Neues Programm in Roncalli's Apollo Varieté: Mit Herz und Humor

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Chantall führt mit frecher Schnauze durch die dichte Show. Fotos: Roncalli's Apollo Varieté
Irgendwie hat man irgendwann das Gefühl, irgendwo in einem Kiez-Hinterhof zu sitzen. In einem Hinterhof, in dem sich Künstler treffen. Sie kommen und gehen und manchmal sind sie auch gemeinsam da. Mit dem Programm "Berlin - wie hast Du Dir verändert!" präsentiert Roncalli's Apollo Varieté ein dichtes, emotionales Programm.
Mitten drin und immer da ist Chantall. Chantall mit der frechen Schnauze, die aber trotzdem so herrlich charmant sein kann. Chantall, die nicht nur so tut, als ob sie etwas kann, sondern tatsächlich neben einem schnellen Mundwerk einen biegsamen Körper hat - und das nicht nur unter Beweis stellt, als sie mit ihrem Popo den Hula-Hoop-Reifen kreisen lässt. Ja, Chantall ist immer da, das Herzstück des Programms. Manchmal begegnet ihr wie durch Zufall Herr Riesling, seines Zeichens Pantomime und einfach zum Schmunzeln.
Vieles berührt an diesem Abend. Allen voran Alla Denisova. Sandmalerei heißt die Kunst, die sie beherrscht. Und passend zum Thema lässt sie - aufgeteilt in zwei Episoden - die Geschichte Berlins unter ihren Fingern passieren. Krieg und Zerstörung, Liebe und Hass, die Wiedervereinigung und die Bedeutung der Stadt malt sie in den Sand und verwischt es manchmal schneller, als einem lieb ist. Wenn dazu Katja Friedenberg, bekannt aus der Sendung "Voice of Germany" singt, dann ist es mucksmäuschenstill im Saal. Sie sitzt auch am Flügel und singt, als Sven und Vanessa Hand-auf-Hand-Artistik auf dem Musikinstrument zeigen - anmutig mit einem leicht erotischen Hauch. Wenn am Nachbartisch das Wort Kitsch fällt, dann nur, weil einem die eigene Ergriffenheit nicht geheuer ist.
Doch Berlin ist auch jung und modern und schnell. Diese Seite der Bundeshauptstadt verkörpern mehrere Artisten. Die drei Mitglieder der Jonglage-Gruppe 3J wirbeln herum - und mit ihnen zig Keulen, die schneller von einem zum anderen fliegen, als man schauen kann. Das Duo Isaev nutzen kleinsten Raum, um mit Rollerskates Kunststücke zu zeigen, bei denen dem Zuschauer schon beim Hinsehen schlecht wird. Mit einer alten Artistennummer kommt das Duo Karpovich daher. Sie bringen ihre Körper mit einem Schleuderbrett in die Lüfte, in der sie mehr als einen Salto drehen. Lange nicht mehr gesehen - und auch deshalb toll.
Und weil irgendwann und irgendwie im Hinterhof jeder seine Künste zeigen darf, bekommt Viktoria Lapisdus mit ihren Hula Hoop Reifen, ihrer Körperfülle und ihrem trockenen Humor auch einen Platz im aktuellen Programm. Die Zuschauer lieben sie.
Stehende Ovationen gibt es bei Pressepremieren in Roncalli's Apollo Varieté nicht häufig. Dieses Mal gab es sie - und sehr lange noch dazu. Vielleicht sagt das schon alles ...

Info



"Berlin - wie hast du dir verändert!" läuft noch bis zum 9. Juli. Mehr Infos unter www.apollo-variete.com.
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2 Kommentare
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Bruni Rentzing aus Düsseldorf | 02.05.2017 | 14:55  
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Marlies Bluhm aus Düsseldorf | 02.05.2017 | 19:47  
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