Aktionsgemeinschaft für Flora, Fauna, Menschen

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Gerd Walther, Sprecher der Aktionsgemeinschaft Winzermark
von Roland Römer

„Mit dem bisherigen Ergebnis des Stadtentwicklungskonzeptes 2030 ist eine hervorragende Ausgangsbasis geschaffen worden, auf der alle Niederbonsfelder Bürger, ihre Vereine und Gruppierungen mit dem gemeinsamen Ziel einer weiteren gedeihlichen Entwicklung unseres Ortsteils zusammenarbeiten können. Hierzu wird die Aktionsgemeinschaft Winzermark ihren Beitrag leisten.“

Gerd Walther, soeben wiedergewählter Sprecher der Aktionsgemeinschaft Winzermark (AGW), ist bei seinem Besuch in der STADTSPIEGEL-Redaktion sichtlich zufrieden.
Denn er kann auf den ersten AGW-Bürgerbrief aus dem Juli 2001 verweisen. Unter der Überschrift „Wie wollen wir die Winzermark?“ wurden damals drei Leitgedankenformuliert: Erhalt von Landschaftsschutz, Grünflächen und Tierwelt; sinnvolle Begrenzung und landschaftsschonende Anwendung des Bebauungsplanes; dauerhafte Verhinderung des belastenden Abkürzungsverkehrs.
Und im Mai 2012, ganze elf Jahre später, sieht das Stadtentwicklungskonzept 2030, das unter Bürger-Beteiligung erarbeitet wurde, folgende Ziele für Niederbonsfeld vor: Landschaftsraum als wesentliches Qualitätsmerkmal der Wohnqualität erhalten; Siedlungsentwicklung nur im Rahmen bestehender Baurechte; Belastungen durch den motorisierten Verkehr verringern.
Gerd Walther: „Diese Aussagen sind praktisch deckungsgleich mit den AGW-Vorstellungen von 2001. Das beweist, dass die AGW damals die Probleme zur richtigen Zeit aufgegriffen hat.“
Seiner Meinung nach habe sich gezeigt, dass die Niederbonsfelder den ländlichen Charakter ihres Stadtteils unverändert erhalten möchten: „Viele Anwohner haben sich in Bürgerversammlungen in diesem Sinne geäußert und ausnahmslos jede weitere Bebauung außerhalb des bestehenden Bebauungsplans und abwegige Ideen wie die eines Hotels oder Skulpturenparks vehement abgelehnt. Ich kenne keinen, der anderer Ansicht ist.“
Diese „eindrucksvolle Einigkeit der Bürgerschaft“, so Gerd Walther weiter, sei eine Gewähr für den Erhalt der Wohnqualität des Stadtteils und gleichzeitig unabdingbare Voraussetzung für den Landschafts- und Naturschutz: „Das Stadtentwicklungskonzept hat hierfür in gelungener Zusammenarbeit zwischen Stadtverwaltung und externen Planern handfeste und vor allem überzeugende Fakten geliefert, nach denen sich jeder richten muss, der wirklich an einer qualitativen Gestaltung und Erhaltung von Niederbonsfeld interessiert ist.“
Die AGW wird in 2013 ihre Arbeit fortführen. Beispielsweise ruft sie im Rahmen von „Hattingen sauber“ für Samstag, 6. April, zum dritten Mal zur Frühjahrsreinigung in der Winzermark auf. Sie hofft neben ihren Mitgliedern auf die Teilnahme der Pfadfinder sowie der Eltern und Kinder aus der Kindertagesstätte Tippelstraße. Angesprochen sind aber auch die Mitglieder des Ringvereins Niederbonsfeld sowie alle interessierten Bürger.
Seit 2006 ist die AGW im Amphibienschutz aktiv. Durch Schutzmaßnahmen, weist Gerd Walther hin, habe sich in der Winzermark nach Aussagen von Anwohnern und Naturführern die Amphibien-Population in den letzten Jahren stark verbessert.
Für 2013 hat sich die Aktionsgemeinschaft daher vorgenommen, noch mehr für die Artenvielfalt in der Winzermark zu tun. In Zusammenarbeit mit dem Naturschutzbund (NABU) und örtlichen Naturführern sollen die Lebensräume der Tierwelt etwa durch Renaturierung und gezielte Bepflanzung optimiert, spezielle Arten wie Fledermäuse und Eidechsen neu und früher heimische Vögel wie Rebhuhn, Kuckuck und Feldlerche wieder angesiedelt werden.
Auch an der Verschönerung des Bürgerplatzes an der Tippelstraße beteiligen sich die engagierten Winzermärker regelmäßig. Um den Platz noch attraktiver zu gestalten und das Umfeld des Ehrenmals aufzuwerten, soll die bereits erfolgte Bepflanzung am Hang zum Grenzberg (der STADTSPIEGEL berichtete) noch weiter ergänzt werden. Die Kosten hierfür und für das Einpflanzen übernimmt wieder die AGW.
Um den Gemeinschaftssinn der Winzermärker untereinander weiter zu fördern, wird auf dem Bürgerplatz regelmäßig Boule gespielt. Voraussichtlich im September 2013 wird hier zudem die Boule-Stadtmeisterschaft ausgetragen.
Gerd Walther: „An unseren seit Jahren bei der Stadt und den Parteien vorgetragenen Vorhaben wie die Wiederherstellung der historischen Wanderwege, einen Kinderlehrpfad, Wegekennzeichnung, Biotop und weitere Verkehrsberuhigungen durch mobile Poller wollen wir natürlich festhalten und in diesen Bereichen stärker mit dem Ringverein Niederbonsfeld zusammenarbeiten.“
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