Musikschule Hemer zieht an den Sauerlandpark um

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Das Alte Amtshaus dürfte spätestens Anfang 2015 zumindest als Domizil für die Hemeraner Musikschule ausgedient haben.
Hemer: Sauerlandpark Hemer |

"Das ist vielleicht die wegweisendste Entscheidung seit Bestehen der Musikschule", machte Holm Diekenbrock, Vorsitzender des Kulturausschusses gleich zu Beginn des Tagesordnungspunktes 6 dessen Bedeutung deutlich. Dabei ging es um den möglichen Umzug der Musikschule in das Gebäude 15 am Sauerlandpark.

Auch Michael Esken betonte nochmals, dass es sich beim von der Verwaltung befürworteten Umzug nicht nur um eine neue räumliche Ausrichtung, sondern um eine strategische, zukunftsweisende Neuausrichtung für die städtische Einrichtung handele. "Was den einen Leid ist, ist des anderen Freud", zitierte Hemers Bürgermeister ein geflügeltes Sprichwort um klarzumachen, dass erst durch die unumgängliche Naphthalin-Sanierung des Gebäudes 15 am Sauerlandpark der bereits vor einigen Jahren von der CDU geäußerte Umzugsgedanke wieder topaktuell geworden sei. "Dort wird aktuell so viel herausgerissen, dass bei der Wiederherstellung der Räume die notwendigen Umbaumaßnahmen wie der notwendige Schallschutz für die Musikschule kostengünstig mit erledigt werden können. Diese Gelegenheit kommt nicht wieder." Außerdem erhoffe er sich nach dem Einzug der Musikschule auch weitere Synergieeffekte z. B. durch ein gemeinsames Sekretariat mit der VHS.

Säulenmodell favorisiert

Die Beschlussvorlage der Verwaltung favorisierte dabei das sog. Säulenmodell (gegenüber dem Alternativvorschlag einer Nutzung der kompletten 1. Etage), in dem die Musikschule zukünftig den kompletten rechten Gebäudeflügel nutzt, abgetrennt durch das Treppenhaus von den übrigen Mietern. Diese Meinung beruht auch auf den Aussagen von gleich vier Schallschutzgutachten, die ZIM (Zentrales Immobilien-Magagement) in Auftrag gegeben hatte, um mögliche "Lärmbeeinträchtigungen" für die übrigen Mieter zu untersuchen und auszuschließen. "Neben dem positiven Schallschutzergebnis durch das ,trennende' Treppenhaus ist bei der Säulenvariante auch der barrierefreie Zugang zu allen Ebenen ein weiterer Vorteil", erläuterte ZIM-Leiterin Andrea Wolf.
Und auch Musikschulleiter Martin Niedzwiecki freut sich trotz eines "kleinen, weinenden Auges" ("Das Ambiente des Alten Amtshauses werden wir alle schon sehr vermissen.") auf den bevorstehenden Umzug. "Die am Sauerlandpark für uns vorgesehene Fläche wird auch zukunftsweisend definitiv ausreichen und auch weitere Faktoren wie die Barrierefreiheit und die Parkplatzsituation sprechen eindeutig für den neuen Standort." Das Alte Amtshaus sei einfach abgewirtschaftet und in die Jahre gekommen. "Die notwendigen Investitionen zur Beseitigung des Sanierungsstaus insbesondere auch im Bereich der Beeinträchtigungen durch die Brandschutzauflagen sind für die Stadt wirtschaftlich nicht verantwortbar", so Niedzwiecki weiter. Um dann noch mit einem Schmunzeln hinzuzufügen: "Als kleines Beispiel kann ich das Beispiel gleich vier meiner Musikpädagogen nennen, die aktuell im Keller ,hausen' und dort lieber heute als morgen raus wollen."

Brandschutz verhindert Konzerte im Lichthof

Nach diesen Ausführungen gestaltete sich die folgende politische Diskussion nur noch sehr kurz. Hans-Jürgen Großmann freute sich, dass die FDP-Vision des Kulturquartiers schließlich doch noch Realität werde. Seine Hoffnung, dass im Lichthof des Gebäudes 15 zukünftig auch stimmungsvolle Konzerte stattfinden könnten, wurde von der selbsternannten "Spaßbremse" Andrea Wolf aber umgehend zunichte gemacht werden. "Das geht aus Brandschutzgründen definitiv nicht", so die ZIM-Leiterin, die aber gleich einen Alternativvorschlag aus der Tasche "zauberte". So soll ein großer Raum in der 2. Etage mit genügend Platz für rund 50 Personen, der eigentlich im zukünftigen Bereich der VHS liegt, auch der Musikschule für Veranstaltungen zur Verfügung stehen.
Bliebe noch die UWG, für die Heinz Müller Zustimmung zu den Umzugsplänen nur unter der Bedingung signalisierte, dass eine Nachnutzung für das Alte Amtshaus seitens der Verwaltung bereits unter Dach und Fach sei. Das musste Bürgermeister Michael Esken zwar verneinen, verwies aber gleichzeitig darauf, dass es sich ja beide Gebäude in städtischem Eigentum befänden und man bei einem Verzicht auf einen Musikschul-Umzug wahrscheinlich bereits erhaltene Fördergelder an das Land zurückzahlen müsse.
Dieses Argument konnte zwar das NEIN der UWG bei der anschließenden Abstimmung nicht verhindern, dennoch wurde dem Umzug mit allen anderen Stimmen der Kulturausschussmitglieder zugestimmt. Das Votum des Ausschusses muss jetzt noch durch den Rat bestätigt werden.
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