Ein Gocher ist Bundestrainer der Deutschen Nationalmannschaft ... im Futsal

Wenn von einer Weltmeisterschaft die Rede ist, dann klingelt's vor allem bei den brasilianischen Kickern, denn vor zwei Jahren kassierten sie gegen die deutsche Nationalelf im Halbfinale eine deutliche 1:7-Klatsche. Ende Juni könnte Brasilien bei einer WM wieder auf Deutschland treffen, denn dann findet im größten Land Südamerikas die Studenten-Weltmeisterschaft im Futsal statt. Ein Gocher ist nicht nur dabei, sondern auch gleich der Nationaltrainer.

Von FRANZ GEIB

Bei Futsal zuckt so mancher hierzulande mit den Schultern, denn der Sport mit dem Ball genießt zwischen Flensburg und München noch Exoten-Status. Völlig zu Unrecht, wie Georg von Coelln, meint: "Die weltbesten Fußballer wie Neymar, Ronaldo, Zidane und Trainer wie Pep Guardiola haben mit Futsal ihre fußballerischen Karrieren begonnen." Der Trainer der deutschen Studenten-Nationalmannschaft setzt sogar noch eins drauf: "Viele Spielsysteme, viele taktischen Raffinessen und Spieltechniken wurden vom Futsal in den Fußball transformiert." Beispiel: Während der Rückpass zum Torwart beim Futsal schon immer verboten war, langweilten sich die Zuschauer noch lange über die unselige Art der Spielverschleppung.
Der "Fußball im Saal" wie Futsal übersetzt bezeichnet wird, da er in der Halle gespielt wird, sei nahezu perfekt, um Kindern und Jugendlichen den Spaß am Ballsport näher zu bringen, wie der hauptberufliche Immobilienmakler schwärmt: "Viele Kinder langweilen sich im Fußball, weil dort 20 Spieler um den Ball kämpfen und manche kaum damit in Berührung kommen." Beim Vier gegen vier (plus jeweils ein Torwart) seien mehrere Ballkontakte für jeden garantiert. Und weil der Ball kleiner und sprungreduziert ist, sind technische Raffinessen leicht erlernbar und gang und gäbe.

Die ganze Welt spielt Futsal

Rund um den Erdball spielt man bereits diese Art des Hallenfußballs, nur in Deutschland nicht. Für Georg von Coelln völlig unverständlich: „Auf der ganzen Welt gibt es Profiligen, erlangen Spieler Weltruhm, doch hierzulande will man davon nichts wissen.“ In Brasilien, Spanien, Niederlande und sonstwo wurden längst Nationalteams gegründet, weiß von Coelln. Obwohl der Weltfußballverband FIFA und der Europäische Fußballverband UEFA Futsal als zweite Disziplin neben Fußball auf großem Feld führen, ist hierzulande der Schatten des großen Bruders Fußball zu undurchdringlich, um dieser Sportart auch nur Beachtung zu schenken.
Das will Georg von Coelln seit langem ändern, und bot bereits eine Partnerschaft mit örtlichen Vereinen an, um den „wahren und echten“ Fußball im Saal hallenfähig zu machen und eventuell eine Jugendmannschaft zur deutschen Meisterschaft führen. Wer Interesse hat kann sich sofort mit Georg von Coelln, Telefon 0 28 23/0 28 23/42 19, in Verbindung setzen.

In einer Gruppe mit dem Weltmeister

Doch zunächst geht es jetzt Ende Juni zur Studenten-Weltmeisterschaft nach Brasilien. Für den Deutschen Fußball-Bund und die BRD wird das Team des Bundestrainers von Coelln gegen die Futsal-Profis antreten. In seiner Vorrundengruppe B hat es Deutschland mit den Mannschaften aus Russland (amtierender Weltmeister) und China zu tun. Danach wartet unter anderem eventuell Rekord-Weltmeister Brasilien. Georg von Coelln hat jahrelang für die Studentenauswahl von Münster Futsal gespielt.

Autor:

Franz Geib aus Goch

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