Diskussion um den Erhalt

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Anja Brune und die Pflegschaftsvorsitzenden aller Heiligenhauser Schulen übergaben gestern Bürgermeister Dr. Jan Heinisch 1645 Unterschriften von Eltern, die sich dafür aussprechen, dass das Hallenbad auch weiterhin dem Schwimmunterricht zur Verfügung steht. (Foto: Ulrich Bangert)
Heiligenhaus: Rathaus | Rund die Hälfte alle Kinder, die Heiligenhauser Schulen besuchen, appellieren an den Bürgermeister, für den Erhalt des Hallenbades zu sorgen. Wegen der großen Haushaltsprobleme ist der weitere, kostspielige Unterhalt des Hallenbades in die Diskussion gekommen.
Anja Brune hatte zunächst eine Elterninitiative am Immanuel-Kant-Gymnsium (IKG) auf den Weg gebracht, später schlossen sich alle Heiligenhauser Schulen an. Gestern überreichten sie im Rathaus dem Bürgermeister insgesamt 1645 Unterschriften.
„Radfahren ist wichtig, aber Schwimmen ist überlebenswichtig“, so Anja Brune, die weiß, dass es sehr schwierig ist, Alternativen in Nachbarstädten zu finden. „Wenn während der sommerlichen Hallenbadschließung beim Schwimmunterricht der Vereine auf das Schwimmbecken in der Fachklinik Auf der Rötsch in Kettwig ausgewichen wird, macht sich das sofort bemerkbar, es kommen deutlich weniger.“ Die engagierte Mutter musste feststellen, dass viele Kinder im dritten Schuljahr noch nie Kontakt zum Wasser hatten.
„Wir machen durch den Betrieb des Hallenbades einen jährlichen Verlust von 1,3 Millionen Euro, bei jedem Erwachsenen legen wir elf Euro auf den Eintrittspreis drauf“, schildert Bürgermeister Dr. Jan Heinisch die Situation. „Das Hallenbad macht mehr Verlust als alle anderen öffentlichen Einrichtungen der Stadt zusammen. Der Umsatz an den Eintrittsgeldern liegt unter 100.000 Euro. Das wirtschaftlich beste Jahr war das, als wegen der Reparatur der Decke das Bad fast ein Jahr geschlossen blieb. Beim Heraufsetzen der Eintrittspreise ist mit 4,50 Euro das Ende der Fahnenstange erreicht.“
Im Weiteren schildert der Verwaltungschef, dass die Stadt für das Schulschwimmen 80.000 Euro im Jahr an Eintrittsgeldern zahlen muss. „Ein Blockunterricht mit vier Stunden oder Schwimmfreizeiten für weiterführende Schulen könnte uns da weiterhelfen“, so ein Vorschlag von Dr. Jan Heinisch. „Oder wir überzeugen die Bürger dieser Stadt, dass die Grundsteuer um 100 Punkte erhöht wird, dann wäre das Problem gelöst.“ Im übrigen könnte sich Heinisch einen Schwimmunterricht ausschließlich im Sommer vorstellen: „Im Sauerland oder dem Oberbergischen geht das auch.“
Der Großteil der Verluste des Heljensbades entfällt auf das Hallenbad. „Das Gebäude ist in die Jahre gekommen. Es ist die Frage, wie wir damit umgehen: Alles, was wir da reinstecken, wird den Verlust nur erhöhen. Das Freibad ist riesig, es hat Qualität, da kommen auch die Leute von außerhalb hin.“ Der Diskussionsprozess um die Zukunft des Heiligenhauser Hallenbades hat begonnen: „Wir sind für kreative Vorschläge dankbar.“
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Michael Alfermann aus Essen-Ruhr | 12.12.2015 | 17:48  
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