Vier Stahlbrückenträger über die Bahn eingelegt

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Der erste von vier Stahlträgern der neuen Eisenbahnüberführung an der Baumannstraße lag Freitagmittag auf seinem Platz. Foto: WachterStorm

Kranfahrer Peter Heyl hatte es sich in seinem Sitz gemütlich gemacht, wartete nur noch auf das Okay des Statikers. Um 13.04 Uhr hob sich dann die erste von vier Stahlträgern in die Luft. Punktgenau steuerte sie der erfahrene Kranfahrer genau auf die dafür vorgesehenen Brückenköpfe. So etwas nennt man wohl Punktlandung.

Für Peter Heyl war der Job am Freitagmittag an der Baqustelle auf der Baumannstraße nichts außergewöhnliches. Seit 29 Jahren erledigt er knifflige Aufträge mit Bravour. Allerdings sagt er auch: "Auf Gefahren muss man immer achten. Du musst die komplette Umgebung im Auge haben." Natürlich war es hier von großpem Vorteil, dass die Bahnstrecke in diesem Abschnitt ab Wesel für den Zugverkehr komplett gesperrt war. So konnten die Brückenarbeiten ungehindert über die Bühne gehen.
Bereits am Donnerstag waren die vier Stahlträger mit einer Länge von jeweils 21 Metern mit zwei Schwerlasttransportern zur Baustelle gebracht worden. Neben den Tragelementen für die Brücke wurden auch neun Querträger zur Befestigung (insgesamt mit einem Gewicht von 3,2 Tonnen) und 18 Stahlbetonfertigteilplatten (eine hat ein Gewicht von 3,2 Tonnen) angeliefert. "Das Wetter haben wir extra dazu bestellt", bemerkte Kerstin Verbeet von der Deutschen Bahn bei der Ankunft der zahlreichen Journalisten. Auch von Seiten der Stadtzverwaltung waren neben Bürgermeister Johannes Diks und dem Beigeordneten Dr. Stefan Wachs einige Mitarbeiter vor Ort, um dem Schauspiel beizuwohnen.
Bevor überhaupt etwas passieren konnte, kontrollierte erst einmal der Statiker die Brückenwiederlager. Stimmt die Ausrichtung? Sitzen auch alle Schrauben und passt vor allem die Auflagefläche? Sicherheit geht hier über allem, schließlich wäre es fatal, wenn einer der Träger abrutschen würde, weil das Bauwerk vorher nicht überprüft wurde. Doch hier war alles in Ordnung und so hob der Kran mit seinem auf 36 Meter ausgefahrenen Arm die Stahlträger einem nach dem anderen in die Luft und setzte sie sanft auf dem Widerlager ab. Neun Querträger wurden anschließend zur Befestigung auf das schachbrettartige Gefüge gesetzt, es folgten bis in die Nacht hinein die 18 Stahlbetonfertigteilplatten.
Für die Betonbauteile haben die Arbeiter bis Samstagmorgen Zeit. Denn anschließend sind noch zeitaufwendige Filigran- und Anschlussarbeiten geplant. Schalungsarbeiten am Brückenwiederlager müssen ebenso während der Sparrpause des Zugverkehrs erledigt werden wie Bewehrungsarbeiten an den Trägern. Nahezu rund um die Uhr wird gearbeitet, damit am Montagmorgen um 4.30 Uhr die Strecke wieder frei gegeben werden kann. Bauleiter Hans-Dieter Lukas war begeistert. "Es war für mich noch ein Geburtstagsgeschenk. Ich bin am Mittwoch 60 geworden", strahlte er. Und wie geht es jetzt weiter? "Lukas: "Im ersten Quartal 2016 werden wir 18.000 Kubikmeter Boden auffahren. Dieser wird schichtweise aufgetragen, wodurch Wasser herausgepresst wird. Das geschieht, weil sich sonst der Damm ausbreiten würde." Messinstrumente im Damm verfolgen dieses Prozedere.
Mit dem Boden wird die rund 360 Meter lange Rampe auf beiden Seiten der Bahn angeschüttet. "Das soll bis Mitte nächste Jahres fertig sein", bemerkte Jochen Kemkes von der Verwaltung. An der höchsten Stelle wird der Damm dann sechs Meter hoch sein. Dann kann der Bahnübergang Baumannstraße vom Verkewhr benutzt werden und der Übergang Kerstenstraße wird geschlossen.
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