Anja Schwien weiß, wie man mit Pferden richtig kommuniziert

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Aufmerksam betrachtet Momo die Körpersprache von Anja Schwien. Sie kneift die Augen zusammen, baut sich auf. Momo geht rückwärts und der Pferdecoach entspannt sich.

Allein mit ihrer Körpersprache kann die Velberterin Anja Schwien, die ihr Pferd auf dem Kupferdreher Gutshof Reul Kallenberg untergebracht hat, ihr neunjähriges Quarter Horse lenken und leiten. Es wirkt ein bisschen wie Zauberei, aber der erfahrene Pferdecoach greift auf eine ganz natürliche Kommunikationsform zurück.
Wie schon viele andere Pferde in Anja Schwiens Besitz, kam Momo als „Problempferd“ zu ihr. Er war sehr schreckhaft. Davon ist jetzt nichts mehr zu sehen. Nicht nur das, mittlerweile ist Momo sogar Sankt-Martins-Pferd geworden.
Viele Reiter kommen mit ihren „Problempferden“ zu Anja Schwien, in der Hoffnung, dass sie wieder weniger schreckhaft werden oder sich besser satteln oder verladen lassen. „Dabei ist das Pferd an sich perfekt, wir müssen ihm nur helfen, sich in unserer Welt zurecht zu finden.“ Dafür muss das Tier jedoch klar geleitet und geführt werden. Oftmals scheitert es an der Umsetzung. „Pferde sind sensible Tiere, sie sind das Spiegelbild des Menschen.“
Viele Pferdebesitzer gehen unsicher mit ihrem Tier um. „Ich muss aber klar mit mir selbst sein. Wenn ich selbst schon nicht sicher bin, dann wird mir mein Pferd auch nicht hinterherlaufen, es ist ja ein Fluchttier.“ Anja Schwien übernimmt bei Momo ganz klar die Führungsposition. Sie sagt, was zu tun ist und durch die klare und deutliche Haltung klappt die Kommunikation zwischen Mensch und Pferd auch problemlos. „Es darf dem Pferd nicht langweilig werden, aus unseren Übungen mache ich ein Spiel, baue immer wieder etwas Anderes und Neues ein, damit Momo wach und aufmerksam bleibt.“ Kommt er dennoch mal ins Träumen, macht Anja Schwien ihn wieder wach. „Der Umgang ist nicht immer nur nett und freundlich. Aber es sollte ihm klar sein, dass es besser ist, aufzupassen“. Bei einem Pferd von 800 Kilo sollte klar sein, dass der Mensch das Leitpferd ist.
Und so muss sie nur ihren Finger in der Luft kreisen lassen, damit Momo eine Volte läuft. Mit Körperspannung und -entspannung, Mimik und Gestik funktioniert die Interaktion zwischen Anja Schwien und ihrem Pferdepartner auch wortlos. Die gelernte Reisekauffrau ist mittlerweile seit vielen Jahren vollberuflich Pferde- und Menschencoach. Ihre Aus- und Weiterbildung im Horse-man-ship konnte sie teilweise sogar an der Seite von Pat Parelli genießen. Unter „Führung mit Herz“ leitet sie Menschen an, eine gute Beziehung zu ihren Tieren aufzubauen und Freude am Umgang mit dem Tier zu haben. „Dabei kann man auch lernen, ‘nein‘ zu sagen. Ein ‘Nein‘ ist manchmal sehr wichtig, um ‘ja‘ zu sich selbst zu sagen.“
Viele Ratschläge und Tipps der Pferdeexpertin finden sich auch in ihrem neuen Buch „PferdeFühren mit Herz und Verstand.“
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