Auf glattem Parkett

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Immer donnerstags trafen sich die Schüler zum freiwilligen "Knigge-Kurs". Fotos: Heuer

Einst in die Mottenkiste verbannt, erleben Umgangsformen eine Renaissance. Gutes Benehmen gehört heute zu den sogenannten Soft Skills.Wer sie nicht beherrscht, fällt unangenehm auf – und das kann schon mal nicht nur den lang ersehnten Job kosten.

Während eines zehnwöchigen Kurses führte Thomas Püttmann-Lentz, Leiter der Essener Tanzschule Lentz, Schüler des Theodor Heuss Gymnasiums in die hohe Benimm-Schule ein. Jeweils donnerstags Nachmittag vermittelte der IHK-geprüfte Knigge-Coach Spielregeln der modernen Kommunikation, Körpersprache und die Regeln der Begrüßung.
Hinzu kamen Themen wie Small Talk, Gesprächsführung, das richtige Outfit, Farbberatung und natürlich Krawattenbinden. Der Restaurantbesuch mit perfektem Menü mit entsprechend gedecktem Tisch rundeten den freiwilligen Kurs ab.
„Uns hat das viel Spaß gemacht“ sind sich die Schüler während des Empfangs vor dem finalen Abschlussessen im Restaurant Hudson an der Rü einig. „Und außerdem ist es wichtig, mal zu wissen, wie man sich richtig benimmt.“ Einiges kannten die Schüler natürlich von zu Hause, andere Dinge waren ihnen dann doch fremd. Die „lockere Atmosphäre“, in der ihr Coach die wichtigsten Regeln vermittelte, schätzten die Schüler sehr.
Neben der Theorie fanden auch die praktischen Teile großen Anklang: „Ich kann inzwischen anderen Menschen sehr viel eleganter aus dem Mantel helfen als vorher“, erzählte ein Schüler mit einem verschmitzten Lächeln.
Und am Ende erhielten die Schüler noch ihr Zertifikat, das ihnen die Teilnahme an dem kostenpflichtigen Kurs bescheinigt. „Nach unseren Erfahrungen kommen die Zertifikate bei Arbeitgebern gut an“, erklärte der Knigge-Coach, der auch vom Arbeitskreis Umgangsformen International (AUI) zertifiziert ist.

"Kein Handy auf dem Tisch."
Bevor er die Schüler zum Platz nehmen an den langen Tafeln aufrief, erinnerte er noch einmal kurz an einige Spielregeln: „Kein Handy auf dem Tisch.“ Die „Kommunikationskiller“ signalisierten dem Gegenüber die Botschaft: „Du bist mir völlig egal“. Und das passt nicht zu einem Abschlussdinner. Auch an die gegenseitige Rücksichtnahme und Höflichkeit beim Setzen erinnerte der Coach noch einmal. „Die Arme werden nicht aufgestützt und es wird beim Essen nicht geschaufelt“, erklärte er ein letztes Mal, um die Schüler dann an die festlich eingedeckten Tische zu bitten. Empfang mit Small Talk vor dem Abschlussdinner.
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