv, wie man die von ihrer gemeinsamen Sparkasse benötigten 35 Millionen Euro ermöglichen kann.
Das ist für keinen der Träger einfach. Voerde muss ohnehin einen harten Sparkurs fahren. In Dinslaken droht ebenfalls Haushaltssicherung und auch Hünxe kann sich keine Experimente leisten.

Man wird also Finanzieren müssen.

Die dann anfallenden langjährigen Zinskosten machen aber nur dann Sinn, wenn die Sparkasse ihren Konsolidierungskurs auch erfolgreich durchführen kann: „Das ist der Preis der Eigenständigkeit“, so Bürgermeister Heidinger: „Wir müssen uns fragen, ob und was uns das wert ist.“ Gleichzeitig wollen alle drei Gespräche mit dem Landrat des Kreises Wesel über eine wie immer auch geartete Beteiligung des Kreises führen.
Und auch Gespräche mit anderen umliegenden Sparkassen - auch mit Duisburg - sind geplant. Die Stadtoberhäupter sind sich einig, dass man alle Optionen sorgfältig prüfen müsse.

Hermann Hansen erinnerte an die Finanzkrise 2008, von der Sparkasse gut überstanden. Sie hat die, im übrigen ja von der Politik gestellte, Aufgabe der Finanzierung der heimischen Wirtschaft über Jahrzehnte hinweg gewährleistet. Und der vom Zechensterben gebeutelten Region samt der daran hängenden Zulieferindustrie in turbulenten Zeiten den Rücken gestärkt: „Trotzdem sind einige Firmen auf der Strecke geblieben. Wir wissen aber alle nicht, was gewesen wäre, wenn die Sparkasse das nicht getan hätte.“

Hansen weiter: „Unsere Sparkasse ist nicht überschuldet und hat nie spekuliert.“ Sie muss nichts destotrotz die gesetzlichen Folgen der Finanzkrise für alle Banken mittragen.
Und dazu gehören auch die wesentlich höheren Eigenkapital-Quoten, die Brüssel dem Finanzsektor nun verordnet hat. Auch Bürgermeister Dirk Haarmann unterstrich, dass „es keine Liquiditätsprobleme gibt und auch keine Überschuldung drohe.“

Derzeit muss ein Kreditinstitut pro 100 Euro an vergebenem Kredit 8 Euro Eigenkapital nachweisen.

(Bis 2019 sollen die Anforderungen noch einmal deutlich steigen). Die traditionell kredit-vergabe-freudige Sparkasse DIN-Voerde-Hünxe hat nach der Finanzkrise und spätestens deutlich ab 2010 ihre Vergabe-Praxis geändert. Sie muss aber, um weiterhin ihrer Kerngaufgabe der Finanzierung der heimischen Wirtschaft nach kommen zu können, das Problem der Eigenkapital-Aufstockung lösen. Die aktuelle Zinspolitik der Europäischen Zentralbank ist dem Kerngeschäft der Sparkassen ebenfalls nicht zuträglich.

Denn beim klassischen Sparen gibt es derzeit ja kaum noch nenneswerte Zinsen. Worunter auch gut aufgestellte Sparkassen bundesweit leiden.

Wie man inzwischen aus dem Kreistag hört, wollen dort CDU und SPD zumindest die Angelegenheit aufmerksam prüfen. Die Grünen im Kreistag lehnten ein Engagement des Kreises bei der Sparkasse Dinslaken-Voerde-Hünxe schon ab. (Text: Caro Dai).
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