"Schäuble erneuert Kritik am billigen Geld"

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Bekowerdo meint: "Man kann die Nullzinspolitik nicht einfach wegzaubern."
So lautete der Titel eines Berichts im Handelsblatt vom 12.07.17. Wolfgang Schäuble fordert einen Ausstieg aus der Nullzinspolitik der EZB. Die größte Gefahr für Volkswirtschaften sei Selbstzufriedenheit. „Wenn du denkst, es geht gut, lässt du in den Anstrengungen notwendigerweise nach“, so Schäuble.

Das Problem ist jedoch, dass Deutschland für diese Nullzinspolitik verantwortlich ist. Was war denn die Ursache für die Politik des billigen Geldes? Die Ursache war das Lohndumping, das Deutschland seit Beginn der Währungsunion betreibt. Die anderen Länder versuchen nun auf dem Weg der sogenannten internen Abwertung, also ebenfalls über eine Lohnsenkung, die Lücke zu Deutschland zu schließen. In dieser Situation, in der dieser unsinnige Anpassungsprozess der anderen Länder gerade begonnen hat, kann man keinen Ausstieg aus der Nullzinspolitik fordern.

Solange Deutschland nicht bereit ist, die Löhne gemäß den europäischen Regeln zu erhöhen, nämlich um 2 Prozent über der nationalen Produktivität, wird sich an der Nullzinspolitik nichts ändern und die von Deutschland verursachte Deflation weiterhin bestehen bleiben. Parallel dazu muss der Staat die schwarze Null aufgeben, d. h. kreditfinanzierte Investitionen tätigen.

In Deutschland besteht die absurde Situation, dass alle Sektoren sparen, nämlich die privaten Haushalte, die Unternehmen und der Staat - es will sich also niemand mehr verschulden. Es gibt daher keinen ökonomischen Grund, den Weg der Niedrigzinspolitik zu verlassen.

Da man in Deutschland aber nicht ernsthaft über dieses Thema redet und seine Position auch nicht ändern möchte, verbietet sich jede deutsche Kritik an der EZB.
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