Linke & Piraten kritisieren: „Neue Flughafen-Zahlen sind unglaubwürdig“

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Utz Kowalewski, Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE & PIRATEN
Dortmund: Flughafen Dortmund |

„Der Dortmunder Flughafen ist und bleibt ein millionenschweres Zuschuss-Geschäft für die Dortmunder Stadtwerke. Die Argumente und Zahlen, mit denen Flughafenchef Udo Mager aktuell arbeitet, sind absolut unglaubwürdig und rechnerisch nicht nachzuvollziehen“, kritisiert Utz Kowalewski, Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE & PIRATEN.

In einem Interview hatte der Flughafenchef zur Verteidigung der neuen Entgeltordnung einfach die im Wirtschaftsplan angesetzte Ergebnisverbesserung in Höhe von 800.000 Euro ins Feld geführt – also quasi den eigenen Wirtschaftsplan abgelesen. Utz Kowalewski: „Herr Mager verschweigt aber, dass diese Ergebnisverbesserung infolge der Entgeltordnung nur bei einem Zuwachs an Passagieren von 5,8 Prozent erreichbar gewesen wäre. Die harte Realität ist aber ein Rückgang auf 897.765 Fluggäste im ersten Halbjahr, auch wenn die Begründung mit dem Rückgang des Türkei-Geschäfts nachvollziehbar ist.“

Selbst der Flughafenchef habe deshalb einräumen müssen, dass in diesem Jahr die 2-Millionen-Marke bei den Fluggästen nicht mehr erreicht werden könne (im Gegensatz zu 2,1 Millionen Passagieren in der Jahresprognose). „Den Erfolg der Entgeltordnung an solch extrem optimistischen Wachstumsträumen festzumachen ist nicht seriös“, so Kowalewski weiter.

Es wundert daher die Fraktion DIE LINKE & PIRATEN nicht, dass das Halbjahresergebnis um rund zwei Millionen Euro hinter dem ohnehin schon üppigen Defizit von 8,5 Millionen Euro zurückbleibt. „Laut Herrn Herr Mager gab es 2016 bei den neuen Entgelten sogar eine Erhöhung um 10 bis 15 Prozent und damit kein Verlustgeschäft bei der Entgeltordnung. Fakt ist jedoch, dass Wizzair als größte Airline am Flughafen nur noch 1,50 Euro Start- bzw. Landegebühr bezahlt – statt bislang 3 Euro und ganz früher 10 Euro,“ meint Kowalewski.

„Wizzair befördert mit fast einer Million Kunden mehr als die Hälfte aller Fluggäste in Wickede. Macht – grob gerechnet – allein bei den Startentgelten einen Betrag von 1,5 Millionen Euro statt bislang 3 Millionen Euro. Wie kann es da sein, dass die neue Entgeltordnung kein Verlustgeschäft darstellt? Oder runden die kleineren Linien, die ohnehin schon den Löwenanteil der rund 12,8 Millionen Entgelte begleichen, dann ihre Beiträge großzügig zur Entlastung von Wizzair auf? Und warum sollten diese dann langfristig am Standort Dortmund bleiben, wenn sie bei unter 100.000 Fluggästen 11,50 Euro pro Passagier bezahlen sollen?“, fragt Kowalewski.

Der Fraktionschef weiter: „Wir sind nach wie vor der Überzeugung, dass hier bewusst auf eine Kostendeckung verzichtet wird, um den größten Kunden sowie den Zweit- und Drittplatzierten bei Laune zu halten, um das Passagieraufkommen künstlich aufzublähen. Denn in der Geschäftsführung des Airports glaubt man, auf diese Billigflieger auf Gedeih und Verderb angewiesen zu sein und weigert sich bisher, alternative Geschäftsmodelle ernsthaft in den Fokus zu rücken.“

Außerdem müsse die Frage erlaubt sein, ob das für 2017 ausgegebene 2-Millionen-Ziel bei den Passagieren für den Airport wirklich wünschenswert sei, sagt Kowalewski: „Herr Mager erwähnt nicht, dass in diesem Fall der Bodendienst wieder EU-weit ausgeschrieben werden muss. Dann müssten mindestens 56 Mitarbeiter um ihre Jobs fürchten. Wir wollen nicht hoffen, dass Herr Mager mit dem Erreichen der 2-Millionen-Marke gezielt den Bodendienst auslagern und stattdessen über einen günstigeren Anbieter laufen lassen möchte.“
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