Wenn das Oma wüsste

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VonSilviaDammer
"Im Leben wird dir nichts geschenkt!" Das war ein Standardspruch meiner Oma, mit dem ich groß geworden bin. In der Regel machte ich diese Erfahrung tatsächlich. Neulich aber erlebte ich eine nette Ausnahme: Ich kam an einem kleinen Fleischerladen vorbei, und weil ich plötzlich Appetit auf ein deftiges Schinkenbrötchen bekam, beschloss ich, mir dort eins zu kaufen. Hier bediente der Chef noch selbst. Er machte mir das Schinkenbrötchen ganz frisch. Ich nahm noch etwas Wurst und frisches Fleisch dazu und dann entdeckte ich auch noch ein paar Wildspezialitäten. Weil ich aber wusste, dass meine Geldbörse mit klingender Münze nicht üppig gefüllt war, verlangte ich nur Singleportionen, die der Metzger aber leider nicht vorrätig hatte. So bot er mir statt zwei Wildbratwürsten eine Zehnerpackung an, was dann definitiv meinen Etat überschritt. Leider gab es keine Möglichkeit, elektronisch zu zahlen, so dass ich dann lieber verzichten wollte. "Ach", sagte der Metzger, "geben Sie mir, was Sie haben." Erstaunt über soviel Großzügigkeit reichte ich ihm eine Handvoll Scheine und Kleingeld über den Tresen, deren monetäres Äquivalent nicht in Gänze an den Warenwert heranreichte. Dem Metzger reichte es. Vielleicht ahnte er ja schon, dass er eine neue Kundin gewonnen hatte. Die Geschichte hätte ich gern meiner Oma erzählt.
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