Da gehen doch nur Bekloppte hin – Meine Rezension zum Buch

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Rückseite vom Buch - Da gehen doch nur Bekloppte hin
Meine Rezension zu diesem Buch: http://www.lokalkompass.de/essen-sued/spass/bueche...
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Man muss nicht verrückt sein um dieses Buch zu lieben, so steht es auf der Rückseite vom Buchumschlag. Ich würde dieses ehr betiteln: Man muss nicht verrückt sein um dieses Buch zu lesen.

Und überhaupt was ist verrückt, wie stellt man es sich vor? Noch besser wie stellt es sich die Gesellschaft vor, wenn sie das Wort verrückt hört, liest oder sagt?
Wenn jemand aus einem Flugzeug ohne Fallschirm springt, klar er wird gleich für verrückt betitelt, denn wir wissen das es tödlich enden wird und sicherlich jeder der einen gesunden Menschenverstand hat auch. Nur was ist ein gesunder Menschenverstand?

All das sind Fragen die wir als Gesellschaft uns gar nicht mehr stellen, weil wir es als normal voraussetzen das es jeder weiß was verrückt ist und was nicht.

Normal was ist normal? Der Beruf einer Psychotherapeutin welche das Buch geschrieben hat schreibt auch wieder auf der Rückseite in Klammern: (K)ein ganz normaler Beruf.

Und schon sind wir mitten drin beim Thema, so wie es auch die Psychotherapeutin bei mir geschafft hat einen mit ihren einfachen und sehr persönlichen Schreibstil in das Thema zu locken. Es erinnerte mich zum Teil an die Nachrichtensendung LOGO, welche für Kinder sehr verständlich aufgebaut ist.

Wie eine gute alte Bekannte, welche ich nach Jahren wieder getroffen habe erzählt sie mir aus ihren 30 Jahren Berufserfahrung. Ich höre ihr spannend zu wie sie ihr Wissen gut verständlich und sehr interessant erzählt. Was sie schon alles für verschiedene Aussagen zu ihrem Beruf gehört hat und wie sie damit umgeht erklärt sie. Dadurch rutschen wir auch immer tiefer ins Gespräch und so erfahre ich wie denn eine Therapiestunde mit ihren Patienten aufgebaut ist und was darin alles passiert, oder auch nicht.

Immer neugieriger werde ich je mehr ich in dem Buch lese und ihr zuhöre. Ich lese wie sie Patienten dazu bewegt ihr Selbstwertgefühl aufzubessern, aber keinerlei Ratschläge aufstellt. Ratschläge sind hierbei wie sie erklärt völlig fehl am Platz. Sie erklärt mir an einigen Beispielen, wobei ich mir ein Grinsen teilweise nicht verkneifen kann, wie verständlich die Vergleiche sind, wenn man es nach ihren Worten sich vorstellt.
Mir wird nicht langweilig wenn ich ihr zuhöre. Als sie dann erwähnt dass sich Menschen nach einer Therapie verändern könnten, nicht nur auf positive Weise, wurde ich hellhörig.

Wie meint sie es, nicht nur positiv? Sollten die Betroffen nicht wieder „normal“ werden wie sie zuvor waren? Nicht ganz und dazu gehört eine ganze Menge Kraft, um auch mal nein zu sagen, sowie nicht immer für alles bei sich die Fehler zu suchen. Das kann natürlich auch mal die beste Freundin, oder Freund betreffen, dass sie/er plötzlich verdutzt schaut, wenn sie/er ein NEIN zu hört bekommt, heute kann ich dir nicht helfen/zuhören!

Sie erzählt mir das wir vieles was wir in der Kindheit mehr oder weniger unbewusst gelernt haben, verlernen. So schildert sie auch ein Beispiel im Buch. Eine Oma fährt mit ihrer Enkelin Bus. Das Mädchen schaut aus dem Fenster und sagt: „Oma schau mal da ist ein Fahrradfahrer!“ und die Oma „nur“: „Wir fahren jetzt Bus und kein Fahrrad!“
Für das Mädchen war es enttäuschend zu sehen dass ihre Oma das nicht interessiert. Sie hat nun das Empfinden etwas falsch gemacht zu haben. Dabei ist das Mädchen nur viel bewusster mit ihrem Umfeld umgegangen, als ihre Oma. Die Oma welche bloß nicht die Bushaltestelle verpassen möchte wo sie aussteigen müssen. Und so ist es mit vielen Dingen, wir konzetrieren uns nicht auf eine Sache, sondern sind schon bei vielen Dingen mit unseren Gedanken ganz wo anderes.

Und so kommen wir auch zu dem Thema, das es verschiedene Therapieformen gibt, welche ein Psychotherapeut bei seinen jeweiligen Patienten anwendet. Denn jeder Patient ist anderes gestrickt. Als ich auf das Thema Traumdeutung kam, wurde mir bewusst dass es noch ein langes Gespräch werden wird. Auch darauf wird in diesem Buch eingegangen, ja sogar über einen Selbstversuch ist es der Psychsotherapeutin nicht zu schade etwas zu schreiben.

Dieses Buch denke ich wäre für Betroffene selber, je nachdem wie schwer ihre Depression ist nicht unbedingt zu empfehlen sie könnten sich dabei fehl verstanden fühlen. Aber für alle Personen welche Umgang mit Betroffnen haben ist es eine Art Aufklärungsbuch was überhaupt eine Psychotherapie und deren Aufgaben ist. Hier wird versucht einem die Angst zu nehmen, in welcher man auch oft aus der Gesellschaft (unbewusst?) gedrückt wird. Ich finde hier liest man es förmlich raus, das die Psychotherapeutin auf einfache Art und Weise versucht für Außenstehende Vorurteile über die Psychotherapie abzubauen.
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9 Kommentare
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Christiane Bienemann aus Kleve | 08.05.2013 | 08:24  
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Sabine Hegemann aus Essen-Steele | 08.05.2013 | 08:57  
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Christoph Niersmann aus Hilden | 08.05.2013 | 09:03  
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Imke Schüring aus Wesel | 09.05.2013 | 12:37  
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Imke Schüring aus Wesel | 09.05.2013 | 21:09  
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Manuela Burbach-Lips aus Dortmund-City | 11.05.2013 | 07:01  
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Sabine Schemmann aus Bochum | 02.06.2013 | 23:34  
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Sabine Schemmann aus Bochum | 02.06.2013 | 23:37  
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Sabine Schemmann aus Bochum | 03.06.2013 | 22:34  
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