Komm, spiel mit: 20 Jahre Hildener Spielmobil

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Mike Dörflinger ist seit 20 Jahren für das Spielmobil zuständig. Rechts ein Plakat aus den Anfangszeiten. (Foto: Michael de Clerque)

Es begann mit einem alten VW-Bus, einigen Kettcars und weiteren Spielgeräten sowie unregelmäßigen Einsätzen: die Geschichte des Hildener Spielmobils. Eine Erfolgsgeschichte.

Was machen Kinder und Jugendliche in ihrer Freizeit? Sie dort abzuholen, wo sie sich aufhalten, das war 1996 eine der Ideen, die zum Spielmobil-Konzept führten, erinnert sich Mike Dörflinger, der seit damals die Einsätze organisiert. "Wir wollten in die Stadtteile gehen." Das Konzept des Spielmobils hatte der Diplom-Sozialpädagoge bei der Awo in Düsseldorf-Wersten im Rahmen seines Anerkennungsjahres kennengelernt.

Zehn Einsätze wurden probeweise geplant, Plakate ausgehängt und Fragebögen für Kinder und Erwachsene vervielfältigt.

"Endlich ist hier was los!"

Dörflingers Pläne, die Spielmobileinsätze zusammen mit Schülern und Studenten durchzuführen, wurden damals durchaus kritisch beäugt. Doch schnell war klar: Die Hildener waren begeistert vom neuen Angebot. Rund 600 Fragebögen kamen zurück, mit dem Wunsch nach besserer Ankündigung und regelmäßigeren Terminen. "Bei unserem ersten Einsatz im Hildener Osten wurden wir von 120 Menschen begrüßt. Endlich ist hier was los, hieß es", erinnert sich Dörflinger. Gegrilltes und Kaffee für die Großen anbieten - auch diesem Vorschlag aus den Anfangszeiten ist er anschließend gefolgt. Die Auswertungsergebnisse wurden auf Diskette festgehalten. Schnell kristallisierten sich die Dienstage und Donnerstage als Spielmobiltage heraus. Dabei ist es bis heute, auch in Zeiten der Ganztagsschulen, geblieben.

Konzept weitgehend beibehalten

Überhaupt hat sich am Konzept kaum etwas geändert. "Es geht um Ermöglichung statt Begleitung", sagt Roman Kalthenpoth von der Jugendförderung der Stadt. Das heißt: Statt Spiele anzuleiten, stellt das Team Spielmöglichkeiten zur Verfügung. Die jungen Gäste sollen sich aussuchen, was und wie sie spielen.

Zum Angebot gehören Skateboards, Pedalos, Laufräder, eine Spielkiste, Stelzen und Hula-Hoop-Reifen. Seit einer großen Spende der Hildener Stadtwerke im Jahr 2009 zählen neben der Hüpfburg auch die beliebte Rollenrutsche, der Bungee-Run, ein XXL-Kicker und die Torwand zur Ausrüstung.

In Spitzenzeiten sind es 600 Besucher

Rund 150 Gäste - Kinder und Erwachsene - kommen durchschnittlich zu einem Einsatz. In Spitzenzeiten können es auch schon einmal 600 Leute sein. Die Zielgruppe ist zwischen zwei und 14 Jahren alt. "Aber auch ältere Jugendliche sind willkommen. Wir schicken niemand weg", so Dörflinger.

Neben den Terminen unter der Woche ist das Spielmobil bei vielen großen Festen und Terminen in der Itterstadt mit dabei, zum Beispiel beim Weltkindertag, beim Hildanus Lauf oder beim Kita-Cup. Relativ neu sind Einsätze für die Flüchtlingskinder. Nachdem im vergangenen Jahr das Hilfswerk der Lions für finanzielle Unterstützung sorgte, gibt es diesmal Bundesmittel für den wiederholten Besuch der Flüchtlingsunterkünfte. Zudem kann das Spielmobil für private Zwecke gemietet werden. Stets gilt: "Wir wollen für die Hildener da sein. Und das soziale Miteinander stärken", so Dörflinger.

Viele Hildener sind Stammkunden - und bringen längst ihre eigenen Kinder mit.
Unterstützt wird er bei seiner Arbeit von Schülern und Studenten. Die Atmosphäre ist familiär. Immer wieder kommen Spielmobiler, die gar nicht im Einsatz sind, auf ein Wassereis oder eine Apfelschorle vorbei - und helfen bei Bedarf einfach mit. 23 Männer und Frauen gehören zum Team.

2014 gab es einen neuen Wagen, und damit mehr Platz für die Spielgeräte. Besonders groß war die Freude, als mit einer 3M-Spende die Außenflächen individuell gestaltet werden konnten: Das alte, bunte Spielmobil hat so seinen Platz auf dem neuen bekommen.

Meckerecke des Kinderparlaments

"Bei der Stadtverwaltung und in der Politik haben wir immer große Unterstützung bekommen", freut sich Dörflinger. Sein Angebot ist niederschwellig, viele Familien werden so angesprochen. Das Kinderparlament ist mit seiner "Meckerecke" mit dabei, Anregungen und Beschwerden werden so in die Politik weitergeleitet. Dörflinger ist zudem Spielplatzbeauftragter der Stadt und so Ansprechpartner der Spielplatzpaten, die teilweise die Einsätze des Spielmobils mit vorbereiten.

Immer wieder ist auch das Spielmobil selbst Plattform für Aktionen geworden. Zum Beispiel, als mit "Hilfe für Max" Geld für einen Hildener Jungen mit der seltenen Fanconi-Anämie gesammelt wurde.

Was sich Mike Dörflinger für die nächsten Jahre wünscht? Nicht zuletzt mit Blick auf die derzeit angespannte finanzielle städtische Haushaltslage ist ihm vor allem die Fortführung der bisherigen Arbeit wichtig: "Ich bin überzeugt, dass das Spielmobil zum positiven Lebensgefühl in unserer Stadt beiträgt. Und ich hoffe, dass es diesen hohen Stellenwert behält."

Spielmobil sucht Helfer

Für das kommende Jahr wird übrigens noch Unterstützung gesucht. Wer ehrenamtlich gegen eine Aufwandsentschädigung mitmachen möchte, wird geschult - unter anderem gehören Fahrtraining, Kommunikation und Pädagogik dazu. Regelmäßig gibt es zudem eine Erste-Hilfe-Schulung. Mehr Infos telefonisch bei Mike Dörflinger unter 02103/2465-52.
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