Der vierte Anlauf

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Auf den Weg ins Rathaus: SPD-Bürgermeisterkandidatin Bettina Trenckmann mit ihren Mitstreitern Björn Rohde (stellvertretender Vorsitzender) und Schriftführer Bennedikt Schroers (rechts).

Bettina Trenckmann ist sportlich. Nicht nur, dass sie in ihrer Freizeit gerne Ski fährt. Die Richterin beim Landgericht Kleve fährt auch, so oft es geht, mit dem Rad von Kessel aus zur Arbeit. Und falls sie doch einmal das Auto nutzt, läuft sie mindes­tens zehn Minuten vom Parkplatz zur Schwanenburg. Deshalb käme es der 55-Jährigen auch nie in den Sinn, als Bürgermeisterin von Goch einen privaten Dienstwagen zu nutzen.

Christian Schmithuysen

„Ich bin von Hause aus ein sparsamer Mensch“, versichert die Bürgermeisterkandidatin der SPD. „Deshalb ist für mich die Stadtkasse auch kein Selbstbedienungsladen.“ In Zeiten, wo die Stadt Goch über 115. Mio Euro Schulden habe, wäre dies ja auch kaum zu rechtfertigen. „In der Vergangenheit sind mit Sicherheit manche Fehler gemacht worden“, blickt Bettina Trenckmann auf den ihrer Meinung nach unnötigen Umbau des ASTRA zur Kindertagesstätte zurück.
„Als Kreisvorsitzende der AWO freue mich natürlich über die Eröffnung der Kita in Goch und bin stolz, dass wir in meiner Heimatstadt als AWO eine solche Einrichtung haben“, sagt die Sozialdemokratin. Aber dafür hätte man das ASTRA nicht auslagern müssen. „Überhaupt, fand dort in den letzten 20 Jahren doch seitens der Stadt gar keine Jugendarbeit statt.“ Die Angebote richteten sich höchstens an Kinder. Die Mutter zwei erwachsener Söhne möchte deshalb auf die Jugendlichen zugehen: „Wir dürfen nicht warten, bis sie auf zu uns kommen.“ Eine Skater-Anlage und Streetworker wären erste Schritte.

Nahversorgung auf dem Dorf


Ein weiteres Thema, dass ihr am Herzen liegt, ist die Nahversorgung auf dem Dorfe. „Die Stadtteile dürfen nicht als Schlafstätten veröden“, wehrt sich die Juristin gegen das Aussterben auf dem Lande. „Es gibt genug Möglichkeiten, den Bürgern in den Ortsteilen das Leben attraktiver zu gestalten.“ Geldautomaten oder Bürgerbusse seien als Beispiele genannt.
Für weitere Anregungen ist die Richterin aber jederzeit offen. Deshalb ist sie mit ihrem Team auch jeden Freitag (am Markt) und Samstag (Voßstraße) am Infostand anzutreffen. „Ich liebe Wahlkampf und den Kontakt zu den Menschen. Nirgends funktioniert der Dialog besser als am Infostand. Dabei vergeht die Zeit wie im Fluge.“
Sollte die Bürgeremeisterin dabei mit der Frage konfrontiert werden, dass sie als Juristin ja keine Ahnung von Verwaltung habe, verweist sie gerne auf ihr Engagement bei der AWO: „Seit 15 Jahren bin ich Kreis-Vorsitzende. Anfangs hatten wir 20 Mitarbeiter, heute sind es 250. Ich leite somit ein Unternehmen, dass etwa so groß ist wie die Stadtverwaltung Goch.“

Es gibt kein zurück


Und warum ist Bettina Trenckmann sicher, dass sie bei ihrem vierten Anlauf, den Sprung auf den Chefsessel im Rathaus schafft? „Ich fungiere nicht als Marionette einer Partei. Als Bürgermeisterin bin ich für alle da.“
Nur ein Zurück in ihren alten Beruf gäbe es für sie dann nicht mehr. „Als Richterin hat man eine verantwortungsvolle Aufgabe“, sagte sie. „Ich würde vor allem den Maßregelvollzug vermissen.“
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