Sparkassen Emmerich, Kleve und Straelen fusionieren

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Horst Balkmann (links) wird dem neuen Vorstand nicht mehr angehören. Aber wie zeigt er doch so schön: es geht weiter.
Die Spatzen pfiffen es schon länger von den Dächern, nun ist es amtlich: die Stadtsparkasse Emmerich-Rees wird mit den Sparkassen der Stadt Kleve und Straelen fusionieren. Der Rat stimmte dem am Mittwoch mehrheitlich zu.

Seit mehreren Monaten schon hatte es dies- und jenseits des Rheins intensive Beratungen sowohl auf politischer als auch auf Seiten der Sparkassen gegeben. Mit immerhin 58 Prozent ist die Stadt Anteilseigner an der Sparkasse, die Stadt Rees mit 22 Prozent. Doch einfach so konnte die Fusion nicht durchgewunken werden. Immerhin legt die Stadt Emmerich 12,81 Millionen Euro als Eigenkapitalaufstockung Ende 2018 nach.
"Damit ermöglichen wir der Sparkasse auf Augenhöhe ins Rennen zu gehen", bemerkte Bürgermeister Peter Hinze. "Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht und es hat mich zahlreiche schlaflose Nächte gekostet. Aber die Stadtsparkasse ist der zehntgrößte Arbeitgeber (185 Mitarbeiter) in Emmerich. Hier haben wir auch eine gewisse Verpflichtung." Und das nicht nur gegenüber den Mitarbeitern. Immerhin schüttet das Unternehmen jährlich rund eine Viertelmillionen Euro an ihre Stiftungen aus.
"Hätten wir dieser Fusion nicht zugestimmt, hätten 60 bis 80 Mitarbeiter die Sparkasse verlassen müssen. Die fünf Filialen wären nicht mehr zu halten gewesen, die Stiftungen wären sofort eingestellt und wir als Träger enteignet worden." Durch die Fusion bleiben die Stiftungen erhalten und es kommt nur zu 20 Stellenstreichungen, deren auslaufende Verträge nicht mehr verlängert werden. Natürlich belastet die Kapitalaufstockung massiv den Emmericher Haushalt. Kämmerer Ulrich Siebers: "Das erhöht deutlich unseren Schuldenstand um etwa 180.000 Euro pro Jahr."
Allerdings sind die Zinsen momentan auf einem niedrigen Stand und die Städte haben den Wunsch geäußert, dass es eine jährliche Gewinnausschüttung geben soll. Dann aber hält die Stadt Emmerich nur noch 13,3 Prozent der Anteile, Rees nur 1,5. Der Kreis ist mit 50,3 Prozent größter Anteilseigner, die Stadt Kleve hält 15,1 und Straelen 13,8 Prozent. Dennoch sieht Hinze Emmerich gut aufgestellt. "Emmerich ist ja kein uninteressanter Markt. Wir haben eine gesunde Wirtschaft und einige Weltmarktfirmen vor Ort. Außerdem ist die Stadtsparkasse keine Pleitebank sondern sehr aktivlastig unterwegs."
Die Vorstandsfragen sind übrigens bereits geklärt. Horst Balkmann wird dem neuen Vorstand nicht mehr angehören, allerdings, so war zu vernehmen, wird Emmerich darin schon vertreten sein. Ende August werden wohl alle Unterschriften unter den entsprechenden Papieren stehen und dann kann die neue Bank an den Start gehen.
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