Rath: Auf alter Kirchenfläche entsteht neues Seniorenzentrum

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Ein Gotteshaus als Baustelle: Alfred Geibel, Ronald Vogel und Sabine Steinwender-Kroll (v.l.) in der Epiphanias-Kirche, die einem modernen Pflegeheim weicht. (Foto: Siegel)

Die Evangelische Oster-Kirchengemeinde hat ihr Grundstück an der Neuenhofstraße an den Caritasverband verkauft. Auf dem Gelände soll nun eine Altenpflege-Einrichtung und eine fünfzügige KiTa entstehen.

Aus einem Loch in der Wand bröckelt der Putz, die Orgel steht verstaubt unter dem Treppenaufgang und Baustellenband ersetzt ein Stück des Geländers. Der evangelischen Epiphaniaskirche in Rath sieht man an, dass die letzte Messe hier vor rund vier Jahren stattgefunden hat. Mit dem Verkauf des Gemeindezentrum an den Caritasverband Düsseldorf soll dem alten Gemeindezentrum neues Leben eingehaucht werden.

Auf der rund 6.500 Quadratmeter großen Fläche soll ein modernes Altenpflegeheim mit 80 bis 90 Plätzen entstehen, das ausschließlich über Einzelzimmer verfügt. Kleine, überschaubare Wohneinheiten sollen für eine familiäre Atmosphäre sorgen. Ergänzt wird die Altenhilfeeinrichtung durch eine Tagespflege mit etwa 20 Plätzen, die pflegende Angehörige tageweise entlasten wird.

Doch damit nicht genug: Der Caritasverband plant zudem die neue Errichtung einer Kindertagesstätte für fünf Gruppen als Familienzentrum, die künftig von der Diakonie betrieben wird. Der derzeitige Planungsstand sieht vor, auf dem Gelände zusätzlich behinderten- und seniorengerechte Wohnungen zu bauen. Deren Bewohner könnten dann nach Bedarf auf die örtlichen Pflege- und Hilfsangebote zurückgreifen.

Der evangelische Pfarrer Alfred Geibel ist froh, dass am Standort der Epiphanias-Kirche ein Projekt entsteht, das das soziale Leben im Stadtteil Rath fördert: „Das ist für uns die bestmögliche Verwendung“, so Geibel mit Blick auf die Kooperation zweier christlicher Träger in unmittelbarer Nachbarschaft mit Einrichtungen für Kinder und alte Menschen.

Auch für den Caritasverband bringt der Grundstückskauf in Rath viele Chancen mit sich. Denn im Jahr 2018 wird aufgrund veränderter Vorgaben des Landschaftsverbandes die Betriebserlaubnis für mehrere Caritas Altenzentren erlöschen. „Wir sind seit langer Zeit auf der Suche nach einem geeigneten Grundstück gewesen“, verrät Ronald Vogel, der Vorstandsvorsitzende des Caritasverbandes Düsseldorf, der in dem weitläufigen Grundstück Potential für Rath sieht: „Wir wollen alle, dass sich der Stadtteil auf dieser Fläche weiterentwickelt.“

Millionen-Investition

Dafür sollen hier insgesamt zehn bis zwölf Millionen Euro investiert werden. Ein Architektenwettbewerb soll noch in diesem Herbst die Möglichkeiten am Standort ausloten. Die Diakonie als Betreiberin der Kindertagesstätte wird an den Planungen beteiligt. Die gesamte bisherige Bebauung soll zugunsten einer attraktiven, modernen Einrichtung in mehreren Bauabschnitten abgerissen werden, die bis Ende 2015 stehen könnte.

Dem Neubau der dann fünfzügigen Kindertagesstätte als Teil eines Gesamtkomplexes sieht auch KiTa-Leiterin Sabine Steinwender-Kroll erwartungsfroh entgegen: „Wir schauen gemeinsam, wo wir mit dem Seniorenheim Berührungspunkte finden“, ist sie sich sicher, dass ein Miteinander von Jung und Alt „wechselseitig von Vorteil ist“.
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