Hypnose ist keine Zauberei

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      Eichendorf: Hypnoseakademie | Die Macht der Hypnose begeistert viele Menschen. Andere beäugen den Einfluss auf das Unterbewusstsein äußerst kritisch. Und während Skeptiker argwöhnen, dass die Teilnehmer an Show-Hypnosevorstellungen gekauft sein müssen, fürchten andere düstere, übersinnliche Fähigkeiten. Wolfgang Künzel gehört seit Jahrzehnten zu den Koryphäen auf dem Gebiet der Hypnose. Er gibt sein Wissen bei den Seminaren der Hypnoseakademie an Interessierte weiter. Bisher haben mehr als 3.000 Seminarteilnehmer die Kurse besucht. Hypnose ist keine spirituelle Gabe, sondern für jedermann erlernbares Handwerkszeug. Genutzt werden kann es sowohl im therapeutischen Bereich als auch auf der Bühne bei eindrucksvollen Shows. Diese interessante Erfahrung kann man beim Grundseminar in zwei Tagen machen und das Erlernte anschließend bei Bedarf in Aufbaukursen vertiefen.

Wer erfolgreich hypnotisiert, wird damit zum Mittelpunkt jeder Party - entweder um es zu erklären oder um es gleich auszuprobieren. Doch was hat es mit der Hypnose auf sich? Das erfahren die Kursteilnehmer der Hypnoseakademie an zwei abwechslungsreichen Seminartagen in den Räumen der Akademie im niederbayerischen Eichendorf oder in Hotels in verschiedenen Großstädten. Schulungsleiter Wolfgang Künzel begrüßt die Kursteilnehmer mit einem strahlenden Lächeln. Überzeugte. Neugierige. Skeptiker. Das Feld der Teilnehmer ist so bunt wie ihr Hintergrund. Während die einen ihre Anfängerkenntnisse vertiefen möchten, wünschen sich andere Hypnose als neues Angebot für ihre Patienten. Wieder andere zweifeln, ob es überhaupt funktioniert und müssen erst einmal davon überzeugt werden. Noch vor der Vorstellungsrunde erklärt Wolfgang – beim Hypnoseseminar sind alle per „Du“ – um was es an den nächsten zwei Tagen gehen wird. „Ich erspare euch den ganzen Müll“, frotzelt er und verspricht viel Praxis und wenig Theorie. Einleiten. Vertiefen. Fraktionieren. Auflösen. So einfach ist Hypnose. Doch nur, wenn man weiß, wie es funktioniert. Doch nicht nur die Technik steht auf dem Programm. Wolfgang Künzel spricht auch über Möglichkeiten und Risiken der Hypnose und verspricht zum Seminarausklang Hypnose nur mit Gedankenkraft zu zeigen.

18 Teilnehmer haben sich für das Seminar entschieden, darunter Ärzte, Physiotherapeuten und Heilpraktiker, die ihre Patienten mit Hilfe der Hypnose behandeln möchten. Sportmediziner Horst plant das neue Wissen bei der Schmerztherapie seiner Patienten einzusetzen, da viele klassische Medikamente bei Leistungssportlern als Doping gelten würden. Während Unternehmer Daniel nur mal „die Nase reinstecken“ möchte, ist das Grundseminar für andere nur der Anfang einer einwöchigen Ausbildung zum Hypnosecoach. Für diese haben sich nicht nur Georg und Romana aus der Wellness-Branche entschieden, sondern auch Nezihi, der extra aus Ankara angereist ist, um sein psychologisches Wissen um Hypnose zu ergänzen. Mit Bauingenieurin Birgit ist auch eine echte Skeptikerin dabei. Ihr Beruf beruhe auf dem Gegenteil von Hypnose, erklärt sie mit einem Schmunzeln.

