3.200 km im Visier -Stadtradel-Botschafter stoppt in Unna

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Begrüßung des Stadtradel-Botschafters auf dem Rathausplatz Unna: v.l. Werner Wülfing, Hermann Strahl (beide ADFC), Rainer Fumpfei, Bürgermeister Werner Kolter, Ksenija Sakelšek (Stadtradel-Promi und Integrationsratvorsitzende Unna), Frank Hugo, Ralf Wolske-Böttcher und Gaby Jöhnk (beide ADFC). Alle Bilder: Stefan Reimet
1.500 Kilometer hatte Stadtradel-Botschafter Rainer Fumpfei(44) in den Beinen, als er auf dem Rathausplatz der Hellwegstadt Unna einfuhr und von Bürgermeister Werner Kolter begrüßt wurde. Deutschands größte Radfahr-Initiative noch bekannter zu machen ist das Ziel seiner Tour.

Zwei Wochen Urlaub hat sich Feuerwehr-Brandmeister Rainer Fumpfei aus Berlin genommen, um auf Städte-Tour quer durch Deutschland zu gehen. "Noch mehr Kommunen möchte ich begeistern für das Stadtradeln", erklärt er auf dem Rathausplatz. 429 sind es bereits, in Unna machen über 1000 Radler mit und tragen fleißig ihre Radkilometer ein. Rekorde dürfte das Stadtradeln in diesem Jahr reichlich einfahren. Die höchste registrierte Teilnehmerzahl, die meisten Teams und auch bei den Kilometern geht es in die Vollen. Bis zum 18. Mai waren es bereits über 28.000 Kilometer. Hochgerechnet könnte bis zum 3. Juni die 100 Tsd.-Marke geknackt werden.
Zum fünften Mal ist Fumpfei mit seinem Gespann für das Klima-Bündnis unterwegs. Am 3. Mai startete er in Berlin. Die Route führte Richtung Rostock über den Ostseeküstenradweg nach Lübeck, durch die Lüneburger Heide und die Hannover-Region bis nach Ost-Westfalen und weiter ins Ruhrgebiet. Stattliche 3.200 Kilometer wird er auf der Route durch 140 Gemeinden erradeln, bis nach München. "So viele Kommunen zu besuchen wie möglich ist mein Ziel", so Fumpfei. Laufend erhält er noch Anfrage, in Städten mal vorbeizuschauen. "Diese Tour ist die allerlängste beim Stadtradeln." Etwas Speck hat er sich angefuttert., schließlich verbrennt sein Körper rund 9000 Kalorien pro Tag. Nudeln, viel Obst und Gemüse, keine Ergänzungsmittel, darauf verlässt sich Fumpfei. Wadenschmerzen kommen bei Tagesetappen von 120 Kilometern schon mal auf. "Da hilft Pferdebalsam." Schlimmer sei Regen, wie an den Pfingsttagen. Übernachtet wird bei Bekannten oder im Zelt. Die Ausrüstung bringt rund 40 Kilo auf die Waage, das Gespann einschließlich Mitläufer über 65 Kilo, alles ohne Elektromotor. Bürgermeister Werner Kolter betonte, dass vor Ort immer mehr Teilnehmer aufs Rad umsteigen. Aber: "Die Mitarbeiter im Rathaus sind noch nicht so am Radeln, wie ich mir das vorstelle.” Als Team-Kapitän der Kreishaus-Radler muss er es wissen.
Die Bilanz des Stadtradelns sieht Frank Hugo, Koordinator bei der Stadt Unna, nicht verzerrt. "Akkus halten nicht sehr lange und E-Biker sind in allen Kommunen mit dabei. Es geht ums Mitradeln.” Fumpfei hatte neben viel Lob für das Radwege-Netz der Hellwegstadt auch konstruktive Kritik im Gepäck. Die Oberflächenbeschaffenheit sei teils maneglhaft, Pflege notwendig. Der Radschutzstreifen am Kreishaus sei zu schmal und entlang der Hammer Straße teils auf der Straße fahren zu müssen nicht günstig. Gefährliche Erfahrungen habe in der Unterführung am Bahnhof erlebt. Für Radler sei der Kurvenradius zu klein bemessen. Sein Vorschlag: Ein Tausch der Fußgänger- bzw. Radfahrstreifen.
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