Kompostierungsanlage Hagen liegt bei Bürgern voll im Trend

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WBH-Vorstand Hans-Joachim Bihs und Betriebsleiter Jens Bläsing mit dem frisch gewonnen Kompost. (Foto: Karsten-Thilo Raab)
 
Betriebsleiter Jens Bläsing mit Natursteinen, die neben Kaminholz zum verkauf angeboten werden. (Foto: Karsten-Thilo Raab)
Hagen: Kompostieranlage |

An der Einfahrt zur Grünabfall-Kompostierungsanlage an der Donnerkuhle herrscht Hochbetrieb. Zahlreiche Personen- aber auch Lastwagen warten auf die Abfertigung. Ein Blick in den Kofferraum oder auf die Ladefläche müssen sich die Fahrer schon gefallen lassen. Zum einen darf nur kompostierfähiges Material angeliefert werden, zum anderen bestimmt die Menge den Preis.

„Das kennen wir schon. Jetzt, wo das Wetter endlich trocken und warm geworden ist, wird in den Gärten kräftig gearbeitet. Dann fällt jede Menge Gras- und Strauchschnitt an, den die Hagener bei uns loswerden wollen“, weiß Betriebsleiter Jens Bläsing aus langjähriger Erfahrung. Immerhin werden rund 40 Prozent der kompostierbaren Grünabfälle von Bürgern und Gartenbauunternehmen angeliefert, der Rest stammt aus den städtischen Grünflächen, aus den Sicherungsmaßnahmen für die rund 30.000 Stadtbäume und natürlich nicht zuletzt von den städtischen Friedhöfen.
„Was in Hagen an Grünabfall anfällt, dass wird auch hier kompostiert und als wertvoller Kompost oder als hochwertige Mischerde an Gartenfreunde, heimische Unternehmen oder für eigene Projekte an die Stadt zurückgegeben“, erläutert WBH-Vorstand Hans-Joachim Bihs.
Doch die Kompostierungsanlage an der Hohenlimburger Straße 7 ist mehr als nur ein drei Hektar großes Areal, auf dem Grünabfall aufwendig zu Qualitätskompost verarbeitet wird. Natursteine, Platten und Pflastersteine, die im Rahmen von Sanierungs- oder Neubaumaßnahmen irgendwo auf städtischem Terrain aufgenommen wurden, warten hier ebenso auf Abnehmer wie trockenes Kaminholz oder extra angefertigte Holzfackeln. „Es gibt immer Garten- oder Hausbesitzer, die noch Verwendung für Baumaterial haben, das die Stadt nicht mehr verwenden kann. Hier bei uns werden diese Materialien gelagert und günstig abgegeben“, so Jens Bläsing, der zusammen mit Oliver Heine zum Stammpersonal an der Donnerkuhle gehört. „Selbst der Sand und der Lehm, der später mit dem neu gewonnenen Kompost zu einer guten Erde für den Gartenbau vermischt wird, wird quasi recycelt“, freut sich Hans-Joachim Bihs über den Nutzungskreislauf.
Denn der Sand stammt aus den städtischen Sandkästen, die von Zeit zu Zeit neu befüllt werden müssen und der Lehmboden fällt bei städtischen Erschließungsmaßnahmen an. „So produzieren wir hier einen hervorragenden Ersatz für Mutterboden. Unsere Mischerde hat zudem den Vorteil, dass sie keinerlei Unkrautsamen enthält. Mit dieser Erde beabsichtigen wir beispielsweise auch das Landschaftsbauwerk in Wehringhausen abzudecken, das im Zuge der Bahnhofshinterfahrung in den kommenden Monaten dort entsteht“, nennt Bihs eine von vielen Nutzungsmöglichkeiten.

Spitzenqualität "Made in Hagen"

Doch die wichtigste Zutat ist immer noch der selbst hergestellte Kompost, den sich der Wirtschaftsbetrieb jetzt zertifizieren lassen will. „Unsere Kunden haben sich vermehrt noch feineren Kompost gewünscht. Diesem Wunsch sind wir jetzt erstmals beim Zerkleinern und Sieben gefolgt“, preist Jens Bläsing das Spitzenprodukt "Made in Hagen" an. Und das muss Zeit zum „Reifen“ haben. Ein halbes Jahr vergeht, bis die kompostierbaren Abfällen - dazu gehört auch Wurzel- und Stammholz bis zu 15 Zentimeter Durchmesser und einer Länge von einem Meter - zu bestem Kompost verarbeitet wurde. In den bis zu vier Meter hoch aufgetürmten Abfallbergen entsteht beim Verrottungsprozess immerhin eine Temperatur von bis zu 70 Grad. Damit ausreichend Sauerstoff zugeführt wird, werden die Abfallberge immer wieder umgeschichtet und schließlich gehäckselt und gesiebt. Das Wenige, was anschließend an Material übrig bleibt, kann dem langwierigen Prozess erneut zugeführt werden. „Es bleibt nichts übrig, was anderweitig entsorgt werden müsste. So können wir jetzt eine feine Herbstmiete von rund 8.000 Kubikmeter anbieten, die trocken gelagert wird und bereits einen guten Absatz findet“, so Jens Bläsing. Dabei weist er auf eine ältere Dame, die sich in einige Plastiktüten mit einer kleinen Schaufel den schwarzen, satten Kompost füllt. „Das gehört zu unserem besonderen Service. Wer Grünabfall anliefert, der darf sich auch kostenlos Kompost in haushaltsüblicher Menge mitnehmen.“
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