Allein unter Männern: Lea Schüller ist angehende Wirtschaftsingenieurin

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Auszeiten müssen sein: Lea Schüller mal ganz relaxed. Foto: privat

Allein unter Männern? Mit dem anderen Geschlecht hat Lea Schüller kein Problem. In ihrem Berufsleben wird es die angehende Wirtschaftsingenieurin mit einigen von ihnen zu tun bekommen. Kein unbekanntes Terrain, kann die gebürtige Krefelderin abwinken. Bis vor fünf Jahren war die 19-Jährige eine der Leistungsträgerinnen in einer Jungenmannschaft.

Beim Hülser SV hat die Angreiferin ihr Talent unter Beweis gestellt. Seit 2012 ist Lea Schüller Schönebeckerin. Sportlich gesehen, denn bis heute hat die Bundes- und Nationalspielerin ihren privaten Lebensmittelpunkt in Krefeld. An der Ardelhütte hat die 1,73 Meter große Blondine eine rasante Entwicklung hingelegt.

Schwere Verletzung

Seit knapp drei Jahren ist sie im Bundesliga-Team der Revierstädterinnen. Doch schon als 17-Jährige sammelte sie erste Spielminuten im Oberhaus der Liga. Und auch in den Juniorennationalteams plant der DFB fest mit der jungen Krefelderin. 2014 nahm Schüller mit der U17-Nationalmannschaft an der Weltmeisterschaft in Costa Rica teil. In allen drei Gruppenspielen kam die Stürmerin zum Einsatz. Inzwischen kickt die 19-Jährige in der U20. Mit ihrem Einsatz im WM-Auftaktspiel gegen Venezuela im November letzten Jahres sind wunderbare, aber zugleich auch die bittersten Erfahrungen ihrer noch jungen Karriere verbunden. Schüller verletzte sich schwer, kurz nachdem sie mit ihren Mannschaftskameradinnen ihr Tor zur 3:0-Führung gegen die Südamerikanerinnen bejubelt hatte. Just in dem Moment, als sie aus aussichtsreicher Position erneut Maß nehmen wollte, verdrehte sich das rechte Standbein. Die Patellasehne im Knie wurde beschädigt. „Ich hab’ sofort gemerkt, dass etwas kaputt gegangen ist. Die Kniescheibe sprang raus, das waren richtige Schmerzen“, erinnert sich Schüller später in einem Interview an den Schreckensmoment.

Ehrgeizig ins Team zurückgearbeitet

Die Saison schien gelaufen. Es folgten OP, Reha und erste behutsame Trainingseinheiten. "Ich möchte auf jeden Fall in der Rückrunde wieder fit werden und spielen", so das erklärte Ziel der 19-Jährigen schon kurz nach dem Eingriff. Ehrgeizig hat sich die Krefelderin wieder herangearbeitet. Dass ihr die Zeit trotz der sportlichen Zwangspause ganz sicher nicht lang geworden ist, dafür sorgten schon Dozenten und Professoren ihrer Hochschule. Die fordern - ebenso wie Trainer Daniel Kraus auf dem Platz - im Studium konstant gute Leistungen von der angehenden Wirtschaftsingenieurin. Und wer weiß, vielleicht wird Lea Schüller dann irgendwann einmal mit dem Abschluss in der Tasche etwas für die Frauenquote tun. Damit sich auch Ingenieurinnen nicht mehr ganz so allein fühlen - unter lauter Männern.
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