Aida in der Oper Düsseldorf: Inszenierung von Philipp Himmelmann

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Boris Statsenko (Amonasro), Adrian Sâmpetrean (Ramfis), Morenike Fadayomi (Aida), Thorsten Grümbel (Il Re), Chor der Deutschen Oper am Rhein, Extrachor Foto: Matthias Jung

Gewänder, wie Pharaonen sie trugen, und Sandalen im ägyptischen Stil wird das Publikum ab Freitag, 28. November, in der Oper auf der Bühne vergeblich suchen. An diesem Tag feiert eine Neuproduktion von Giuseppe Verdis bekannte und 1871 in Kairo uraufgeführtem Meisterwerk „Aida“ Premiere in Düsseldorf.

Anstatt wie in vielen anderen Inszenierungen die Protagonisten in Kleidung, die der Geschichte um die äthiopische Sklavin Aida und ihrer verzweifelten Liebe zu dem ägyptischen Heerführer Radamès Tribut zollen, lässt Regisseur Philipp Himmelmann gemeinsam mit Bühnenbildnerin Gesine Völlm die Sänger in Kleidern der Gründerzeit - also aus der Zeit, in der Aida geschrieben wurde - auftreten. „Die Kostüme sind schwer und es ist anstrengend sie zu tragen. Aber es ist schön, jede Frau sieht in solchen Kleidern toll aus“, sagt Morenike Fadayomi.

"Viel Neues in der Figur entdeckt"

Die Sopranistin hat schon in mehreren Inszenierungen die Aida verkörpert. „Ich habe aber wieder viel Neues in der Figur entdeckt“, sagt sie über diese Inszenierung. So gehe diese sehr auf das Kammerspiel ein. „Mir war es wichtig, die kammermusikalischen Aspekte herauszuarbeiten“, sagt Generalmusikdirektor Axel Kober. So habe etwa die Musik, wenn die beiden Liebenden im Grab endlich vereint seien, ganz feine und zarte Klänge. „Das hat nichts mit Trauer zu tun, sondern kommt aus einer anderen Welt“, so Kober. Wie die Kostüme wird sich auch das von Johannes Leiacker erstellte Bühnenbild an der Gründerzeit orientieren.

"Aida ist Inhalt und Programm"

Aber trotz allem gilt, so Regisseur Philipp Himmelmann: „Der Name Aida ist Inhalt und Programm.“ Aida sei ein Mensch, der allen denkbaren Konflikten ausgeliefert sei, sie sei Fremde und Gefangene, verliebt in den Feldherren der gegnerischen Seite, dann habe sie noch mit dem Druck des Vaters und einer Rivalin in Sachen Liebe zu kämpfen. Er stellt bewusst diese Konflikte wie die der anderen Personen in den Vordergrund, ohne zu missachten, dass„Aida“ vor dem Hintergrund einer militärischen Auseinandersetzung spielt. „Die Triumphalmusik ist verstörend, sie reißt uns mit und gleichzeitig ist man erschrocken, was dahinter steckt“, so Himmelmann. Verdi zeige damit, wie Musik die Gefühle manipulieren könne.

Info

Die Premiere am 28. November ist ausverkauft. Weitere Spieltermine sind am 30.11., 3.12., 7.12., 13.12., 18.12., 20.12, 28.12. und 30.12. Am Montag, 24. November, 17 Uhr, sind Interessierte zu einer Opernwerkstatt eingeladen. Dabei werden interessante Aspekte des Stückes erläutert. Die Besucher dürfen danach den ersten Teil der Bühnenorchesterprobe verfolgen. Der Eintritt ist frei. Mehr Infos unter www.operamrhein.de.
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