Im Seminar stellt Wolfgang Künzel zunächst die Voraussetzungen für erfolgreiche Hypnose dar. Ein guter Hypnotiseur ist selbstbewusst, vertrauenerweckend und einfühlsam. Außerdem ist er verantwortungsbewusst und achtet auf den guten Geschmack und das gültige Recht und vermeidet unnötige Gefahren. Wichtigste Vorraussetzung sei jedoch die nötige Intelligenz, um mit dem Unterbewusstsein der anderen umzugehen, das alles wortwörtlich versteht. Dazu bedarf es klarer Sätze und direkter Anweisungen. „Ich möchte aus euch Hypnotiseure machen“, kündigt Wolfgang Künzel an und verspricht seinen Seminarteilnehmern, dass nahezu jeder es lernen kann. Auf die Geschichte der Hypnose wirft Wolfgang Künzeln nur einen kurzen Blick bevor er die praktische Anwendung erklärt. Dabei geht es nicht nur um den Verlauf einer Hypnosesitzung in der Therapie, sondern auch um die verschiedenen Wege einen Trancezustand einzuleiten. Im Seminar vorgestellt werden Blitzinduktion, Fixation und energetische Techniken. Außen vor bleiben zeitaufwändige Techniken wie Hypnose durch Konfusion oder einschläfernde Geschichten. Nach Hinweisen zu den Hypnosestadien und zum sicheren Auffangen einer in Trance fallenden Person, führt Wolfgang Künzel die erste Technik vor.


Bei der energetischen Blitzhypnose greift der Hypnotiseur mit einer Hand in die Aura der zu hypnotisierenden Person. Während er einen Suggestionstext spricht, sinkt der Hypnotisand tiefer und tiefer und fällt im Idealfall schon nach kurzer Zeit in Trance. Gerade für Einsteiger kann es dabei hilfreich sein, eine passende Musik laufen zu lassen, doch prinzipiell ist diese für den Erfolg der Hypnose nicht entscheidend. Ist die Person in Trance, gilt es diese schnell zu vertiefen. Wie gut das gelingt hängt genau wie der Erfolg der Hypnose überhaupt von der Bereitschaft der Person ab, sich fallen zu lassen und zu vertrauen. Denn während bei leichter Trance wie im Wachzustand ein hohes Maß an Kritikfähigkeit vorhanden ist, nimmt dies mit zunehmender Tiefe der Trance immer weiter ab. Auch das Zeitgefühl reduziert sich mit der Tiefe der Trance. „Deine Gedanken kommen und gehen. Du hältst keinen Gedanken fest“, suggeriert Wolfgang Künzel. Wie tief eine Person bereits in Trance ist, kann man bei der sogenannten Fraktionierung testen. Dabei lässt man zum Beispiel einen Arm durch das Anheften eines nur im Kopf des Hypnotisanden existierenden gasgefüllten Ballons nach oben steigen. Je leichter und höher der Arm steigt, umso tiefer ist der Trancezustand. Minuten nach der Einführung verteilen sich die Teilnehmer überall im Raum und üben in Dreiergruppen ihre erste Hypnosetechnik. Einer hypnotisiert, einer wird hypnotisiert und einer fängt. Schnell erreichen fast alle Gruppen erste Erfolgserlebnisse und beobachten fasziniert das Flattern der Augenlieder der hypnotisierten Kursteilnehmer.

Im nächsten Schritt erklärt Wolfgang Künzel was man mit der hypnotisierten Person tun kann. So zeigt er, wie man der Person suggeriert, dass ihr in die Luft gestreckter Arm nicht mehr gesenkt werden kann. Später präsentiert er einen anderen Suggestionstext, der mit symbolischem goldenem Licht Kraft und Wohlbefinden schenkt. Auch dies probieren die Teilnehmer in wechselnden Gruppen aus. Nach dem gemeinsamen Mittagessen zeigt Wolfgang Künzel Schreckhypnosetechniken. Diese leben vom Überraschungseffekt und lassen sich deshalb in der Gruppe nur schwer üben. Trotzdem sind viele Teilnehmer gespannt, wie die Techniken beim späteren Einsatz in der Therapie oder auf der Bühne wirken werden. Am Abend sitzen die Teilnehmer noch lange beisammen und lauschen den Geschichten aus aller Welt, die Hypnoseexperte Wolfgang Künzel erzählt.

„98% der Hypnose findet in der Therapie Anwendung“, weiß einer der Teilnehmer. Ein anderer hat sich schon vorsorglich Visitenkarten mit der Berufsbezeichnung „Hypnotiseur“ drucken lassen und freut sich, dass seine Versuche gelingen. „Trommeln gehört zum Handwerk“, grinst er. Wolfgang Künzel steuert wertvolle Tipps bei: „Wenn eine Rauchentwöhnung mit Hypnose 350 Euro kostet, dann kommt das richtige Publikum. Für 19 Euro kommen viel zu viele Leute, die es gar nicht ernst meinen.“ Prävention und Motivation steht ohne spezielle Ausbildung jedem Anwender von Hypnose offen. Diagnose, Linderung und Heilung von Krankheiten und Ängsten sind jedoch nur Heilpraktikern und Ärzten erlaubt. Wolfgang Künzel hat sich auch die Methoden anderer Hypnotiseure angeschaut und vertritt klare Positionen. So rät er aus gesundheitlichen Gründen strikt davon ab, Hypnotisanden anzupusten oder deren Gesundheit durch stark belastende Suggestionen zu gefährden.

