Bewaffneter Überfall: 20-Jähriger gesteht Tat

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(Foto: Sylvia Mönnig)
(Text von Patricia Prange) Drei Prozesstage lang hatte der mutmaßliche CineStar-Räuber vor dem Hagener Landgericht geschwiegen. Am Donnerstag dann die Wende: Der erst 20-jährige Iserlohner gestand alles. Er hat durch seinen Anwalt nicht nur den bewaffneten Überfall auf das Kino CineStar in Iserlohn eingeräumt. Er gab auch zu, drei Raubüberfälle auf Spielhallen und einen besonders brutalen Überfall auf eine Taxifahrerin begangen zu haben.
Die Beweislast gegen den Angeklagten war erdrückend. Und sie wuchs mit jedem weiteren gehörten Zeugen. Am Donnerstag kamen fast ausschließlich die Opfer der brutalen Überfälle zu Wort. Besonders die Berichte einer Iserlohner Taxifahrerin (51) und einer Spielhallenaufsicht (57) gingen unter die Haut. Von der Taxifahrerin ließ er sich am 6. Oktober 2012 zunächst zur Ecke Wallstraße/Hochstraße bringen. Er habe dort vorgegeben, nach seinem Geld zu suchen, dann habe er ihr blitzschnell eine täuschend echt aussehende Pistole vors Gesicht gehalten. Er habe ihr Portemonnaie gefordert, erzählte die Taxifahrerin, die noch immer unter dem Erlebnis leidet. „Aber ich habe keins“, habe sie beteuert. Da sei er extrem wütend geworden. „Sein Arm ging zur Seite zu der Waffe, als wolle er sie durchladen. Ich habe mich weggeduckt und Gas gegeben.“ Bei dem Manöver fiel der Räuber aus dem Auto. Sie konnte fliehen. „Es ist mein Beruf. Ich muss damit rechnen, in schwierige Situationen zu geraten. Ich bin sofort am nächsten Tag wieder gefahren, sonst hätte ich mich nie wieder in ein Auto gesetzt.“
Eine Spielhallenaufsicht (57) hat noch am selben Abend ähnlich Traumatisches mit dem Räuber erlebt. Die Frau hatte Todesangst, als der Räuber die Waffe auf sie richtete und sogar abdrückte, was der Angeklagte allerdings in seiner Einlassung bestritt. Die 57-jährige musste in psychotherapeutische Behandlung. Mittlerweile sucht sie eine neue Arbeitsstelle. „Ich würde lieber Toiletten putzen gehen, aber nie wieder in einer Spielhalle arbeiten!“, sagte sie.
Der Angeklagte ließ durch seinen Rechtsanwalt erklären, es sei so geschehen, wie von den Zeugen beschrieben. Er will jedoch nur die Pläne anderer ausgeführt haben. Die Idee zu dem Kino-Überfall soll von einem der Mitarbeiter gestammt haben. „Ich habe für die anderen die Drecksarbeit gemacht!“, sagte er.
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