Unter den Wolken ...

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Theo schwebt langsam der Villa Hügel entgegen.
 
Maximal sieben Fluggäste können mitfliegen - ein Fensterplatz ist garantiert.

Mit Zeppelin Theo über Essen grandiose Einblicke erleben: Klaus Orben weist seine Crew ein und schaut in den Himmel über der Landebahn des Mülheim/Essener Flughafen. Dort kommt „Theo“ langsam angeschwebt.

Orben positioniert sein Team: zehn Mann für die Seile und vier weitere für die Gondel. Dann brummen auch schon die beiden je 210 PS-starken Motoren auf: Der Zeppelin der WDL setzt wenige Meter von der Luftschiffhalle am Rand des Flughafens auf dem Rasen zur Landung an. Routiniert greifen die zwei je fünfköpfigen Teams die herunterhängenden Seile, die beiden Zweierteams eilen zur Gondel. Als „Theo“ fixiert ist, öffnet einer aus der Gondel-Mannschaft die kleine Tür, klappt die Leiter herunter. Die sieben Passagiere verlassen das Luftschiff, während Pilot Frank Luderer die Szenerie genau beobachtet. Die neuen Gäste warten etwas abseits auf das Signal zum Einsteigen. Immer zwei gehen schnell auf die Gondel zu, steigen nacheinander ein – dann folgen die nächsten Reisenden – wie zuvor sieben an der Zahl. Mehr Passagiere fasst die Gondel nicht. Die neuen Gäste nehmen schnell auf den Flugzeugsitzen Platz und schnallen sich an. Genau wie Christian Beineke es kurz vor dem Start in den Kuben der WDL-Verwaltung es erklärt hatte. Angst vor dem Fliegen hat hier niemand.
Flugkapitän Luderer gibt Gas, die beiden Continentalmotoren rotieren und lassen die Sitze leicht vibrieren. Wie immer startet der Zeppelin gegen den Wind, heute in Richtung Duisburg, und gewinnt gemächlich an Höhe. Durch die großen Fenster eröffnet sich ein fast Rundumblick – man weiß gar nicht, wohin man zuerst schauen soll. „Wo wollt ihr hin“, ruft Luderer den Gästen zu – noch müssen die Motoren volle Leistung bringen und sind gut durch das geöffnete Fenster des Piloten zu hören. „Nach Hattingen“, schallt es von vier Passagieren zurück. Die beiden anderen Gästen vom Niederrhein nicken schweigend. Luderer dreht mächtig an dem hölzernem Rad, mit dem das Höhenruder bewegt wird. „Theo“ nimmt Kurs auf die Ruhrtalbrücke, die sich im beginnenden Abendlicht in voller Breite von ihrer besten Seite zeigt.


Auf in Richtung Kettwig und Werden

„Dahinten liegt Köln, man kann sogar den Dom sehen“, sagt der Kapitän – aber da ist dann wohl doch etwas Luftschifffahrtsgarn im Spiel. „Rechts von uns sieht man Düsseldorf“, fährt Luderer fort. „Jetzt haben wir eine echt gute Sicht, besser als heute Nachmittag.“
Die elegante „Zigarre“ schwebt auf Werden zu, schwenkt in Richtung Baldeneysee. In luftiger Höhe passieren wir die Schleuse, blicken auf die Villa Hügel und den Hafen der Weißen Flotte, um weiter in Richtung Hattingen zu fliegen. Aufmerksam blickt der Pilot in die Runde, betrachtet seine Instrumente und greift auch schon mal zum Fernglas. Zeppelinkapitäne steuern auf Sichtflug.
Von Mai bis Oktober bietet die WDL in Mülheim bei schönem Wetter die Passagierflüge an. Doch schönes Wetter heißt dabei nicht nur Sonnenschein, sondern auch geringe Windgeschwindigkeiten, die rund 30 Stundenkilometer nicht überschreiten dürfen. Immerhin muss die Bodencrew das 60 Meter lange Luftschiff beim Ein und Aussteigen ruhig halten. Und die über 2000 Quadratmeter große Ballonhülle mit einem Volumen von 7200 Kubikmetern bietet viel Angriffsfläche für Wind. Dank der hohen Gasdichtigkeit verliert die spezielle Kunststoffhülle kaum etwas vom teuren und nicht brennbaren Helium.
„Nach meinen Berechnungen, erreichen wir jetzt Hattingen“, ruft der Kapitän nach hinten – vier nickende Köpfe bestätigen das. Luderer fliegt noch ein wenig über der Stadt, dann dreht er in Richtung Sonne ab. Ein letzter Blick auf den Kemnader See. Hier aus der Höhe sieht man erst das viele Grün, das inner- wie außerhalb der Ruhrstädte zu dominieren scheint – natürlich nicht in der Essener Innenstadt mit dem nun sichtbaren Rathaus. Weiter geht es der Sonne und den Mülheimer Iduna-Hochhäusern entgegen. In der Ferne liegen Oberhausen und Duisburg. Zwischen den Städten leuchten überall die gelben Rapsfelder neben den fast weißen folienbedeckten Spargelflächen.
Luderer dreht ab, es geht zurück zum Flughafen. Wieder dreht der Kapitän kräftig am Rad, noch einmal heulen die Motoren auf: Dann ist es still. Wir sind am Boden – jeder hätte noch Stunden oben bleiben können … . 


Weitere Infos unter : http://www.wdl-worldwide.de/index.php/das-luftschi...
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