„Klinke-Bogen“ gibt Unterraths altem Zentrum neuen Schwung

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Der neu gestaltete Platz vor der „Klinke“ wird fast nur noch für den Samstagmarkt genutzt. Dahinter das Seniorenzentrum Königshof, links ein Teil der WOGEDO-Wohnanlage, die bald abgerissen, und durch Neubauten des „Klinke-Bogens“ ersetzt wird. (Foto: Budde)
 
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Das Modell des Architektenentwurfs von Stefan Forster für den „Klinke-Bogen“. (Foto: WOGEDO)
Düsseldorf.

Das alte Unterrather Zentrum wird neu belebt. Bald beginnt der Abriss und Neubau der Backstein-Häuserzeile mit dem Stufengiebel am Ende der Unterrather Straße. Ungewiss ist weiter die Zuknft der seit acht Jahren geschlossenen, denkmalgeschützten Gaststätte „Zur Klinke“. Politiker wollen, dass sich die Stadt einschaltet.

Von Hans-Dieter Budde

„Klinke-Bogen“ heißt das Projekt, mit dem Wohnungsgenossenschaft Düsseldorf-Ost (Wogedo) die alte Bausubstanz ersetzt. Geplant sind im Komplex Unterrather Straße 27 – 41 insgesamt 61 Zwei- bis Vier-Zimmer-Wohnungen. Die ersten Mieter sollen in der zweiten Jahreshälfte 2017 einziehen. Sie erwartet hinter einer Klinkerfront mit historisierenden Elementen modernste Ausstattung, Tiefgarage, Aufzüge. Und vor allem können Sie mit Mieten rechnen, die laut WOGEDO „deutlich unter denen für vergleichbare Wohnungen in Düsseldorf liegen.“

Das Frankfurter Architektenbüro Stefan Forster entwickelte einen Gebäuderiegel, dem die Bezirksvertretung fast schon euphorisch zustimmte. Die WOGEDO dazu: „Der Entwurf lehnt sich mit seiner geschwungenen Kante, den Giebeln und roten Klinkern an das Vorgängergebäude an.“ Die künftigen Mieter profitierten vom Ausstattungspaket und vom Raumservice: „Beide ermöglichen eine individuelle Wohnungsgestaltung ganz nach eigenen Vorlieben – ein echter Mehrwert, den es so bisher oft nur beim Erwerb von Wohneigentum gab.“

Der „Klinke-Bogen“ soll durch den geschwungenen Verlauf den Straßenraum vor der Klinke zu einem Vorplatz weiten, der das Denkmal (Gaststätte zur Klinke) als Orientierungspunkt am Ende der Sichtachse in den Vordergrund rückt und belebt. Aber wann geht es mit der „Klinke“ weiter? 1784 erbaut und seit 1983 unter Denkmalschutz, ist der einst so beliebte Treffpunkt der Unterrather seit 2007 geschlossen.

Feuchtigkeitsschäden am Außenmauerwerk und andere Mängel alarmierten 2014 Bauaufsicht und Denkmalschutz. Die verordneten Auflagen erfüllte der Eigentümer. Bis auf eine: Die Reparatur der eingeworfenen Fensterscheiben lehnt er ab, zog er vor Gericht. Das Verfahren läuft noch.

Eigentümer ist eine Firma des Kunstexperten und Immobilienentwicklers Gabriel Sulkowski (42), dem auch das gegenüber liegende Hotel Avidon gehört. Er finde keinen Pächter, der ihm 8.000 bis 10.000 Euro pro Monat nach dem Umbau zahle, erklärte er wiederholt. Denn rund zwei Millionen Euro kostet nach Expertenschätzung die denkmalgerechte Renovierung der „Klinke“ inklusive neuem Anbau mit Küche, Toiletten, Personalräumen sowie Biergarten.

Inzwischen steht die „Klinke“ im Internet zum Verkauf. Ein Immobilienmakler verlangt 630.000 Euro, ein anderer 690.000 Euro. Auf eine entsprechende SPD-Anfrage aus der Bezirksvertretung antwortete die Stadtverwaltung, diese Verkaufsabsichten seien ihr bisher nicht bekannt. Sie könne auch nicht eingreifen, da sich das „Objekt im privaten Eigentum befindet.“

Politiker fordern jetzt, dass die städtische Entwicklungsgesellschaft IDR die „Klinke“ einmal unter die Lupe nimmt. Vielleicht habe sie ja eine innovative Idee, wie man Gastronomie und andere Nutzungen unterbringe. Der Bürgerverein etwa würde hier gerne ein Museum einrichten.
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Udo Surmann aus Herten | 20.07.2015 | 18:12  
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