Was Flüchtlinge und Migranten sich wünschen

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Hoffnungen und Träume schweben am Luftballon in den Himmel. (Foto: Schmitz)
 
Malgorzata aus Polen ist im letzten Jahr nach Deutschland gekommen. (Foto: Schmitz)
Rund 65 Millionen Menschen sind zur Zeit auf der Flucht - das sind mittlerweile mehr als nach dem Zweiten Weltkrieg. Sie fliehen vor Krieg und Terror, aber auch vor der wirtschaftlichen Aussichtslosigkeit in der Heimat in andere Länder.

Bei der Intercultural Academy der Auslandsgesellschaft gGmbH lernen sie in verschiedenen Kursen Deutsch. Dabei sind nicht nur Kriegsflüchtlinge aus Syrien, sondern auch Menschen, die aus dem europäischen Ausland nach Deutschland kommen, weil sie hier auf bessere Lebensbedingungen hoffen.

Zum Weltflüchtlingstag haben jetzt die Studierenden der Intercultural Academy weiße, rote und grüne Luftballons in den Himmel steigen lassen, versehen mit ihren ganz persönlichen Wünschen für die Zukunft. Und die sind so verschiedene wie ihre Lebensgeschichten.

Was wünschen sich Flüchtlinge und Einwanderer? Was sind ihre Hoffnungen für ihr neues Leben? Die Ausladsgesellschaft hatte in einer Aktion zum Weltflüchtlingstag ihre Studierenden befragt. Jeder konnte einen Ballon mit einem oder mehreren Wünschen in den Himmel steigen lassen.

Malgorzata zum Beispiel kommt aus Polen. Zusammen mit ihren beiden Söhnen, 15 und 16 Jahre alt, und ihrem Mann ist die 35-Jährige im August 2015 nach Deutschland gekommen. Die schlechte wirtschaftliche Lage in Polen war der Hauptgrund für den Umzug nach Deutschland.

Während ihr Mann als Trockenbauer schon Arbeit gefunden hat, macht sie im Moment noch den B1-Sprachkurs bei der Auslandsgesellschaft. Wenn der beendet ist, möchte sie gerne eine Ausbildung zur Wurst- und Fleischfachverkäuferin machen. Als Verkäuferin hat sie schon in Polen gearbeitet.

"ich möchte mit meiner Familie gesund und sicher in Deutschland leben", das ist ihr Wunsch, den sie ihrem Luftballon mit auf die Reise gegeben hat. Ein Teil davon hat sich schon erfüllt, denn "mit dem Leben hier bin ich zufrieden", sagt sie.

Alija Kanjo hat eine dramatischere Fluchtgeschichte hinter sich. Die 23-Jährige stammt aus der syrischen Stadt Aleppo und ist mit ihrem Mann und einem zweijährigen Sohn nach Deutschland geflüchtet. Der zweite Sohn ist elf Monate alt und wurde schon in Deutschland geboren.

Ihr angefangenes Studium der Pharmazie würde Alija gerne in Deutschland fortsetzen, doch dafür muss sie zuerst die B- und C-Sprachkurse bestehen. Ihr Mann ist Arzt und beginnt jetzt, als Radiologe zu arbeiten. Eine neue Existenz will sich die Familie, zumindest derzeit, in Deutschland aber nicht aufbauen: " Ich habe mir gewünscht, dass wir nach Syrien zurückkehren können, wenn der Krieg vorbei ist. Dann wollen wir Aleppo wieder aufbauen."

Wie Malgorzata stammt auch Andrej Koldodziej aus Polen. "Ich komme aus Masuren", erzählt der 46-Jährige. "Eine wunderschöne Landschaft, viele Seen, aber keine Arbeit", fasst er zusammen.

Schon seit fünf Jahren ist er mit seiner Familie in Deutschland, doch erst jetzt kommt er dazu, einen Sprachkurs zu machen: "Meine Frau spricht besser deutsch als ich", lacht er. " Arbeit und Schule, das geht nicht gut zusammen. Ich musste arbeiten, als Trockenbauer und als Fenster-Monteur. Dabei habe ich zwar deutsch gelernt, aber auch viele Fehler übernommen."

Für seine Frau Viola, die beiden sieben- und eineinhalbjährigen Töchter und sich wünscht sich Andrej Gesundheit für die Familie. Sein zweiter Wunsch: Deutsch lernen. Das kann er in Zukunft gemeinsam mit seiner älteren Tochter, die in die Grundschule geht.

Info:

Die UN-Vollversammlung hat den 20. Juni zum zentralen internationalen Gedenktag für Flüchtlinge ausgerufen. An diesem Tag werden die aktuellen Flüchtlingszhalen vom UNHCR, der Flüchtlingsagentur der Vereinten Nationen, veröffentlicht

Dieser Tag wird in vielen Ländern von Aktivitäten und Aktionen begleitet, um auf die besondere Situation und die Not von Millionen Menschen auf der Flucht aufmerksam zu machen.

Der Weltflüchtlingstag ist den Flüchtlingen, Asylsuchenden, Binnenvertriebenen,
Staatenlosen und Rückkehrern auf der ganzen Welt gewidmet, um ihre Hoffnungen und Sehnsüchte nach einem besseren Leben zu würdigen
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