Gesprächsabend „Der Hagener Sobibor-Prozess – Begegnung mit dem Holocaust“

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Das Foto zeigt die Eröffnung des Prozesses im Hagener Landgericht am 25. August 1965. Zu sehen sind im Vordergrund die Verteidiger, im Hintergrund die Angeklagten. (Foto: Stadtarchiv Hagen)
Hagen: Kunstquartier |

Mit dem Hagener Sobibor-Prozess beschäftigt sich ein Gesprächsabend am Mittwoch, 25. Januar. Im Auditorium des Kunstquartier diskutieren ab 18 Uhr der Prozesszeuge und Rechtsanwalt Friedrich Grawert, Stadtarchivar Dr. Ralf Blank und der Historiker Thomas Walter.

Nach einjähriger Verhandlungsdauer am Hagener Landgericht ergingen im Dezember 1966 die Urteile gegen ehemalige SS-Männer aus dem NS-Vernichtungslager Sobibor. Der Prozess sorgte überregional für Schlagzeilen und zählte nach dem ersten Frankfurter Auschwitz-Prozess zu den Meilensteinen der juristischen „Vergangenheitsbewältigung“ in der Bundesrepublik. In Hagen selbst aber wurde das Geschehen vor Gericht kaum zur Kenntnis genommen.
Das Lager im ostpolnischen Sobibor diente einem einzigen Zweck: der Ermordung von möglichst vielen Juden. Etwa 250.000 Menschen fanden hier den Tod.
Friedrich Grawert ist einer der wenigen Zeitzeugen des Prozesses. Nach seinem Studium in Bonn, München und Köln absolvierte er sein Referendariat in Hagen. 1964 trat er in die Kanzlei seines Vaters ein. Als junger Anwalt erlebte den gesamten Prozess, die Angeklagten und die Zeugen. Im Gespräch mit den Historikern Dr. Ralf Blank und Thomas Walter berichtet Grawert über seine Wahrnehmungen und Erfahrungen. Gleichzeitig werden auch verschiedene Aspekte der juristischen Bewältigung des Nationalsozialismus nach 1945 in Hagen und in der Bundesrepublik erörtert.
Eintritt an der Abendkasse: 5 Euro.
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