Der zweite Seminartag bietet erneut Gelegenheit zum Üben, aber deutlich weniger neue Informationen. Wolfgang Künzel berichtet wie man bei den Hypnotisanden eine Erwartungshaltung erzeugt und Gefahren der Hypnose vermeidet. Anschließend zeigt er den Kursteilnehmern eine Induktion nach der Fixationsmethode, bei der zum Beispiel ein Pendel angeschaut wird bis die Trance eintritt. Auch diese können die Teilnehmer anschließend gemeinsam üben. Teil des Seminars ist zudem eine Hypnosesitzung zum Thema „Selbstbewusstsein als Hypnotiseur stärken“ und eine Anleitung zur korrekten Auflösung der Hypnose. Zum Abschluss zeigt Wolfgang Künzel wie man ganz ohne Berührung hypnotisiert. In zwei Tagen bietet die Hypnoseakademie einen guten Einstieg in die klassische Hypnose und viele Möglichkeiten zur praktischen Übung. Dabei nimmt jeder Teilnehmer nicht nur praktische Erfahrung, eine schmucke Teilnahmeurkunde und eine Reihe von Suggestionstexten mit nach Hause, sondern vor allem auch die Erkenntnis, wie es funktioniert. Nicht Auswendiglernen steht bei der Hypnoseakademie im Mittelpunkt sondern verstehen. „Es ist nicht alles erklärbar, aber spannend war es“, ist selbst für Skeptiker das Resümee der beiden Tage. Andere sind total begeistert und überlegen bereits weitere Seminare zu buchen, um ihr Wissen zu vertiefen. Dazu gibt es Aufbaukurse zum Hypnosecoach oder zum Showhypnotiseur. Spezielle Kurse für Rückführung und Reinkarnation, Kinderhypnose, zahnärztliche Hypnose und andere Themen werden ebenfalls angeboten.

Wer das Grundseminar erfolgreich abgeschlossen hat, kann sein Wissen beim 3tägigen Aufbauseminar „Show-Hypnose“ vertiefen. In der Regel lassen die Teilnehmer zwischen dem Grundseminar und dem zweiten Kurs einige Zeit vergehen, um ihr Können in der Praxis zu erproben und Erfahrung zu gewinnen. Klappt es im kleinen Kreis, sind viele interessiert sich fit zu machen für die eigene Bühnenshow. Gelegenheit dazu bietet das Seminar Showhypnose, das in der Hypnoseakademie in Enzerweis angeboten wird. Mit dabei sind auch Therapeuten und Ärzte, die ganz bewusst testen möchten, wie viel Spaß man mit Hypnose haben kann und dies mit ihren Patienten natürlich nicht ausprobieren können.

Zum Seminar Showhypnose hat sich eine kleine und sehr vielseitige Gruppe eingefunden. Eric besitzt eine Fahrschule und nutzt Hypnose, um seinen Fahrschülern Formeln beizubringen. Dirk arbeitet nebenbei als DJ und plant sein Repertoire um eine Hypnoseshow zu erweitern. Horst als Sportmediziner ist neugierig was mit Hypnose alles möglich ist. Obergerichtsvollzieher Klaus nutzt die Hypnose zur Unterhaltung. Auch die anderen Teilnehmer sind gespannt auf ein abwechslungsreiches Seminar. Das beginnt mit einer kurzen Einführung und Abgrenzung zur therapeutischen Hypnose. Auf der Bühne steht der Hypnotiseur mehreren Personen gegenüber, die er nicht kennt, muss auf ein Vorgespräch verzichten und ist mit Störungen und Lärm konfrontiert. Deshalb sollte er für die Show ca. 15 Teilnehmer gewinnen, da er damit rechnen muss, dass nicht alle in Hypnose gehen und nur bei genügend großer Teilnehmerzahl passende Probanden übrig bleiben werden. „An Störungen wächst man“, erklärt Wolfgang Künzel und streut immer wieder Geschichten aus seiner aktiven Zeit als Showhypnotiseur ein. Da auf der Bühne nur wenig Zeit ist, gilt es die effektivsten Techniken für die Hypnoseinduktion auszuwählen. Nur so kann man eine unterhaltsame Show präsentieren, die Publikum und Veranstalter Freude macht.

