Trödel gesucht: Familienkreis beim Heimatfest wieder für Kinderdorf aktiv

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Pfarrer Neuenhofer war im Oktober letzten Jahres hier in Haltern, um in den Gottesdiensten der katholischen Innenstadtpfarreien über seine Stiftung zu berichten. Seine Predigten, in denen er über die Situation in Bolivien berichtet hat, haben dabei einen tiefen Eindruck hinterlassen. Foto: Archiv

Haltern. Auch in diesem Jahr beteiligt sich der Halterner Kreis von Familien, der sich die Unterstützung des Kinderhilfswerks Arco Iris zur Aufgabe macht, wieder am Halterner Heimatfest. Wie im Vorjahr ist der Stand hierbei in der oberen Muttergottesstiege, direkt neben der Mutter-Anna-Statue, zu finden.

Dank der Arbeit, die Pfarrer Neuenhofer in seiner „Fundaciòn Arco Iris“ seit fast 20 Jahren leistet, haben viele hundert Kinder und Jugendliche der Millionenstadt La Paz wieder einen Ort der liebevollen Annahme und Fürsorge gefunden.
Pfarrer Neuenhofer war im Oktober letzten Jahres hier in Haltern, um in den Gottesdiensten der katholischen Innenstadtpfarreien über seine Stiftung zu berichten. Seine Predigten, in denen er über die Situation in Bolivien berichtet hat, haben dabei einen tiefen Eindruck hinterlassen: Mit gut 8 Mio Einwohnern ist Bolivien das ärmste Land Südamerikas. In La Paz, dem Regierungssitz, leben viele tausend Kinder auf und von der Straße: Sie leben und überleben vom Arbeiten, Betteln und Stehlen. Viele sind Schuhputzer oder Lastenträger auf dem Markt, andere Busschaffner oder Bonbonverkäufer, und viele, oft noch sehr junge Mädchen leben von der Prostitution.


Diese Straßenkinder sind der Verwahrlosung, der Misshandlung und der rücksichtslosen Ausbeutung hilflos ausgeliefert. Die Stiftung Arco Iris bietet Straßenkindern, verwahrlosten Jugendlichen und Kindern von Strafgefangenen eine Heimat. Hierzu hat die Stiftung in La Paz sieben Heime errichtet.
Pfarrer Neuenhofer schreibt in seinem letzten Rundbrief:
In den Augen von Kindern offenbart sich oft deren Lebensgeschichte, hier in Bolivien und in meinem Alltag ist es meistens eine Vergangenheit ohne Liebe, mit vielen traumatisierenden Erlebnissen und voller Angst. Die Augen von Kindern erzählen oft mehr als viele Worte, zumal dann, wenn sie kein Vertrauen haben und es vorziehen, sich zu verschließen.

Straßenkinder sind der Verwahrlosung, der Misshandlung und der rücksichtslosen Ausbeutung hilflos ausgeliefert


Ich denke an Alex mit 11 Jahren, der unter einer Brücke zur Welt kam und in einem Elend großβ wurde, das wir uns einfach nicht vorstellen können: ein Junge ohne Eltern, ein hungriges und bettelndes „Wegwerfkind“, das nachts auf einem Pappkarton schläft und sich mit Zeitungspapier zudeckt, begleitet von einem Hund, seinem einzigen Freund. Alex hat das Gesicht eines Erwachsenen, und aus seinen dunklen Augen blicken Wut, Angst und Verzweiflung. Er hat zuviel mitgemacht und ist durch Menschen zu oft enttäuscht worden, um jemandem zu vertrauen oder lachen zu können. Meine Mitarbeiter(innen) und ich sind keine blauäugigen Weltverbesserer, und wir bilden uns nicht ein, dem Kinderelend hier in Bolivien ein Ende machen zu können. Aber wir konnten - mit Eurer Hilfe – ein paar tausend Kindern helfen. Oft lässt unser Weg eine Spur zurück mit vielen Rückschlägen und kleinen Erfolgen. Wir freuen uns über jedes Kind und jeden Jugendlichen, der in unserer Fundación Arco Iris ein Zuhause findet, bei uns Anker werfen und Wurzeln schlagen kann und den Weg findet in eine bessere Zukunft. Mit großer Freude möchte ich Euch sagen, dass 18 unserer 169 Angestellten frühere Heim- und Straβenkinder sind, die als ausgebildete Fachkräfte bei uns arbeiten und verdienen.

Wie im Vorjahr besteht Gelegenheit zur Abgabe des Trödels am Freitag, 04. September, in der Zeit von 15.00 – 18.00 Uhr auf dem Platz vor der Marienkirche. Nähere Informationen erteilen Fam. Damberg (Tel. 167314), Fam. Wessel (Tel. 15194) oder Fam. Schämann (Tel. 14856).
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