Nachbarn besser kennen lernen

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Bilder (Betty Schiffer)
 

Am vergangenen Donnerstag wurden im Partycetrum Terhorst in Netterden neue Verbindungen zwischen Vereinen, Kunst- Kulutur und Städten zwischen Emmerich und Oude Ijsselstreek geschlossen.

emmerich/Netterden. Kaum einer der eingeladenen Gäste von niederländischer oder deutscher Seite hatte eine derart große Teilnahme an der Abendveranstaltung erwartet. Die Initiatoren Christa van Dee-Bosmann und Bürgermeister Johannes Diks hatten einige Wochen zuvor im Rathaus ein Gespräch darüber geführt, wie es eigentlich sein kann, dass trotz der verschwundenen Grenzen zwischen den beiden Gemeinden viel weniger Kontakt herrscht als es früher einmal der Fall war. Geschichtlich gesehen sind die beiden Gemeinden nämlich tatsächlich sehr stark verbunden gewesen.

Netterden gehörte eine lange Zeit zum Diakonat Emmerich und viele ältere Emmericher Bürger können sich noch gut an die Zeiten von damals mit Besuchen der Kirmes, vieler Bürgerfeste und Sportveranstaltungen erinnern. Damals gab es ja noch eine offizielle Grenze. Diese besteht heute nicht mehr, leider aber auch die Verbindungen zwischen den Gemeinden nicht. Dies zu ändern haben sich Johannes Diks und Christa van Dee-Bosman auf ihre Fahnen geschrieben, und auf beiden Seiten viele Vereine, Gruppen und Verbände zu diesem Abend eingeladen. „Wir wollen Verbundenheit neu erleben“, eröffnete Annemieke Bosmann, welche als „Moderatorin“ durch den Abend führte, die Veranstaltung. Für die gebürtige Niederländerin bestehen die Grenzen schon lange nicht mehr, da sie auf beiden Seiten arbeitet und auf deutscher Seite lebt.
Das Ziel des Abends sollte sein, den „Nachbarn“ besser kennen zu lernen und mehr miteinander zu unternehmen. Hierzu setzten sich die Vertreter der Vereinigungen von deutscher und niederländischer Seite nach einem kurzen Kennenlernen an mehrere Tische und überlegten, wo man gegebenenfalls ein paar Verknüpfungspunkte schaffen könnte. Die Anzahl der daraus resultierenden Vorschläge war enorm. Los gehen soll es schon am 27. April. Heinz-Jürgen Gorgs (Vorsitzender des Stadtverbandes der Schützen) möchte die Walburgis Gilde aus Netterden zum diesjährigen Stadtschützenfest einladen, um die „Schützenbrüder“ besser kennen zu lernen. Michael Rozendaal von den Kulturbetrieben Emmerich und Dr. Manon Look Braun vom InfoCenter hatten mit den niederländischen Kollegen die Idee, beispielsweise beim Fest der Kulturen am 27. und 28. Juli die niederländischen Nachbarn mehr mit zu integrieren.

Ein Chor hat schon Interesse bekundet

Hierzu hatte auch schon ein niederländischer Chor sein Interesse an einem Auftritt bei dieser Veranstaltung bekundet. Auch die möglichen Zusammenarbeiten im Bereich der Schulen wurden hier schon kurz diskutiert. So gibt es in der Gemeinde Oude Ijsselstreek bereits einige deutsche Kinder an der dortigen Schule. Am 21. September findet in Netterden der internationale Nachbartag statt. Hierzu gäbe es vielerei Möglichkeiten, sich zum Beispiel auf musikalischer oder sportlicher Ebene auszutauschen.
Beim Thema Sicherheit war Martin Bettray (Stadtbrandmeister Emmerich) sehr angetan von einem Projekt, das in Netterden schon mit großer Beteiligung läuft. Hier können sich Bürger freiwillig melden und sich ausbilden lassen, um im Falle von Herzerkrankungen bei Nachbarn oder Mitbürgern als Ersthelfer einzuspringen. „Ein solches Projekt gibt es in Deutschland meines Wissen nach noch nicht, und wir wollen nun versuchen, ob so etwas bei uns auch realisierbar ist. Dazu werden wir Kontakt mit einem Notarzt aufnehmen und sehen ob wir dieses Projekt auch in Emmerich umsetzen können,“ so Martin Bettray. Die Altersheime wollen sich gegenseitig besuchen, um zum Beispiel mit den Menschen im Willikensoord wieder ein wenig platt zu sprechen. Hier wurden auch Auftritte der Chöre im Altenheim oder Besuche einiger Konzerte in Netterden mit den Bewohnern besprochen.

Große Teilnahme von beiden Seiten

Insgesamt haben circa 50 Leute an diesem Abend teilgenommen. „Ich hatte so viele Leute nicht erwartet“, teilte Johannes Diks mit. „Wir wissen einfach viel zu wenig voneinander. Dabei haben wir mit anderen Gemeinden wie Montferland bereits sehr gute Kontakte. Dies soll nun auch in Richtung Netterden besser werden, und ich bin sehr zuversichtlich nach diesem Abend“, so Diks. Um das ganze auch nachhaltig weiter zu verfolgen werden in einigen Wochen E-Mails an alle Beteiligten gesendet, um nachzufragen was besprochen und was eventuell schon umgesetzt wurde.

Auf der Homepage www.netterden.net besteht beispielsweise für Vereine die Möglichkeit, sich dort zu registrieren, ihre Veranstaltungen zu hinterlegen oder diese Verlinken zu lassen. „Gerade im Bereich Fußfall und Musik wäre es für die Jugend schön wenn wir hier mehr Verknüpfungspunkte schaffen könnten“, so Christa van Dee.
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