Kirche, Sterbehilfe
Es geschah im Jahre 2020

Dieses ist ein Sakrament, das einem suizidalwilligen Menschen verwehr werden soll.
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  • Dieses ist ein Sakrament, das einem suizidalwilligen Menschen verwehr werden soll.
  • Foto: pixabay, gemeinfrei
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Es geschah im Jahre 2020, dass der Papst ein Papier aus der Feder der Vatikanbehörde ´Glaubenskongregation` unterschrieb, ein Papier, dessen Wirkung wohl dem eines Todesstoßes beim Stierkampf ähneln könnte.
Der Vatikan bekräftigt das Verbot aktiver Sterbehilfe und verweigert Schwerkranken, die Sterbehilfe oder Beihilfe zum Suizid in Anspruch nehmen, die Sterbesakramente der katholischen Kirche Sterbekommunion, Salbung und Beichte.
Sie übt damit auf Gläubige in schwerster Not einen zusätzlichen Druck aus und konterkariert den von ihr eigentlich beanspruchten Samaritergedanken. Für die Glaubenskongregation " überschreitet aktive Sterbehilfe ethische und rechtlich Grenzen der Selbstbestimmung" (www.domradio.de/themen/vatikan/2020-09-22/ein-zeichen-der-wegwerfkultur-vatikan-bekraeftigt-verbot-aktiver-sterbehilfe)

Es geschah im Jahre  2020, dass Kirchen ein Verfassungsgerichtsurteil zur Suizidbeihilfe scharf kritisieren und befürchten, dass der Richterspruch alte und kranke Menschen unter Druck setzen könnte, von Sterbehilfe Gebrauch zu machen.( https://www.katholisch.de/artikel/24653-kirchen-kritisieren-verfassungsgerichtsurteil-zur-suizidbeihilfe)
Sie wollen natürlich  "Fürsorge und Begleitung stärken" im Rahmen von Palliativ  - und Hospizversorgung und eisamen Menschen Hilfe anbieten, aber das verfassungsrechtlich verbriefte Recht, am Lebensende oder generell in Zeiten schweren Leids über ihr Leben selbst zu bestimmen,
unter Druck des Entzugs der Sterbesakramente verweigern.
Selbstbestimmung scheint auch heute noch für kirchliche Würdenträger das Werkzeug des Teufels zu sein.
Ebenso dominiert wohl noch die mittelaterliche Vorstellung , Schmerzen seien eine Strafe Gottes für begangene Sünden und müßten ausgehalten werden, wider besseres medizinisches Wissen wohl noch imer die Gedankengänge vieler Kleriker.

Es geschieht bis zum Jahre 2020, dass massive Missbrauchsvergehen innerhalb des Klerus noch immer nicht vollständig aufgeklärt und gesühnt sind. Es wird im Gegenteil vielerorts in Kirchenkreisen noch immer gemauert und vertuscht und nicht zur Aufklärung beigetragen.

Es geschieht bis zum Jahre 2020 noch immer, dass Frauen nicht anerkannt werden.
Trotz besserer Ausbildungen, hohen Engagements und Einsatzes in den Niederungen der katholischen Kirche erhalten sie keinen Zugang zur Priesterausbildung oder anderen hohen kirchlichen Ämtern.
Frauen hatten (und haben) in der Kirche nie die Möglichkeit (gehabt) über frauentypisch besetzte Positionen wie Nonne oder auch ggf. Oberin eines Klosters, Kirche zu gestalten. Immer standen sie unter Männerdiktat und wurden gzwungen, sich unterzuordnen.
Kirche toppt damit noch bei weitem die Frauenproblematik unserer Gesellschaft.
"Der Wandel der Geschlechterverhältnisse und die Veränderung weiblicher Biografien sind zwei große Trends in den modernen Gesellschaften. Nie zuvor waren Frauen so sichtbar und vordergründig auch so erfolgreich wie heute. Zwei Bereiche, in denen dies besonders deutlich hervortritt, sind Erwerbstätigkeit und Politik. Frauen haben quantitativ aufgeholt: Bildungsabschlüsse und Erwerbsquoten sind gestiegen, auch hat sich die Zahl weiblicher Führungskräfte leicht erhöht. Die deutsche und europäische Gesetzesgrundlage scheint die Etablierung der von den Frauenbewegungen geforderten Gleichberechtigung von Mann und Frau juristisch zu untermauern. Doch hinter dem Bild veränderter sozialer und ökonomischer Hierarchien treten alte Muster zu Tage: So bekommen Frauen im Durchschnitt für vergleichbare Arbeit weniger Geld als Männer und übernehmen ein Großteil der unbezahlten Haus-, Erziehungs- und Pflegearbeiten. Das Dossier analysiert Prozesse in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik und zeigt Brüche sowie Kontinuitäten im Geschlechterverhältnis auf." ((https://www.bpb.de/gesellschaft/gender/frauen-in-deutschland/)

Den Kirchen laufen Gläubige buchstäblich von dannen, die Akzeptanz einer dem Mittelalter noch immer nicht entwachsenen Kirche schwindet mit rasender Geschwindigkeit.
Nur ein Beispiel  :
"Limburg besonders betroffen
Besonders hart hat es das Bistum Limburg getroffen. Dort kehrten so viele Leute der katholischen Kirche den Rücken wie nie zuvor. Nach Angaben der Diözese betrug die Zahl der Austritte 9439. Im bislang schlechtesten Jahr 2013 seien es knapp 8000 gewesen. Damals war das Bistum von Skandalen um den früheren Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst erschüttert worden. Insgesamt ging die Zahl der Kirchenmitglieder auch aus demographischen Gründen um rund 15.000 auf 593.000 zurück. Der Anteil der Gottesdienstbesucher sank ebenfalls, und zwar von 8,9 auf 8,6 Prozent." (https://www.faz.net/aktuell/rhein-main/glaeubige-kehren-der-kirche-den-ruecken-16833637.html)

Es geschieht am 23.9,2020, dass ein Karikaturist  der RP (S. A2) die Situation der Kirche treffend darstellt.
Ein Ruderboot mit 4 Klerikern besetzt  - je zwei rudern in entgegengesetze Richtungen - befindet sich kurz vor dem tiefen Sturz in einen Wasserfall.
Besser geht nicht.
Ich frage mich nur : wer bis jetzt noch gezögert hat, aus der Kirche auszutreten, - wie wird dieser Mensch sich nun letztendlich entscheiden ?
Die heiligen Sakramente werden ihn wohl kaum von einem Austritt abhalten. Eher bewirkt dieser bracchiale Akt der Kongregation das Gegenteil.
Werden Kirchenschiffe in nicht allzu ferner Zukunft einmal ebenso ausgemustert werden wie überflüssige Kreuzfahrtdampfer - mangels Passagieren ?

Autor:

Lothar Dierkes aus Goch

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