Skrupellose Einbrecher nutzten die Notlage der Hombrucher während der Bombenentschärfung

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Regierungspräsident Gerd Bollermann schaut sich die Zünder an (Foto: Klinke)
Dortmund: Hombruch |

"Sie sehen mich heute in großer Freude im Angesicht der gelungenen größten Evakuierungsaktion, die wir je zu stemmen hatten." Mit diesen Worten zieht Bezirksbürgermeister Hans Semmler ein erstes Fazit der Bomenentschärfung in Hombruch vom vergangenen Wochenende.

Rund 20.000 Menschen mussten den Stadtbezirk verlassen, "das waren für uns vier Tage Ausnahmezustand", so Hans Semmler. Umso größer sei jetzt die Erleichterung, dass die Bombe ohne Zwischenfälle entschärft werden konnte. "Da gilt unser Dank natürlich nicht nur den beiden Entschärfern Karl-Friedrich Schröder und Rainer Woitschel , sondern dem ganzen Team, das dahinter steht", so Semmler.

Der Bezirksbürgermeister zeigte sich auch am Tag danach noch beeindruckt von der Größe der Bombe, "das war wie eine Badewanne", so Semmler.

Entsetzt zeigte sich der Bezirksbürgermeister allerdings über die im Nachhinein festegestellten sechs Einbrüche, die es im Bezirk gab. Besonders schlimm wüteten Enbrecher ganz in der Nähe der Bezirksverwaltunsstelle. Hier wurde nicht nur gestohlen, sondern die komplette Wohnung verwüstet. "Was sind das für Menschen, die eine solche Situation ausnutzen?", fragt Hans Semmler.

Selbst die Polizei Dortmund findet keine anderen Worte als: "Skrupellose Einbrecher haben die Extremsituation der Hombrucher Bürger am gestrigen Tage für ihre Taten genutzt."

Die Dortmunder Polizei unterstützte schwerpunktmäßig die Stadt Dortmund bei der Evakuierung des Stadtbezirks. Bis zum Beginn der Entschärfung wurde der gesperrte Bereich nach Personen abgesucht und überwacht.

Mit Beginn der Entschärfung hatten auch die Polizeibeamten den Sperrbereich aus Sicherheitsgründen zu verlassen. Diese Zeit nutzten unbekannte Täter um sechs Wohnungen in der Egerstraße, Behringstraße und Wupperstraße sowie eine Gaststätte an der Harkortstraße aufzubrechen.

Entwendet wurden unter anderem Multimediaartikel, Schmuck und Bargeld. Die Gesamtschadenshöhe liegt bei ca. 8.000 Euro.

"Ich finde es sehr ärgerlich, bedauerlich und es macht mich auch wütend, dass dreiste Einbrecher die Notlage der Hombrucher Bürger ausgenutzt haben, um sich zu bereichern. Wir müssen davon ausgehen, dass sich die Täter gezielt in Tatortnähe versteckt haben, um die Zeit der Entschärfung für ihre Taten zu nutzten", sagte Polizeipräsident Norbert Wesseler
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