Die Carl-Funke-Schule ist auf den Hund gekommen

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Carlo mischt sich gern unter „seine“ Kinder der Carl-Funke-Schule - hier die Mädchen und Jungen der Klasse 1c. Foto: ms
 
Zu St. Martin haben die Kinder der Klasse 1c farbenfrohe Carlo-Laternen gebastelt. Foto: ms
Essen: Carl-Funke-Schule |

Klein, wuselig, kuschelig und unfassbar süß. Würde man einen Steckbrief über Carlo schreiben, kämen die genannten Attribute gewiss darin vor. Und Carlo hat sogar so etwas wie ein Amt inne: Er ist Schulhund an der Carl-Funke-Schule.

Seit fünf Wochen fährt Carlo jetzt immer morgens zusammen mit Claudia Prinz-Busch zum Baderweg in Heisingen. Sein Frauchen ist Rektorin der dortigen Grundschule. „Es ist 17 Jahre her, seit unsere Afghanen-Hündin starb. Eigentlich wollte ich erst wieder einen Hund anschaffen, wenn ich pensioniert bin.“
Eigentlich... dachte die Schulleiterin aber auch immer wieder über die Idee eines Schulhundes nach. „Eine relativ neue Richtung an den Schulen. Wobei eine Kollegin von mir an der städtischen evangelischen Grundschule in Velbert schon seit drei Jahren einen Schulhund hat. Anderswo gibt es z.B. Klassenhunde.“

Bewusste Entscheidung für einen kleinen Hund


Irgendwann war dann klar, die Carl-Funke-Schule sollte auch einen Schulhund bekommen. Klein sollte er sein, nicht haaren und die Kinder sollten keine Angst vor ihm haben. Die Schulkonferenz gab grünes Licht und die Wahl fiel auf Carlo, den bezaubernden Bolonka-Zwergpudel-Mischling. Der zierliche Rüde, 17 Wochen jung, wird nicht mehr viel größer und seinen Namen hat er wie die Schulmaskottchen - die beiden Mäuse Carli und Carline - natürlich Carl Funke zu verdanken.
Bevor das kleine Wollknäuel Schulhof, Flur und Klassenzimmer entern konnte, hat es selbst erst einmal zwar nicht die Schulbank gedrückt, aber die Welpenschule absolviert.
Der kleine Lehrer auf vier Pfötchen verbringt seine Zeit im Büro von Claudia Prinz-Busch, wenn diese sich dort aufhält. „Wenn ich in eine Klasse zum Unterrichten gehe, kommt er mit.“ Immer dabei: Carlos „fliegender“ Teppich. Klein, rund, transportabel und heißgeliebte Kuschelunterlage für den Welpen. „Wenn Carlo sich auf seinen Teppich legt, dann ist klar, er möchte seine Ruhe haben. Das respektieren alle Kinder“, erzählt die Rektorin.
Nach den ersten Wochen zieht sein Frauchen ein durchweg positives Fazit: „Ich habe es mir anfänglich schwieriger vorgestellt. Aber das war es überhaupt nicht.“ Carlo hat die Carl-Funke-Schule und ihre Menschen im Nu erobert. „Er kennt alle, den Hausmeister, die Sekretärin, die Lehrer und die Schüler.“ Und alle lieben Carlo. „Besonders toll ist das für die Kinder mit dem Herzenswunsch ‚Hund‘“, berichtet Claudia Prinz-Busch. „Es kamen Kinder auf mich zu, die sagten ‚Ich wollte schon immer einen Hund haben und bin so froh, dass Carlo jetzt da ist!‘“.

Viele positive Effekte


Carlos Anwesenheit hat viele positive Effekte. Er sorgt z.B. für Gesprächsstoff: „Kinder, die selbst einen Hund haben, kommen zu mir und geben mir Tipps“, freut sich Claudia Prinz-Busch.
„Zu Kindern mit Konzen­trationsschwierigkeiten oder solchen in Therapie gibt es durch Carlo einen ganz neuen Zugang. In den Klassen ist es außerdem viel ruhiger und im Treppenhaus gibt es keine Rennerei mehr. Die Kinder wissen ja, Carlo könnte irgendwo herumlaufen und getreten werden. Die Rücksicht ist immer da.“
Offenbar ist Carlo ein echter Mini-Pädagoge. „Er fördert das Verantwortungsgefühl Lebewesen gegenüber in jedem Fall. Und allein sein weiches Fell zu streicheln, tut allen gut, auch den Lehrern“, schmunzelt die Schulleiterin.
Der kleine Rüde bekommt Geschenke in Form von Leckerlis von den Kids und zu St. Martin haben die Mädchen und Jungen der Klasse 1c bunte Carlo-Laternen gebastelt.
Sein Frauchen erzählt augenzwinkernd: „Früher haben die Kinder immer ‚Frau Prinz-Busch‘ gerufen, jetzt rufen sie nur noch ‚Carlo!‘. Ich bin wohl abgemeldet.“
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