Im ersten Teil des Seminars werden die Voraussetzungen für erfolgreiche Auftritte als Showhypnotiseur erläutert. Neben selbstbewusstem Auftreten und Wortgewandtheit gehören dazu Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und ein stimmiges Bühnenoutfit. „Selbst Krankheit wäre ein Problem. Der Veranstalter hat den Künstler gebucht und möchte sein Publikum nicht enttäuschen“, erinnert sich Wolfgang Künzel. „Die Künstlerbranche ist knallhart“, warnt er. Anschließend geht er auf den Sinn und Zweck eines Künstlernamens ein und empfiehlt den Kauf eines Nahbesprechungsmikrofons. Das hat den Vorteil Rückkopplungen zu vermeiden und gehört zur Ausstattung jedes professionellen Hypnotiseurs. Dann geht es um die Choreografie der Show. Zunächst werden Freiwillige gesucht. Anschließend präsentiert der Hypnotiseur einen kurzen „Beipackzettel“, um Risikogruppen wie Schwangere und erkrankte Personen auszuschließen. „Für alle anderen ist es völlig ungefährlich. Kommt mit in ein geheimnisvolles Land…“, könnte der Hypnotiseur sagen und dabei mystisch und sympathisch zugleich wirken. Nachdem die Teilnehmer gefunden sind und die Augen geschlossen haben, beginnt der Hypnotiseur seinen Induktionstext zu sprechen. Während am Anfang die Vorlage aus dem Seminar verwendet wird, entwickelt jeder Hypnotiseur mit der Zeit seinen ganz individuellen Text. Bei der Gruppeninduktion lässt der Hypnotiseur die Hypnotisanden mit einem Countdown immer tiefer in Trance sinken. Anschließend können einzelne Teilnehmer oder die ganze Gruppe angesprochen werden, um Suggestionen auszuprobieren. Je tiefer die Trance und je extrovertierter der einzelne Mensch, umso interessanter ist dieser für die Show. Virtuelle Äpfel pflücken? Mit dem Flugzeug in den Urlaub fliegen? Eine Zitrone für einen Pfirsich halten? All das kann passieren, wenn die Show gelingt.

Was die Teilnehmer an den ersten beiden Tagen im Seminarraum ausprobieren, können sie am zweiten Abend in der Praxis erproben. Gemeinsam mit Wolfgang Künzel fahren die Seminarteilnehmer am Abend in eine nahegelegene Disko. Dort haben sie die Möglichkeit bei 115 db Freiwillige aus dem Publikum zu hypnotisieren und die verschiedenen Techniken auszuprobieren. Während die einen unbedarfte Partygäste mit den Händen an der Theke festkleben lassen, schicken andere ihre Probanden auf eine Traumreise in einem nur für diese sichtbaren Flugzeug. Wieder andere lassen hypnotisierte Personen tanzen, gaukeln ihnen eine Begegnung mit einem Superstar vor oder lassen sie am Boden festkleben. Bei der Live-Hypnose stoßen die Teilnehmer auch auf die zuvor vom Seminarleiter angekündigten Schauspieler, die nicht in Trance sind und sich einen Spaß daraus machen wollen, den Hypnotiseur vorzuführen. Doch mit Hilfe der Tipps aus dem Seminar werden diese schnell enttarnt und wieder auf die Tanzfläche zurückgeschickt. Auch die Übergabe einer hypnotisierten Person zwischen zwei Hypnotiseuren gelingt mit Bravour.

Am Nachmittag des letzten Seminartags steht nicht nur die Auswertung der nächtlichen Erlebnisse auf dem Programm, sondern auch die restliche Theorie. So erfahren die Seminarteilnehmer welches Werbematerial man für eine erfolgreiche Karriere als Show-Hypnotiseur braucht und wie man dieses am besten produzieren lässt. Anschließend schauen sich alle gemeinsam eine aufgezeichnete Show an, um aus den verwendeten Showsuggestionen, aber auch aus den dargestellten Fehlern zu lernen. Die Frage nach dem Preis bleibt ebenfalls nicht unbeantwortet. Eine Stunde Hypnoseshow kostet in der Regel rund 1.000 Euro. Nach dem ersten professionellen Auftritt hat sich das Aufbauseminar daher schon rentiert.
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