Lärmschutzvorschriften? Für die Kiesbaggerei in Goch-Asperden anscheinend nicht ...

Ein (ruhiger?) Spaziergang am Kloster Graefenthal.

Was in den letzten Jahren aus den Bereichen hinter dem Kloster Graefenthal in Goch-Asperden geworden ist, ist ein wunderschönes Fleckchen Natur, durchsetzt mit einer Seenlandschaft, die das Herz des Spaziergängers höher schlagen lässt. Eine unglaubliche Vielfalt der Landschaft bietet sich dem Touristen dar, sowohl zu Fuß, als auch mit dem Fahrrad. Der Erholungswert solcher Oasen ist unbestritten und für mich ein Zeichen dessen, dass man bei gutem Willen und entsprechender Planung auch ausgekieste Flächen der Bürgerschaft als wertvollem Bestandteil der Natur zurückgeben kann. Umso schlimmer dann, wenn dieser Frieden durch extremen Lärm gestört wird!!

Lautstärke kann krank machen. Nicht umsonst hat der Gesetzgeber Richt- und Grenzwerte geschaffen, an die sich der durchschnittliche Mitbürger und seine Gerätschaften zu halten haben. Sei es im Freizeitbereich, als auch in kommerziellen Komplexen haben Bürger und Betriebe die Pflicht, sich an diese Vorgaben zu halten. Ansonsten droht Strafe.

Doch gelten diese Vorschriften wirklich für alle ...?

Für die Kiesbaggerei gmg im Bereich Kloster Graefenthal anscheinend nicht !!!

Es ist einfach unglaublich. Wer glaubt, er sei der Natur bei seinem Spaziergang nahe, der wird aus seinen Erwartungen sehr brutal geweckt. Denn „mit Natur genießen“ ist dort überhaupt nichts! Entlang jenes „Wanderweges“ fühlt man sich im Herzen eines Güterbahnhofs versetzt. Rattattattatta, rattattattatta, rattattattatta ..., wenn das die Nähe zur Natur sein soll, dann wirkt dieses Erlebnis eher abschreckend als einladend!!

Der ununterbrochene Geräuschpegel ist derart, dass noch nicht mal eine Unterhaltung mit seinem Begleiter möglich ist, es sei denn man aktiviert seine Stimmbänder bis in den Grenzbereich. Sowohl Förderbänder als auch Motorenhäuser verlaufen unmittelbar neben den Wanderwegen und rattern, was das Zeug hält! Und das auf eine Länge von mehreren hundert Metern! Eigentlich ist Derartiges vom Kiesbaggerei-Unternehmer her eine Frechheit, den Bürgern diesen ununterbrochenen Lärm zuzumuten !!!

Wie ist es überhaupt möglich, dass die Kiesbaggerei gmg eine Genehmigung für einen Betrieb bekommt, den jeder Bürger als Nötigung empfinden muss ??

Die Phantasie lässt dabei so einiges zu. Warum dieser Dauerlärm von den Behörden genehmigt wurde lässt entweder den Schluss zu, dass die Genehmigungsbehörden getäuscht wurden und ihnen die wahren Ergebnisse ihrer Genehmigungen schöngeredet oder vorenthalten wurden oder aber ...

... den letzten Punkt wollte ich besser nicht ausführen. Doch jeder wird sich wohl denken können, was hiermit gemeint sein könnte. Die Gedanken sind frei ...

Im Grunde wäre es so einfach, sowohl den Betrieb des Unternehmens weiterzuführen und gleichzeitig dem Bürger seinen Spaziergang in der Natur als angenehmes Erlebnis verspüren zu lassen:
- Man umhüllt Förderbänder und Motorenhäuschen mit entsprechender Lärmdämmung oder
- man legt die Gerätschaften in entsprechendem Abstand vom Spazierweg oder
- man schottet die Anlage im Bereich zu den Spaziergängern mit entsprechendem Lärmschutz ab!

Eigentlich bin ich eher geneigt, die positiven Anteile bei den Auskiesungen zu sehen. Auch, wenn jedwede Form der Auskiesung ein Eingriff in die Natur und dem System Grundwasser ist, ist mein Gedankengut eher auf Kompromissbereitschaft ausgelegt, als auf Konflikt. Es besteht nun mal ein Bedarf an diesem Baustoff und was der Bürger aus den ausgekiesten Flächen zurückbekommen kann, ist oftmals eine wunderschöne Seenlandschaft mit entsprechender Flora und Fauna.

Aber diese Vorgänge bedürfen Kontrolle und Überwachung, weil jene Konzerne einzig durch Druck dazu zu bewegen sind, sich wenigsten einigermaßen daran zu halten. Doch Kostendruck und Gewinnstreben führen oftmals dazu, dass Konzerne diese Vorschriften häufig umgehen oder sich nur ein bisschen daran halten. Was den Lärmschutz in Graefenthal jedenfalls betrifft, scheint sich die Firma gmg einen Teufel darum scheren, ob sich die Bürger durch diesen Dauerlärm belästigt fühlen...

Foto: Privat

Autor:

Kurt Nickel aus Goch

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