Bürgermeister Michael Esken über Kooperationsmöglichkeiten der Hemeraner und Iserlohner Feuerwehren

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Bei einem Besuch in Düsseldorf erörterten die heimischen Landtagsabgeordneten Inge Blask und Michael Scheffler zusammen mit den beiden Bürgermeistern Dr. Peter Paul Ahrens und Michael Esken sowie den Feuerwehrleitungen die „Feuerwehr-Zukunft“ mit NRW-Innenminister Ralf Jäger. (Foto: privat)
Hemer: Rathaus |

"Ein einfach weiter so wie bisher darf und wird es im Bereich unserer Feuerwehren nicht geben“, machte Hemers Bürgermeister Michael Esken deutlich.

Der Grund für die Überlegungen einer möglichen Feuerwehr-Kooperation in den Iserlohner und Hemeraner Rathäusern liegt in einer neuen, ab 1. Januar 2016 verbindlich umzusetzenden EU-Richtlinie. Danach dürfen Feuerwehrmänner und -frauen zukünftig lediglich maximal 48 Stunden pro Woche im Dienst sein. Bislang waren 54 Stunden erlaubt. „Die Folge davon ist, dass wir die Stellenzahl bei unseren Hauptamtlichen um sechs auf zukünftig 61 Stellen aufstocken müssen,“ erläutert Hemers Bürgermeister Michael Esken im Gespräch mit dem STADTSPIEGEL, „zum Vergleich lagen wir bei meinem Amtsantritt vor 13 Jahren nur bei knapp über 40 Stellen.“
Da eine entsprechende „Aufstockung“ durch die neue Richtlinie bundesweit notwendig werde, sei bereits jetzt ein „Riesen-Run“ auf ausgebildete Feuerwehrleute zu beobachten. „Gott sei Dank haben wir die Entwicklung genau wie in Iserlohn übrigens auch rechtzeitig erkannt und durch intensive Ausbildung gegengesteuert.“
Dementsprechend wird in beiden Städten der zusätzliche Bedarf aus eigenen Reihen wohl gedeckt werden können.

Aus räumlicher Sicht an bzw. schon über der Grenze


"Leider ergeben sich aus dieser Entwicklung jedoch noch andere Probleme“, so Michael Esken, „zum einen belasten die zusätzlichen sechs einzustellenden hauptamtlichen Kräfte natürlich zusätzlich unseren Personalkostenetat - und das vor dem Hintergrund, dass die Politik von mir im Hinblick auf die Erfüllung des Haushaltssicherungskonzeptes immer wieder fordert, gerade in diesem Bereich einzusparen.“
Hinzu käme noch ein ganz anderes Problem. „In unserer Feuer- und Rettungswache kommen wir durch die erneute personelle Aufstockung in räumlicher Hinsicht an die Grenzen bzw. haben diese inzwischen bereits überschritten.“ Zumal in der Hauptwache bislang auch noch die Löschzüge Mitte und Westig sowie die Jugendfeuerwehr ihre Domizile hätten. Und als wäre dies nicht schon problematisch genug, ist inzwischen auch das Feuerwehr-Gerätehaus in der Becke „in die Jahre gekommen“ und nur noch eingeschränkt nutzbar.
„Eine Anpassung unseres Brandschutz-Bedarfsplans ist absolut notwendig“, so Hemers Bürgermeister weiter. Und da die Lage in der Nachbarstadt Iserlohn ähnlich gelagert sei, sei bei ihm und seinem Iserlohner Amtskollegen Dr. Peter Paul Ahrens die Idee eines gemeinsamen Brandschutz-Bedarfsplans entstanden. Doch dieser Idee erteilte NRW-Innenminister Ralf Jäger kürzlich eine deutliche Absage - aus rechtlichen Gründen.
„Auch wenn das natürlich vor dem Hintergrund der sonst auch vom Land NRW immer so gern beschworenen interkommunalen Zusammenarbeit schade ist, dürfen und werden wir unsere Gedanken zu einer möglichen Kooperation nicht aufgeben, dann eben auf dem kurzen Dienstweg“, formuliert es Esken mit einem Augenzwinkern.

"Im Ernstfall ist es dem Bürger egal, wer ihn rettet"


Denkbar wäre zum Beispiel eine Ausdehnung der städteübergreifenden Einsätze in den „Grenzgebieten“ der beiden Kommunen, wie sie bei bei größeren Einsätzen bereits jetzt erfolgen. „Im Ernstfall ist es dem Bürger egal, wer ihn rettet.“ Auch sei eine Kooperation bei der Personalplanung aus seiner Sicht nicht abwegig, zumal es aktuell in Hemer keinen Stellvertreter für Feuerwehrchef Markus Heuel in diesem Bereich gäbe. „Warum soll das zukünftig nicht auch jemand der Iserlohner Berufsfeuerwehr erledigen können?“
Bislang sind dies alles nur Gedankenspiele in den beiden Rathäusern. „Wir haben jetzt unseren jeweiligen Feuerwehrleitungen den Auftrag gegeben, bis circa September aus Feuerwehrsicht Vorschläge zu erarbeiten, welche Kooperationen zukünftig realisierbar sein könnten“, erläutert Michael Esken das weitere Vorgehen, der dann bis Januar 2016 mit ersten Entscheidungen zu diesem Thema rechnet.
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