Eziden fordern: Stoppt den Völkermord

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Die Eziden demonstrierten für die Freiheit. Sie forderten: Stoppt den Völkermord. Fotos: Jörg Terbrüggen

Es war eine friedliche Demonstration, ohne besondere Vorkommnisse. Und das ist bei dem Thema, um das es am Mittwoch auf dem Geistmarkt ging, längst nicht selbstverständlich. Die Ezidische Kultur-Gemeinde im Kreis Kleve hatte zu der Veranstaltung aufgerufen.

Der abgesperrt Bereich auf dem Geistmarkt füllte sich am frühen Mittwochabend immer mehr. Über 300 junge und ältere Menschen hatten sich hier versammelt, zum Teil eingehüllt in die Fahnen der Eziden. Kinder hielten Schilder hoch „Kindermörder ISIS“ oder „Kinder verdursten, Frauen vergewaltigt“. Auch T-Shirts mit der Aufschrift „Freiheit für Öcalan“ waren zu finden, darunter Flaggen mit dem Kopf des Anführers der PKK. Eine junge Dame hielt ein Plakat mit der Aufschrift „Stoppt den Völkermord“ hoch, daneben, ebenfalls eine junge Frau, ein Schild „PKK ist keine Terrororganisation - PKK rettet Leben.“
Aus den Lautsprechern erklang immer wieder Musik. Vor der Bühne hatten sich vier junge Mädchen in Burkas gekleidet und sich angekettet. Die Botschaft: Mädchen und Frauen werden verschleppt und später misshandelt. Nach über einer halben Stunde tat sich dann auch auf der Bühne etwas. Revse Akyel und Vedat Erzi verlasen Berichte über die Angriffe der IS und die ihrer Meinung nach Mitschuldigen aus der Türkei, die die Angriffe der Dschihadisten unterstützten. Die IS greife die Errungenschaften kurdischer Kulturen und Gesellschaften an.

Eine Religion wird missbraucht

Bürgermeister Johannes Diks sprach ebenfalls zu den Demonstranten. „Wenn heute die ezidische Glaubensgemeinschaft und auch Angehörige anderen Glaubens für den Frieden demonstrieren, möchte ich dies gerne unterstützen. Keine Religion legitimiert ein solches Vorgehen gegen Menschen. Hier wird eine Religion missbraucht, mit der sich Mörderbanden ein Recht nehmen, andere Menschen, die nicht in ihr Weltbild passen, zu ermorden.“
Auch Peter Hinze von der SPD ergriff das Wort. „Keiner kann die Augen davor verschließen, dass es hier um eine systematische Ausrottung und eine ethnische Säuberung von Eziden und Christen geht.“ Die Demonstration sei ein Zeichen der Solidarität mit den Menschen im Nordirak. Hinze bat die Bürger, nicht müde zu werden und zu spenden.
Anschließend setzte sich ein Demonstrationszug, begleitet von der Polizei, in Bewegung, der durch die Stadt zog, ehe auf dem Geistmarkt die Abschlusskundgebung stattfand.
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