Hilfe im Alltag: Besuch in der Tagespflegeeinrichtung "Villa Kalstert"

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Ein Gespräch vor Ort: Jens Geyer (MdL), Gudrun Haase (Villa Kalstert, 3.v.r. hinten), Anne Sprenge (VPD, Mitte) und Elke Thiele (Kreissozialausschuss, 2.v.r.) tauschten sich zum Thema Pflege aus und suchten das Gespräch mit den Menschen, die die Tagespflegeeinrichtung nutzen. (Foto: Michael de Clerque)

Rund drei Jahre ist es her, dass die Tagespflegeeinrichtung „Villa Kalstert“ eröffnet wurde. 18 Plätze stehen hier für Menschen zur Verfügung, die den Alltag zu Hause nicht mehr komplett alleine meistern können. Nun machten sich Politiker vor Ort ein Bild. Schnell kam das Gespräch auch auf die großen Entscheidungen, die in Berlin getroffen werden.

48 Menschen aus Hilden, aber auch aus umliegenden Städten, haben in der Villa Kalstert so etwas wie ihr zweites Zuhause gefunden: Sie kommen tagsüber zwischen 7.30 und 17 Uhr in die Einrichtung, frühstücken gemeinsam, spielen, basteln, unternehmen kleinere Ausflüge und kochen das Mittagessen zusammen. Pflegekräfte sorgen für die Anleitung und Betreuung. Einige der Betreuten benötigen zudem psychiatrische Pflege, etwa weil sie Depressionen haben.

„Bei uns geht es unter anderem um den Erhalt und die Wiedererlangung alltäglicher Fähigkeiten - wer sich hier etwas zutraut, kann es oft zu Hause auch wieder“, sagt Gudrun Haase, Leiterin der Villa Kalstert.

Träger der Einrichtung ist der Verbund für Psychosoziale Dienstleistungen (VPD), der wiederum Mitglied im Mettmanner Paritätischen ist.

48 Menschen, 18 (Vollzeit-)Plätze: Die Rechnung geht auf, weil nicht jeder montags bis freitags die Einrichtung besucht. Abhängig von der Höhe der Pflegestufe übernimmt die Pflegekasse eine festgelegte Anzahl von Tagen. Bei der Verpflegung und den Fahrtkosten müssen die Bewohner einen Teil selbst bezahlen. „Bei Vollbelegung macht der VPD keinen Gewinn, kann aber die Personal- und weiteren Kosten decken“, sagt VPD-Geschäftsführerin Anne Sprenge.

Blick nach Berlin


Sorgen machen dem VPD und dem Paritätischen allerdings aktuelle Entwürfe in der Gesetzgebung. Vor wenigen Tagen haben sie deshalb Vertreter aus der Politik zu einem Ortstermin eingeladen.

„Die Ausbildung in der Pflege soll generalisiert werden. Junge Leute können sich dann nach dem Abschluss aussuchen, ob sie in der Krankenpflege, in der Kinderkrankenpflege oder in der Altenpflege arbeiten. Wir haben Angst, dass sich niemand mehr für die Altenpflege entscheidet“, sagt Sprenge. Hinzu kämen der bereits bestehende Fachkräftemangel - 37.000 Stellen könnten bundsweit schon jetzt nicht besetzt werden - und ein weiterer Vorschlag der Gesetzgebung, demzufolge die Aufgaben und Zuständigkeiten der Pflegenden erweitert werden sollen. Und auch beim Thema Palliativversorgung sieht das Team der Villa Kalstert Verbesserungsbedarf.

Elisabeth Müller-Witt, Jens Geyer (beide MdL) und Elke Thiele, Vorsitzende des Kreissozialausschusses, hören zu und haken nach. „Letztendlich geht es um die Frage, wie gehen wir mit unseren eigenen Eltern um, wenn sie Hilfe benötigen – und um die Frage, wie wir mit uns selbst später umgehen“, sagt Geyer.

Das Team der Villa Kalstert ist sich einig: „Unter den derzeitigen Rahmenbedingungen ist ein liebevoller Umgang mit den Pflegebedürftigen möglich und wird bei uns gelebt. Dies ist aber gefährdet, wenn die gesetzlichen Vorgaben zu unseren Ungunsten verändert werden.“

Mehr Infos zur Villa Kalstert gibt es telefonisch unter 02103/9675630 oder per E-Mail unter tagespflege@vpd-mettmann.de .
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