Kettwiger Hendrik Enge reist mit Longboard und Fahrrad von Oslo nach Kettwig

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Auf dem Longboard ging es durch die Idylle Schwedens und Norwegens. Manchmal ohne tagsüber einem Menschen zu begegnen. (Foto: Hendrik Enge)
 
Die Tätowierung ist ein Zeichen für das Abenteuer und der Start in die Reise aus der Stadt Oslo. (Foto: Hendrik Enge)

Die Schönheit der Natur Schwedens und Norwegens ist für viele Menschen eine Reise wert. Auch Hendrik Enge zog es nach Oslo. Seine Motivation war aber, ein Abenteuer zu erleben.

Der 23 jährige Kettwiger Student wurde von seiner Freundin verlassen, und hatte mit Beginn der Semesterferien „auf einmal sehr viel Zeit“. Zeit für Gedanken, aber auch Visionen. Und so begann sein Abenteuer mit einem One-way-Ticket am 21. Juli nach Oslo. „Hier hatte ich nur einen fixen Termin. Eine Verabredung mit einem Tatöwierer, danach war ich frei.“

Tätowierung erinnert an die Reise


Eine erste Begegnung der besonderen Art. Der Azubi im ersten Lehrjahr stoch das Tattoo- „eine Erinnerung an diese Reise“. Dann begann das Abenteuer für Hendrik. Sein gesamtes Gepäck verstaut in einem 20 Kilo schweren Rucksack und als Fortbewegungsmittel sein Longboard. Durchschnittlich 30 Kilometer am Tag legte er damit zurück, mal mehr, mal weniger, so wie es seine Verfassung zuließ. 300 Kilometer legt der erfahrene Downhillfahrer auf seinem Board zurück. „Das 20 Kilo schwere Gepäck sorgt für eine total ungewohnte Balance auf dem Board.“ Bergauf ging es zu Fuß, bergab mit dem Board. Sein Zelt schlug der Student dort auf, wo er gerade war. „Manchmal fragte ich einen Bauern, rastete auf einem Campingplatz, manchmal war ich aber auch komplett allein im Wald, es gibt ein Jedermannsrecht, dass einem ermöglicht, überall zu zelten."
Allein auf sich gestellt, mit dem Ziel, sich möglichst ohne Geld zu versorgen, ernährte sich Hendrik von selbstgefangenen Fischen, sprach manchmal einen ganzen Tag mit niemanden. „Wenn man den ganzen Tag nur Schweigen um sich herum hat, dann möchte man abends auch einfach mit Menschen in Kontakt kommen“, erinnert er sich und so lernt er auf seinem Abenteuertrip viele Fremde kennen, die zu Bekannten und Freunden werden.

Schwedische Familie lud zur Übernachtung ein


„Ich glaube, die schönste Erinnerung ist, als mich eine schwedische Familie ansprach, die mit ihrem Auto neben mir auf dem Longboard entlangfuhren“. Die Mutter dachte, Hendrik sähe erschöpft aus, „und so bot sie mir an, bei ihnen zu übernachten.“ Es gab für den Ehrengast schwedische Spezialitäten zum Essen und die Familie nahm ihn auf einen Strandausflug mit. „Das war wirklich ein sehr bewegendes Erlebnis.“ Das viele Fahren auf dem Longboard überforderte Hendriks Fußgelenke. „Genau im richtigen Moment fand ich ein altes Fahrrad in den Büschen.“ Dank der Hilfe eines vorbeifahrenden Holländers machte er den Drahtesel wieder fit. „Doch er gab den Geist auf, auf einer zehn Kilometer langen Straße, genau dort, wo es die einzige, winzige Nothaltebucht gab.“ Hier erlebte der Student seine „unheimlichste“ Geschichte. „Da war ein Pole- konnte kein englisch“ und da sie alleine waren, versuchte es Hendrik mit Smalltalk. „Er sagte, er könnte mir ein neues Fahrrad besorgen. Aber ich wollte auf keinem Fall mit ihm fahren. Dann kam sein Freund vorbei, er hatte nur noch ein Auge und bis zum Schluss wusste ich nicht, ob sie mir was anhaben oder mir nur ein Fahrrad schenken wollten.“ Doch Hendrik bekam einen neuen fahrbaren Untersatz „ein richtiges gutes Fahrrad“ und neue, positive, Erfahrungen geschenkt. Und so ging es weiter, insgesamt 400 Kilometer auf dem Rad. In Dänemark hielt der Regen an und Hendrik Enge beschloss schließlich, nach zwei Wochen in der freien Natur, auf die Bahn umzusteigen. „Ich hatte mir kein festes Ziel gesetzt, aber es war schon wichtig an seine Grenzen zu gehen und zu schauen, wo das Limit ist. Aber bei dem dauerhaft schlechten Wetter hat mir das Reisen einfach nichts gegeben, auch wenn ich es hätte durchziehen können.“ Auch hier spielte wieder ein Zufall in Hendriks Karten. „Ein Freund hielt sich gerade in Hamburg auf und lud mich ein.“

Zurück auf deutschem Boden


Ein paar Tage genießt der Student nun die Großstadt. Dann geht es weiter Richtung Heimat, wieder mit vielen Kilometern auf dem Longboard. Zuhause angekommen, geht es dann ins nächste Abenteuer. „Ich möchte mit Freunden surfen lernen.“ Zeit zum Nachdenken hatte der Student in den insgesamt drei Wochen genug, auch über die ehemalige Freundin- „aber es half auch, klare Gedanken zu fassen, an seine Grenzen zu gelangen, neue Menschen kennen zu lernen, sich zu positionieren und neue Perspektiven zu gewinnen, ich kann es jedem nur empfehlen, solche Erfahrungen zu machen."

Der Blog


Alle Reiserfahrungen hat der Student für Produktdesign in seinem Blog festgehalten. Fotos und Berichte halten seine einmaligen Erfahrungen fest. Einzusehen ist der blog unter https://1444km.wordpress.com/
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