Massiver Schimmelschaden bei Familie Spanel in Hemer

Nur unter „Vollschutz“ können die Arbeiter die verschimmelten Wände sanieren. (Foto: ISOTEC)
 
(Foto: ISOTEC)

Familie Nicole und David Spanel sowie ihre Kinder und Enkelin Leonie haben sich lange nach einem Eigenheim umgeschaut. Es sollte ein Objekt mit einer Einliegerwohnung sein, in die ihr heute 14-jähriger geistig behinderter Sohn Mirko später einmal einziehen und möglichst selbstständig und dennoch unter Aufsicht der Familie leben kann.

Bis dahin sollte ihre Tochter Sara (20), die zurzeit noch eine Ausbildung macht, mit ihrer zweijährigen Tochter Leonie einziehen.Über 1 ½ jahre haben die Spanels dafür Eigenkapital zusammengespart. Nicht einfach, da Herr Spanel Alleinverdiener ist und Frau Spanel der großen Haushalt mit Kindern und Enkeltochter managt.
Schließlich hatte Familie Spanel ihr Traumhaus in Hemer über das Internet gefunden: Baujahr 1997, in optisch gutem Zustand und mit einer Einliegerwohnung für zwei Personen ausgestattet. Wohnfläche: 193 m² inkl. Einliegerwohnung dazu 428 m² Grundstück.
Der Kaufpreis lag bei 233.500 Euro, die zu 100 Prozent finanziert wurden. Das angesparte Eigenkapital sollte in die Renovierung fließen. Am 1. August 2014 hat Familie Spanel schließlich ihr Traumhaus gekauft und begann sogleich mit der Renovierung.
Im Kleiderschrank in der Einliegerwohnung wurde dann jedoch plötzlich der erste Schimmel sichtbar. „Wir dachten, der Schrank stand ja auch zwei Tage in der Garage, das wird die Ursache sein.“ So wurde einfach ein neuer Schrank gekauft. An der Stelle, an der der Schrank ursprünglich stand, fiel Familie Spanel auf: Hier wurde schon mal nachtapeziert.
Dann zeigten sich auch im Wohnzimmer unterhalb des Fensters Feuchteschäden und Schimmel: ein Wasserfleck mit 50 cm Durchmesser an der Außenwand. Und zwar dort, wo der Hang des Grundstücks parallel zur Außenwand verläuft. Spanels kauften ein Schimmelspray im Baumarkt, um das Problem zu beseitigen.
Dann entfernten sie die Tapete und stellten fest: Zwischen Wand und Tapete war schon eine Folie aufgetragen worden. Sie sollte die Tapete wohl isolieren.„Da haben wiruns entschlossen, Experten mit ins Boot zu nehmen. In der Nähe stand zufällig ein Firmenfahrzeug der Fachfirma Isotec, an die haben wir uns gewendet.“
Am 9. Oktober fand der Ersttermin statt. Die schockierende Diagnose: schwerer Schimmelpilzbefall auf 40 m².
„Meine Frau hat den ganzen Tag nur geweint. Wir hatten das Haus doch vollfinanziert und unsere Ersparnisse schon in die Renovierung gesteckt. Wie sollten wir die Sanierung bezahlen? Wie sollten wir es schaffen, das Haus zu halten?“, so David Spanel Nach langem Suchen fand sich schließlich doch eine Bank, die bereit war, die Nachfinanzierung zu übernehmen.
Gleichzeitig fanden die Spanels einen guten Anwalt. Ihre eigenen Recherchen ergaben: Alle Nachbarn erzählten, dass der Vorbesitzer häufig Mieterwechsel hatte – wegen Schimmel- und Feuchteschäden! Mit Vorsatzschalen hatte der Vorbesitzer die Schäden immer wieder kaschiert. Bei der näheren Begutachtung zeigten sich aufeinanderfolgende Schichten aus Wand - Verkofferung - Fliesen - erneute Verkofferung.
Die letzten Mieter der Einliegerwohnung hatten Feuchte und Schimmel unter der Couch. Der Vorbesitzer meinte dazu nur: "Das ist ein Lüftungsproblem." Aber das Feuchteproblem war so gravierend, dass sogar im Obergeschoss die erhöhte Feuchte messbar war.
Ursachen: mangelhafte Außenabdichtung, die laienhaft und nicht den Regeln der Technik entsprechend ausgeführt war. Auch unterhalb der Terrassenplatte im Obergeschoss Richtung Garten drang Wasser ins Mauerwerk ein: Das Wasser dringt dabei seitlich ein und steigt anschließend kapillar nach oben auf.
Bei der Öffnung der Verkofferung in der Einliegerwohnung zeigte sich ebenfalls vollflächiger Schimmelbefall (30m²). Eine Probe wurde entnommen und ins Labor geschickt.
Juristisch betrachtet liegt hier wohl arglistige Täuschung und Betrug durch den Vorbesitzer vor. "Wir wollen Ihn nicht davon kommen lassen“, so die Spanels.
Die Innensanierung hat inzwischen begonnen: Vorbereitende Arbeiten, der komplette Abbau des Schimmels, die Desinfektion und die Feinreinigung. Danach können sich Menschen wieder in den Räumen aufhalten. Die Trocknungsgeräte werden jedoch noch über einen langen Zeitraum laufen müssen. Die notwendige Außenabdichtung beginnt, sobald die Witterung dies zulässt.
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